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  • Roland Berger: Die Nachfrage nach Geflügelfleisch steigt bis 2040 weiter an

    Roland Berger: Die Nachfrage nach Geflügelfleisch steigt bis 2040 weiter an

    Berlin (ots) –

    Roland Berger Geflügelstudie 2026 zeigt weiter wachsende Nachfrage, Vorteile für Ernährung und Klima sowie den dringenden Bedarf für mehr heimische Produktion

    – Roland Berger: Nachfrage nach Geflügelfleisch in Deutschland hält an. Bis 2040 jährliches Wachstum von bis zu 3,4 Prozent, allein bei Hähnchenfleisch. Das sind gut 50 Prozent mehr Marktvolumen bis 2040.
    – Der Trend hin zu mehr Geflügelfleisch spart zwischen 2010 und 2040 rund 25 Prozent an C02-Emissionen.
    – Der Verbrauch an Geflügelfleisch in Deutschland wächst doppelt so schnell wie die heimische Produktion. Die Importabhängigkeit steigt weiter.
    – Ohne gezielte Gegenmaßnahmen sinkt der Selbstversorgungsgrad von heute 91 Prozent bis 2040 auf 73 bis 77 Prozent.
    – ZDG-Geschäftsführer Schleicher: Beste Gegenmaßnahme gegen steigende Importabhängigkeit ist mehr heimische Produktion. Die Branche steht für Investitionen von mindestens einer Milliarde Euro bereit
    – Studie empfiehlt schnellere Genehmigungen, digitale Bürokratie-Entlastung, sichtbare heimische Qualität und faire EU-Rahmenbedingungen

    Der Geflügelboom in Deutschland wird bis mindestens 2040 weitergehen. Das ist das zentrale Ergebnis der Roland Berger Geflügelstudie 2026. Die Modellierung zeigt bis 2040 ein jährliches Nachfragewachstum bei Geflügelfleisch von 2,1 bis 2,5 Prozent, bei Hähnchen sogar von bis zu 3,4 Prozent. Die Gründe laut Roland Berger: Geflügelfleisch liefert viel natürliches und erschwingliches Protein. Es lässt sich leicht und vielseitig zubereiten und es liefert wichtige Mikronährstoffe. Zugleich weist es unter den Fleischarten einen besonders günstigen CO2-Fußabdruck auf. Der Boom ist damit keine schlechte Nachricht für Ernährung und Klima. Doch die Rahmenbedingungen in Deutschland bremsen die heimische Erzeugung. Die Roland Berger Geflügelstudie 2026 im Auftrag des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) zeigt: Ohne zusätzliche Produktionskapazitäten könnte der Selbstversorgungsgrad bei Geflügelfleisch in Deutschland von heute 91 Prozent bis 2040 auf 73 bis 77 Prozent sinken. Dabei hat sich der Importüberschuss zwischen 2014 und 2025 bereits verachtfacht.

    Die deutsche Geflügelwirtschaft ist bereit, gegenzusteuern und eine Milliarde Euro in moderne Ställe sowie zusätzliche Schlacht- und Verarbeitungskapazitäten zu investieren. Zentrale Voraussetzung für die Branche: verlässliche Rahmenbedingungen, schnellere Genehmigungen und faire Wettbewerbsbedingungen in Europa.

    Die jetzt vom ZDG und Roland Berger gemeinsam vorgestellte Studie analysiert die Entwicklung von Verbrauch, Erzeugung und Außenhandel, modelliert die Versorgung bis 2040 und leitet aus den aktuellen geopolitischen Faktoren und Marktentwicklungen vier konkrete politische Handlungsfelder ab.

    Das Ernährungsprofil unserer Gesellschaft entwickelt sich hin zu Geflügelfleisch: Der Geflügelboom wird weitergehen.

    Die Ernährungsgewohnheiten in Deutschland verändern sich: Der gesamte Fleischverbrauch ist zwischen 2010 und 2025 um rund 12 Prozent auf 76 Kilogramm pro Kopf gesunken. Geflügelfleisch wächst gegen diesen Trend signifikant. Der Pro-Kopf-Verbrauch stieg im selben Zeitraum um 28 Prozent auf rund 22 Kilogramm. Bei Hähnchenfleisch beträgt das Plus sogar 62 Prozent. Damit ist Geflügel die einzige große Fleischkategorie mit deutlichem Wachstum.

    Gerade jüngere Menschen prägen diese Entwicklung. Nach einer aktuellen Civey-Umfrage im Auftrag des ZDG unter jungen Erwachsenen isst jeder zweite 16- bis 29-Jährige am häufigsten Geflügelfleisch. 80 Prozent greifen mindestens einmal pro Woche zu Geflügelfleisch. Geschmack, Proteinreichtum und gute Nährwerte sind die wichtigsten Gründe. Die Roland Berger Geflügelstudie ordnet diesen Befund in einen breiteren Ernährungstrend ein: 55 Prozent der Gen Z und der Millennials achten aktiv auf eine ausreichende Proteinzufuhr.

    Geflügel verbindet dabei mehrere Anforderungen an moderne Ernährung. Hähnchen- und Putenbrust liefern rund 23 beziehungsweise 24 Gramm Protein pro 100 Gramm bei nur etwa ein bis zwei Gramm Fett. Bereits heute stammen nach den in der Studie ausgewerteten Schätzungen 13 bis 14 Prozent der Proteinversorgung in Deutschland aus Geflügelfleisch. Zugleich weist Geflügel unter den Fleischkategorien einen niedrigen CO2-Fußabdruck und eine hohe Futtereffizienz auf. Es ist damit proteinreich, vielseitig und für breite Bevölkerungsschichten bezahlbar.

    „Der Geflügelboom wird weitergehen. Das ist keine schlechte Nachricht für die Menschen und für das Klima. Deutsches Geflügel gehört qualitativ zur Weltspitze. Es ist proteinreich und gesund, bekömmlich, schmackhaft und erschwinglich“, sagt Wolfgang Schleicher, Geschäftsführer des ZDG. „Wir stehen bereit, eine Milliarde Euro und mehr in zusätzliche Kapazitäten und moderne Ställe zu investieren. Das stärkt Arbeitsplätze und Wertschöpfung im ländlichen Raum und verbessert die Versorgung der Menschen mit einem hochwertigen, proteinreichen Lebensmittel.“

    Importvolumen wächst deutlich schneller als die heimische Produktion

    Zwischen 2010 und 2025 stieg der Verbrauch von Geflügelfleisch in Deutschland um 28 Prozent, die Bruttoeigenerzeugung jedoch nur um 9 Prozent. Deutschland verbraucht mehr Geflügelfleisch, als hierzulande erzeugt wird. Der traditionell hohe Selbstversorgungsgrad sinkt, die Importe nehmen zu. Bei Hähnchenfleisch sinkt der Selbstversorgungsgrad seit 2010 auf heute 93 Prozent. Über alle Geflügelarten liegt er bei 91 Prozent. Tendenz weiter fallend.

    Die Lücke wird bislang über wachsende Einfuhren geschlossen. Der Importüberschuss erhöhte sich von 55.000 Tonnen im Jahr 2014 auf 462.000 Tonnen im Jahr 2025 und hat sich damit mehr als verachtfacht. 82 Prozent der Geflügelfleischimporte entfallen auf Hähnchenfleisch. Besonders stark wachsen die Einfuhren hochwertiger Teilstücke: Rund 60 Prozent der Hähnchenimporte sind inzwischen Premium-Teilstücke wie Brustfleisch.

    Internationaler Handel bleibt ein unverzichtbarer Bestandteil der Versorgung. Die Studie warnt jedoch davor, sich bei einem strategisch wichtigen Lebensmittel zu einseitig von wenigen Lieferregionen abhängig zu machen. Tierseuchen, geopolitische Konflikte, Exportbeschränkungen sowie schwankende Futter-, Energie- und Transportkosten können Lieferketten kurzfristig belasten. Eine leistungsfähige heimische Produktion ergänzt offene Märkte deshalb um ein belastbares Sicherheitsnetz.

    Dr. Nicolas Wüthrich, Partner bei Roland Berger, beschreibt die strategische Bedeutung der heimischen Produktion von Geflügelfleisch so: „Deutschland sollte sich strategisch wappnen. Wir beobachten, dass Lieferketten anfälliger werden und geopolitische Verwerfungen schneller auf Agrarmärkte und Lebensmittelpreise durchschlagen. Deutschland verfügt zugleich über günstige natürliche Ressourcen und Bedingungen, Know-how und eine leistungsfähige Infrastruktur. Es ist daher strategisch sinnvoll, die heimische Geflügelproduktion als starke Säule der Ernährungssicherheit und der Versorgung auszubauen. Dafür braucht es schnellere Genehmigungen für neue Anlagen, digital vereinfachte Verwaltungsprozesse, eine stärkere Sichtbarkeit heimischer Standards und vergleichbare Wettbewerbsbedingungen in Europa.“

    Mehr heimische Produktion

    Um die zusätzliche Nachfrage stärker aus heimischer Erzeugung zu bedienen, wären bis 2040 bei Hähnchen 130 bis 180 neue Ställe pro Jahr erforderlich – deutschlandweit. Ergänzend braucht es zusätzliche Kapazitäten in Schlachtung und Verarbeitung.

    Die Voraussetzungen in Deutschland sind grundsätzlich gut: Deutschland ist aufgrund seines gemäßigten Klimas, verfügbarer Wasser- und Flächenressourcen, qualifizierter Fachkräfte, kurzer Wege und eng vernetzter Wertschöpfungsketten eine Gunstregion für die Geflügelfleischerzeugung. Mehr als die Hälfte der Geflügelhalter hat bereits in Energieeffizienz investiert, etwa in Photovoltaik. Weitere rund 30 Prozent planen entsprechende Maßnahmen.

    Der Lösungsansatz: Vier Schritte für mehr Versorgungssicherheit

    Die Studie beschreibt einen pragmatischen Handlungspfad, mit dem die Investitionsbereitschaft der Branche in reale Kapazitäten übersetzt werden kann. Ziel ist keine Abschottung des Marktes, sondern eine ausgewogene Verbindung von internationalem Handel und einer starken, bundesweit breit aufgestellten heimischen Produktion.

    1. Genehmigungen beschleunigen und Umbauten ermöglichen

    Planungs-, Bau-, Umwelt- und Immissionsschutzverfahren sollten einfacher, digitaler und verlässlicher werden. Auch die Umnutzung leerstehender Ställe sollte schneller möglich sein. Klare politische Leitlinien können Kommunen und Behörden zusätzliche Entscheidungssicherheit geben.

    2. Bürokratie digital reduzieren

    Eine zentrale One-Stop-Agency sollte das Prinzip „einmal erfassen, mehrfach nutzen“ umsetzen. Bereits vorhandene Daten aus Qualitätssicherung, Tierwohlprogrammen und behördlichen Meldesystemen könnten so sicher verknüpft und Doppelmeldungen vermieden werden.

    3. Heimische Qualität und Herkunft sichtbar machen

    Hohe deutsche Standards bei Nachhaltigkeit, Tierwohl, Biosicherheit, Umwelt- und Verbraucherschutz sollten im Wettbewerb erkennbar sein. Eine nachvollziehbare Herkunftskennzeichnung – auch in Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung – ermöglicht informierte Kaufentscheidungen und honoriert heimische Qualität.

    4. Faire europäische Wettbewerbsbedingungen schaffen

    Tierwohl-, Umwelt-, Arbeits- und Kontrollstandards sollten im EU-Binnenmarkt vergleichbar ausgelegt und vollzogen werden. Auch Importe aus Drittstaaten brauchen äquivalente Anforderungen oder wirksame Ausgleichsmechanismen. So lassen sich hohe Standards, Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Tragfähigkeit miteinander verbinden.

    „Die Bundesregierung kann zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Sie kann die Resilienz und Ernährungssicherheit Deutschlands verbessern und zugleich eine gesunde, proteinreiche und vergleichsweise klimaeffiziente Ernährung fördern“, stellt Wolfgang Schleicher fest. „Die Branche ist bereit. Jetzt geht es darum, gemeinsam die richtigen Weichen zu stellen.“

    Über die Studie

    Die Roland Berger Geflügelstudie 2026 wurde im Auftrag des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) erstellt. Sie wertet unter anderem Daten des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, des Statistischen Bundesamts sowie weitere wissenschaftliche und marktbezogene Quellen aus. Die Szenarien bis 2040 beruhen auf Fortschreibungen der Entwicklung der vergangenen 15 beziehungsweise 30 Jahre. Sie sind keine punktgenauen Vorhersagen, sondern zeigen die Bandbreite möglicher Entwicklungen unter den heutigen Rahmenbedingungen. Bitte senden Sie uns eine E-Mail an presse@zdg-online.de, wenn Sie die vollständige Studie erhalten möchten.

    Über den ZDG

    Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e. V. vertritt als Dach- und Spitzenorganisation die Interessen der deutschen Geflügelwirtschaft auf Bundes- und EU-Ebene. Seine Mitglieder bilden die Wertschöpfungskette von der Erzeugung über Schlachtung und Verarbeitung bis zur Eierwirtschaft ab.

    Über Roland Berger

    Roland Berger ist die einzige führende Strategieberatung mit europäischen Wurzeln. Das Unternehmen vereint tiefe Industrie- und Branchenkenntnis mit umfassender Erfahrung in zentralen Managementfunktionen und Transformationsprojekten. 1967 gegründet und mit Hauptsitz in München, unterstützt Roland Berger Unternehmen weltweit bei der Gestaltung und Umsetzung komplexer Transformationen – von strategischer Neuausrichtung über Performance-Steigerung bis hin zur Entwicklung und Anwendung datenbasierter, KI-gestützter Lösungen. Roland Berger hat sich unternehmensweit Net-Zero-Emissionsziele bis 2040 gesetzt, die von der Science Based Targets Initiative validiert wurden. Über die Fortschritte berichtet das Unternehmen jährlich in seinem ESG-Bericht. Im Jahr 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von über einer Milliarde Euro.

    Pressekontakt:

    Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e. V. (ZDG)
    Wolfgang Schleicher | Geschäftsführer
    Claire-Waldoff-Str. 7 | 10117 Berlin
    Tel. 030 288831-30 | Fax 030 288831-50
    E-Mail: presse@zdg-online.de | Internet: www.zdg-online.de

    Quelle: Roland Berger: Die Nachfrage nach Geflügelfleisch steigt bis 2040 weiter an

  • Bei 63 % der Paare in Deutschland haben Frau und Mann den gleichen Bildungsstand / Bildungsunterschiede bei jüngeren Paaren geringer als bei älteren

    Bei 63 % der Paare in Deutschland haben Frau und Mann den gleichen Bildungsstand / Bildungsunterschiede bei jüngeren Paaren geringer als bei älteren

    WIESBADEN (ots) –

    Die meisten Menschen in Deutschland wählen eine Partnerin oder einen Partner mit dem gleichen Bildungsniveau wie sie selbst. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Grundlage des Mikrozensus mitteilt, hatten 2025 bei 63 % der gemischtgeschlechtlichen Paare beide Personen den gleichen oder einen ähnlichen Bildungsabschluss. Unterscheidet sich das Bildungsniveau, dann hat meistens der Mann den höheren Abschluss. Im letzten Jahr traf das auf ein Viertel (25 %) der Paare zu. Der umgekehrte Fall tritt seltener ein: Bei 13 % der Paare war die Frau im Vergleich zu ihrem Partner formal höher gebildet.

    Bei gleichgeschlechtlichen Paaren hatten ebenfalls 63 % den gleichen oder einen ähnlichen Bildungsabschluss. Bei Frauen-Paaren (65 %) war der Anteil etwas größer als bei Männer-Paaren (61 %).

    Bildungsunterschiede zwischen Frau und Mann bei jüngeren Paaren geringer

    Bei jüngeren Paaren sind die Bildungsunterschiede zwischen Frau und Mann geringer als bei älteren. So hatten 65 % der gemischtgeschlechtlichen Paare im Alter von 18 bis 44 Jahren das gleiche Bildungsniveau, bei Paaren ab 45 Jahren lag der Anteil bei 62 %. Auch beim Blick auf die Person mit dem höheren Bildungsabschluss ist das Geschlechterverhältnis bei jüngeren Paaren ausgeglichener. Bei 18 % von ihnen war der Mann höher gebildet, bei 17 % war es die Frau. Bei Paaren ab 45 Jahren mit ungleichem Bildungsniveau hatte der Mann (28 %) deutlich häufiger die formal höhere Bildung als die Frau (11 %).

    Methodische Hinweise:

    Paare sind nach der Definition des Mikrozensus Ehepaare oder Lebensgemeinschaften, die in einem Haushalt zusammenleben. Hierbei kann nach gleichgeschlechtlichen und gemischtgeschlechtlichen Paaren unterschieden werden.

    Der Mikrozensus ist eine Stichprobenerhebung, bei der jährlich rund 1 % der Bevölkerung in Deutschland befragt wird. Alle Angaben beruhen auf Selbstauskünften der Befragten. Um aus den erhobenen Daten Aussagen über die Gesamtbevölkerung treffen zu können, werden die Daten an den Eckwerten der Bevölkerungsfortschreibung hochgerechnet.

    Die Einteilung der Bildungsabschlüsse erfolgt nach der Internationalen Standardklassifikation des Bildungswesens (International Standard Classification of Education, ISCED). Eine Darstellung und Erläuterung der Einteilung in niedrig (Stufe 0-2), mittel (Stufe 3 und 4) und hoch (Stufe 5 bis 8), die der Auswertung zu Grunde liegt, finden Sie in unserem Glossar.

    Weitere Informationen:

    Weitere Ergebnisse zur Situation von Familien und zu Lebensformen in Deutschland bietet der Statistische Bericht Haushalte und Familien.

    Diese Zahl der Woche ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter www.destatis.de/pressemitteilungen.

    Weitere Auskünfte:
    Bevölkerungsstatistische Auswertungen und Analysen aus dem Mikrozensus
    Telefon: +49 611 75 2262
    www.destatis.de/kontakt

    Pressekontakt:

    Statistisches Bundesamt
    Pressestelle
    www.destatis.de/kontakt
    Telefon: +49 611-75 34 44

    Quelle: Bei 63 % der Paare in Deutschland haben Frau und Mann den gleichen Bildungsstand / Bildungsunterschiede bei jüngeren Paaren geringer als bei älteren

  • Exporte im Juli 2026: -0,8 % zum Juni 2026

    Exporte im Juli 2026: -0,8 % zum Juni 2026

    WIESBADEN (ots) –

    Exporte (kalender- und saisonbereinigte Warenausfuhren), Juli 2026

    138,2 Milliarden Euro

    -0,8 % zum Vormonat

    +6,1 % zum Vorjahresmonat

    Importe (kalender- und saisonbereinigte Wareneinfuhren), Juli 2026

    116,9 Milliarden Euro

    -5,7 % zum Vormonat

    +3,0 % zum Vorjahresmonat

    Außenhandelsbilanz (kalender- und saisonbereinigt), Juli 2026

    21,3 Milliarden Euro

    Im Juli 2026 sind die deutschen Exporte gegenüber Juni 2026 kalender- und saisonbereinigt um 0,8 % und die Importe um 5,7 % gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Juli 2025 nahmen die Exporte um 6,1 % und die Importe um 3,0 % zu, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt.

    Im Juli 2026 wurden kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 138,2 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert und Waren im Wert von 116,9 Milliarden Euro nach Deutschland importiert. Die Außenhandelsbilanz schloss damit im Juli 2026 mit einem Überschuss von 21,3 Milliarden Euro ab. Im Juni 2026 hatte der kalender- und saisonbereinigte Außenhandelssaldo +15,4 Milliarden Euro betragen. Im Juli 2025 hatte er bei +16,8 Milliarden Euro gelegen.

    Außenhandel mit EU-Staaten

    In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im Juli 2026 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 78,0 Milliarden Euro exportiert und es wurden Waren im Wert von 59,6 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber Juni 2026 sanken die kalender- und saisonbereinigten Exporte in die EU-Staaten um 1,6 % und die Importe aus diesen Staaten um 6,1 %. In die Staaten der Eurozone wurden Waren im Wert von 53,9 Milliarden Euro (-2,8 %) exportiert und es wurden Waren im Wert von 39,9 Milliarden Euro (-6,5 %) aus diesen Staaten importiert. In die EU-Staaten, die nicht der Eurozone angehören, wurden Waren im Wert von 24,1 Milliarden Euro (+1,1 %) exportiert und es wurden Waren im Wert von 19,6 Milliarden Euro (-5,1 %) von dort importiert.

    Außenhandel mit Nicht-EU-Staaten

    In die Staaten außerhalb der EU (Drittstaaten) wurden im Juli 2026 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 60,2 Milliarden Euro exportiert und es wurden Waren im Wert von 57,4 Milliarden Euro aus diesen Staaten importiert. Gegenüber Juni 2026 stiegen die Exporte in die Drittstaaten um 0,2 % und die Importe von dort sanken um 5,3 %.

    Die meisten deutschen Exporte gingen im Juli 2026 in die Vereinigten Staaten. Dorthin wurden kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 14,4 Milliarden Euro exportiert, das waren 19,1 % mehr als im Juni 2026. Gegenüber dem Vorjahresmonat Juli 2025 waren die Exporte in die Vereinigten Staaten kalender- und saisonbereinigt um 28,3 % höher. Die Exporte in das Vereinigte Königreich nahmen im Vergleich zum Vormonat um 7,2 % auf 6,7 Milliarden Euro ab. Die Exporte in die Volksrepublik China sanken im Juli 2026 im Vergleich zum Juni 2026 um 9,5 % auf 5,6 Milliarden Euro.

    Die meisten Importe kamen im Juli 2026 aus der Volksrepublik China. Von dort wurden kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 15,2 Milliarden Euro eingeführt. Das waren 7,5 % weniger als im Vormonat. Die Importe aus den Vereinigten Staaten sanken um 8,2 % auf 7,9 Milliarden Euro. Die Importe aus dem Vereinigten Königreich nahmen im gleichen Zeitraum um 1,0 % auf 3,2 Milliarden Euro ab.

    Originalwerte für den Außenhandel (nicht kalender- und saisonbereinigt)

    Nominal (nicht kalender- und saisonbereinigt) wurden im Juli 2026 Waren im Wert von 143,1 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert und Waren im Wert von 121,0 Milliarden Euro nach Deutschland importiert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Juli 2025 stiegen die Exporte damit um 6,0 % und die Importe um 3,1 %. Die unbereinigte Außenhandelsbilanz schloss im Juli 2026 mit einem Überschuss von 22,2 Milliarden Euro ab. Im Juli 2025 hatte der Saldo +17,6 Milliarden Euro betragen.

    Methodische Hinweise:

    In allen Meldungen zu Konjunkturindikatoren sind die unterschiedlichen Vergleichszeiträume zu beachten. Im Fokus der Konjunkturbeobachtung steht der Vergleich der kalender- und saisonbereinigten Werte zum Vormonat/Vorquartal. Hieraus lässt sich die kurzfristige konjunkturelle Entwicklung ablesen. Der kalenderbereinigte Vorjahresvergleich dient einem längerfristigen Niveauvergleich und ist von saisonalen Schwankungen und Kalendereffekten unabhängig.

    Ausführliche Erläuterungen zur Kalender- und Saisonbereinigung enthält das Methodenpapier „Saisonbereinigung im Außenhandel“. Bei kalender- und saisonbereinigten Werten handelt es sich immer um errechnete fiktive Werte. Ein Vergleich zwischen bereinigten und unbereinigten (nominalen) Reihen ist daher nicht sinnvoll.

    Bei den Ergebnissen in dieser Pressemitteilung handelt es sich um vorläufige Ergebnisse der monatlichen Außenhandelsstatistik. Aussagen zu den Gründen für Veränderungen im Außenhandel insgesamt oder mit einzelnen Staaten oder Staatengruppen sind zu diesem frühen Zeitpunkt aufgrund noch nicht vorliegender Detailergebnisse nicht möglich.

    Weitere Informationen:

    Weitere kalender- und saisonbereinigte Ergebnisse der Außenhandelsstatistik bietet die Datenbank GENESIS-Online (Tabellen 51000-0020 und 51000-0021). Dort sind auch erste vorläufige nominale Ergebnisse des Berichtsmonats Juli 2026 abrufbar (Tabellen 51000-0002, 51000-0004 und 51000-0006). Diese ersten vorläufigen Ergebnisse werden am 21. September 2026 zeitgleich mit der Veröffentlichung der vollständigen Detailergebnisse für den Berichtsmonat (Tabellen 51000) aktualisiert.

    Ergebnisse zum Außenhandel sind auch im „Dashboard Konjunktur“ (www.dashboard-konjunktur.de) verfügbar. In diesem Datenportal bündelt das Statistische Bundesamt hochfrequente Indikatoren der amtlichen Statistik und weiterer Datenanbieter zu den Themen Wirtschaft und Finanzen sowie Arbeitsmarkt, Bauen und Energie.

    Diese Pressemitteilung ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter www.destatis.de/pressemitteilungen.

    Weitere Auskünfte:
    Außenhandel
    Telefon: +49 611 75 2481
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    Pressekontakt:

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    Quelle: Exporte im Juli 2026: -0,8 % zum Juni 2026

  • Stromerzeugung im 1. Halbjahr 2026: 6,5 % mehr Strom aus erneuerbaren Energien

    Stromerzeugung im 1. Halbjahr 2026: 6,5 % mehr Strom aus erneuerbaren Energien

    WIESBADEN (ots) –

    – Insgesamt 4,5 % mehr Strom produziert und eingespeist als im Vorjahreszeitraum
    – Windkraft mit deutlichem Anstieg um 12,3 % weiterhin wichtigste Energiequelle, gefolgt von Kohle, Photovoltaik und Erdgas
    – Stromimporte sinken um 8,7 %, Stromexporte steigen um 14,9 %

    Im 1. Halbjahr 2026 wurden in Deutschland 230,6 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt und in das Netz eingespeist. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen mitteilt, waren das 4,5 % mehr Strom als im 1. Halbjahr 2025 (220,7 Milliarden Kilowattstunden). Die Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energiequellen stieg dabei im Vergleich zum 1. Halbjahr 2025 um 6,5 % auf 136,4 Milliarden Kilowattstunden. Damit stammten 59,1 % des gesamten inländisch produzierten Stroms aus erneuerbaren Quellen (1. Halbjahr 2025: 58,0 %). Die Stromerzeugung aus konventionellen Energieträgern stieg im Vergleich zum

    1. Halbjahr 2025 um 1,7 % auf 94,2 Milliarden Kilowattstunden. Aufgrund der höheren Gesamtstromerzeugung sank der Anteil der konventionellen Energieträger aber auf einen Anteil von 40,9 % der inländischen Stromproduktion (1. Halbjahr 2025: 42,0 %).

    Mehr Strom aus Windkraft nach außergewöhnlich windarmem 1. Quartal 2025

    Die Stromproduktion aus Windkraft stieg im 1. Halbjahr 2026 gegenüber dem 1. Halbjahr 2025 um 12,3 % auf 67,7 Milliarden Kilowattstunden. Dadurch erhöhte sich ihr Anteil am gesamten inländisch produzierten und eingespeisten Strom auf 29,4 % (1. Halbjahr 2025: 27,3 %). Windkraft war damit im 1. Halbjahr 2026 weiterhin der wichtigste Energieträger in der Stromerzeugung. Im langfristigen Vergleich war die Stromerzeugung aus Windkraft im 1. Halbjahr 2026 allerdings durchschnittlich, die maßgebliche Ursache für den deutlichen Anstieg im Vorjahresvergleich war ein außergewöhnlich windarmes 1. Quartal 2025.

    Auch die Stromproduktion aus Photovoltaik nahm im 1. Halbjahr 2026 zu: Im Vergleich zum 1. Halbjahr 2025 erhöhte sie sich um 3,5 % auf 41,0 Milliarden Kilowattstunden. Mit 17,8 % der gesamten Strommenge (1 Halbjahr 2025: 18,0 %) war Photovoltaik erneut die drittwichtigste Energiequelle in der inländischen Stromerzeugung .

    Kohle trotz leichtem Rückgang der Stromproduktion zweitwichtigster Energieträger

    Die in Kohlekraftwerken erzeugte Strommenge sank im 1. Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht um 0,5 % auf 49,4 Milliarden Kilowattstunden und einen Anteil von 21,4 % der Gesamtstromenge (1. Halbjahr 2025: 22,5 %). Damit blieb Kohle der zweitwichtigste Energieträger in der inländischen Stromerzeugung.

    Die Stromerzeugung aus Erdgas legte dagegen um 6,4 % auf 38,0 Milliarden Kilowattstunden zu. Erdgas hatte damit einen Anteil von 16,5 % der Stromproduktion (1. Halbjahr 2025: 16,2 %) und war weiterhin der viertwichtigste Energieträger.

    Importüberschuss schrumpft von 8,3 auf 0,6 Milliarden Kilowattstunden

    Die nach Deutschland importierte Strommenge sank im 1. Halbjahr 2026 im Vergleich zum 1. Halbjahr 2025 um 8,7 % auf 34,5 Milliarden Kilowattstunden. Dagegen stieg die exportierte Strommenge um 14,9 % auf 33,9 Milliarden Kilowattstunden. Damit wurden 0,6 Milliarden Kilowattstundenmehr Strom aus dem Ausland importiert als dorthin exportiert. Im 1. Halbjahr 2025 hatte der Importüberschuss noch 8,3 Milliarden Kilowattstunden betragen.

    Der Rückgang des Importüberschusses führte zusammen mit der Zunahme der inländischen Produktion dazu, dass die in Deutschland verfügbare und nachgefragte Strommenge im 1. Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht um 1,0 % von 229,0 Milliarden Kilowattstunden im 1. Halbjahr 2025 auf 231,2 Milliarden Kilowattstunden im 1. Halbjahr 2026 anstieg.

    Energiemix im Wandel: Über ein Viertel mehr Strom aus erneuerbaren Quellen seit 2018

    Im langfristigen Trend ist ein deutlicher Wandel in der inländischen Stromerzeugung erkennbar: Während bis 2022 konventionelle Energieträger dominierten, wurde seit 2023 mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt. Im 1. Halbjahr 2026 wurde außer im Januar in allen Monaten mehr Strom aus erneuerbaren als aus konventionellen Energieträgern eingespeist. Gegenüber dem gleichen Zeitraum des Jahres 2018, dem ersten Jahr der Erhebung, wurden im 1. Halbjahr 2026 gut ein Viertel mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt und ins Netz eingespeist. Parallel dazu nahm die Stromerzeugung aus konventionellen Energiequellen deutlich ab. Waren im 1. Halbjahr 2018 noch 174,6 Milliarden Kilowattstunden aus fossilen Quellen eingespeist worden, halbierte sich dieser Wert fast auf 94,2 Milliarden Kilowattstunden im 1. Halbjahr 2026.

    Methodische Hinweise:

    In der Statistik erfasst werden alle Kraftwerke und Erzeugungsanlagen in Deutschland, die Strom in das Netz für die allgemeine Versorgung einspeisen. Nicht enthalten ist zum Beispiel Strom, der in Industriekraftwerken erzeugt und direkt in den Industriebetrieben wieder verbraucht wird oder Strom, der durch Photovoltaik-Anlagen privater Haushalte erzeugt und im Haushalt verbraucht wird. Die im Inland erzeugte und ins Netz eingespeiste Strommenge ist auch deshalb nicht gleichzusetzen mit dem Stromverbrauch, da auf dem Weg zu den Verbrauchsstellen sogenannte Netzverluste auftreten sowie der Saldo aus Stromimporten und -exporten berücksichtigt werden muss.

    Weitere Informationen:

    Weitere methodische Hinweise und Ergebnisse bietet die Themenseite „Energieerzeugung“ im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes.

    Weitere Daten und lange Zeitreihen zur Monatserhebung über die Stromein- und -ausspeisung bei Netzbetreibern können in der Datenbank GENESIS-Online über die Tabelle stromeinspeisende Anlagen (43312-0001) abgerufen werden.

    Einen Überblick über den Stromverbrauch und die Rolle von Stromimporten bietet das Erklärvideo „Woher kommt unser Strom?“.

    Daten zur Nettostromerzeugung und weitere Indikatoren zum Energiemarkt in Deutschland sind auch im „Dashboard Konjunktur“ (www.dashboard-konjunktur.de) verfügbar. In diesem Datenportal bündelt das Statistische Bundesamt hochfrequente Indikatoren der amtlichen Statistik und weiterer Datenanbieter zu den Themen Wirtschaft und Finanzen sowie Arbeitsmarkt, Bauen und Energie.

    Diese Pressemitteilung ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter www.destatis.de/pressemitteilungen.

    Weitere Auskünfte:
    Energiestatistik
    Telefon: +49 611 75 2929
    www.destatis.de/kontakt

    Pressekontakt:

    Statistisches Bundesamt
    Pressestelle
    www.destatis.de/kontakt
    Telefon: +49 611-75 34 44

    Quelle: Stromerzeugung im 1. Halbjahr 2026: 6,5 % mehr Strom aus erneuerbaren Energien

  • BearingPoint-Studie: Fossile Nachfrage bleibt in Deutschland länger bestehen als erwartet

    BearingPoint-Studie: Fossile Nachfrage bleibt in Deutschland länger bestehen als erwartet

    Frankfurt (ots) –

    Steigende Energiepreise verändern das Verhalten der Verbraucher, führen aber nicht automatisch zu einem Umstieg auf klimafreundlichere Energielösungen.

    Steigende Energie- und Kraftstoffpreise verändern bereits spürbar das Verhalten der Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland, lösen aber nicht automatisch Investitionen in klimafreundlichere Energielösungen aus. Laut einer repräsentativen Umfrage der Management- und Technologieberatung BearingPoint geben 38 Prozent der Befragten an, aufgrund der Energie- und Kraftstoffpreise der vergangenen zwölf Monate weniger Auto zu fahren. Gleichzeitig nutzt rund jeder vierte Befragte häufiger Alternativen: 11 Prozent nutzen häufiger den öffentlichen Nahverkehr, 13 Prozent das Fahrrad und 4 Prozent häufiger ein E-Auto. 42 Prozent der Befragten

    BearingPoint_ERT-Studie.jpg berichten, dass die Energie- und Kraftstoffpreise keine Auswirkungen auf ihr Mobilitätsverhalten hatten.

    Kein schneller Umstieg auf klimafreundlichere Energielösungen

    Die Umfrage zeigt allerdings auch, dass ein schneller flächendeckender Umstieg auf klimafreundlichere Energielösungen für viele Verbraucherinnen und Verbraucher derzeit nicht geplant ist. 53 Prozent der befragten Menschen in Deutschland geben an, in den nächsten zwei Jahren weder im Bereich Mobilität noch beim Heizen klimafreundlichere Energielösungen nutzen zu wollen. 15 Prozent planen einen Umstieg im Bereich Mobilität, etwa auf E-Auto oder Hybrid, und 11 Prozent planen einen Umstieg im Bereich Heizen, etwa auf Wärmepumpe oder Fernwärme.

    Hierbei zeigen sich deutliche Unterschiede nach Einkommen. Im unteren Einkommensdrittel planen nur 5 Prozent einen Umstieg im Bereich Mobilität und 4 Prozent im Bereich Heizen. Im oberen Einkommensdrittel sind es 21 Prozent bei der Mobilität und 16 Prozent beim Heizen.

    Das bedeutet: Die fossile Nachfrage verschwindet nicht abrupt. Sie bleibt am längsten dort bestehen, wo Kapital und Alternativen fehlen. Ablesbar ist das an weiterhin über 19 Millionen Öl- und Gasheizungen im Bestand, deren Zahl nur langsam zurückgeht. Öl und Gas werden damit planbar und über einen längeren Zeitraum gebraucht.

    Die Umfrage zeigt damit eine zentrale Herausforderung der Energietransformation: Preisänderungen führen meist schneller zu Verhaltensanpassungen als zu strukturellen Investitionsentscheidungen. Verbraucherinnen und Verbraucher können kurzfristig auf höhere Kosten reagieren, indem sie weniger Auto fahren, nicht notwendige Mobilität vermeiden oder häufiger auf ÖPNV und Fahrrad ausweichen. Der Schritt zu klimafreundlicheren Investitionen, etwa in E-Mobilität oder klimafreundlichere Heizsysteme, ist dagegen mit deutlich mehr Voraussetzungen verbunden und hängt stärker von Einkommen, Wirtschaftlichkeit und verfügbaren Alternativen ab.

    „Verbraucherinnen und Verbraucher reagieren auf steigende Energiepreise unmittelbar. Der Schritt vom Sparen zum Investieren fällt jedoch deutlich schwerer. Ob sich klimafreundliche Energielösungen durchsetzen, hängt deshalb vor allem von ihrer Wirtschaftlichkeit ab. Aus Unternehmensperspektive werden vergleichbare, bezahlbare, verlässliche und kundengerechte Angebote zum entscheidenden Erfolgsfaktor der Transformation“, sagt Nina London, Partnerin bei BearingPoint.

    Rund ein Drittel sieht Risiken oder Engpässe bei der Energieversorgung

    Im Rahmen der Umfrage hat BearingPoint auch untersucht, wie die Menschen in Deutschland das Thema Versorgungssicherheit beurteilen. Demnach halten 57 Prozent der Befragten die Energieversorgung der kommenden fünf Jahre für sicher. Allerdings sehen 40 Prozent diese Sicherheit nur mit Einschränkungen, rund ein Viertel rechnet mit Risiken und jeder Zehnte mit Engpässen. Zusammengenommen sieht damit rund ein Drittel der Befragten Risiken oder Engpässe bei der Energieversorgung.

    Bemerkenswert ist das vor dem Hintergrund der tatsächlichen Lage: Die physische Versorgung war auch in angespannten Phasen durchgehend gewährleistet. Von der Gasmangellage 2022 bis zu den jüngsten geopolitischen Spannungen kam es zu keinem Zeitpunkt zu einer Rationierung der Energieversorgung oder Abschaltung von Verbrauchern. Spürbar wurde die Belastung nicht an leeren Tanks, sondern an Preisen und Kosten.

    Genau darin liegt das Muster, das die Umfrageergebnisse sichtbar machen: Wahrgenommene Sicherheit ist heute weniger eine Frage physischer Verfügbarkeit als von Preis, Kosten und Vertrauen. Das zeigt sich auch in der Verteilung: Im oberen Einkommensdrittel fühlen sich 64 Prozent sicher, im unteren nur 45 Prozent.

    Für den Öl- und Gasmarkt heißt das: Resilienz bemisst sich nicht allein an Versorgungsmengen. Eine sinkende fossile Nachfrage erhöht die Sicherheit nicht automatisch. Sie kann den wirtschaftlichen Druck auf die Infrastruktur, die diese Versorgung trägt, sogar verstärken.

    Resilienz wird zur Investitions- und Steuerungsfrage

    Aus Sicht von BearingPoint entsteht die zentrale Herausforderung aus der Gleichzeitigkeit mehrerer Entwicklungen: Fossile Märkte schrumpfen langfristig, verschwinden aber nicht abrupt. Gleichzeitig müssen Netze, Lieferketten, Speicher, Raffinerie- und Vertriebsstrukturen zuverlässig weiterbetrieben werden. Unternehmen stehen damit vor der Aufgabe, kritische Infrastruktur für eine lange Übergangsphase zu sichern, während die wirtschaftliche Grundlage dieses Marktes perspektivisch abnimmt.

    Damit verschiebt sich die Resilienzfrage im Öl- und Gasmarkt. Es geht nicht nur darum, kurzfristige Engpässe zu vermeiden, sondern darum, den Übergang wirtschaftlich, technisch und gesellschaftlich tragfähig zu gestalten. Energieunternehmen müssen stärker segmentieren, welche Kundengruppen wann umsteigen können, welche weiterhin auf fossile Energieträger angewiesen sind und welche Investitionen notwendig bleiben, um Versorgungssicherheit auch in der Übergangsphase zu gewährleisten.

    „Die zentrale Frage lautet, wie kritische Infrastruktur in einer langen Übergangsphase wirtschaftlich, resilient und investierbar bleibt. Unternehmen müssen deshalb deutlich stärker steuern, welche Assets modernisiert, transformiert oder verkauft werden. Resilienz wird damit zunehmend zu einer Investitions- und Steuerungsfrage“, so Nina London.

    Über die Umfrage

    Die Daten basieren auf einer Online-Umfrage von BearingPoint über das Marktforschungsinstitut YouGov. Für die Befragung wurden im Zeitraum vom 3. bis 6. Juli 2026 insgesamt 2.016 Personen in Deutschland befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.

    Über BearingPoint

    BearingPoint ist eine unabhängige Management- und Technologieberatung mit europäischen Wurzeln und globaler Reichweite, die Unternehmen mithilfe moderner Technologien transformiert. Wir unterstützen Unternehmen bei der Transformation, indem wir fundiertes Branchenwissen mit starken Kompetenzen in Strategie, Geschäftsprozessen, Technologie und KI kombinieren. Unsere Beraterteams arbeiten dabei in unterschiedlichsten Industrien – immer nah am Kunden. Spezialisierte SAP- und Microsoft-Einheiten, ein starker Fokus auf KI sowie ergebnisorientierte Softwarelösungen ermöglichen maßgeschneiderte, innovative Lösungen für die Herausforderungen unserer Kunden.

    Zu BearingPoints Kunden gehören viele der weltweit führenden Unternehmen und Organisationen. Das globale Netzwerk von BearingPoint mit mehr als 15.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterstützt Kunden in über 70 Ländern und engagiert sich gemeinsam mit ihnen für einen messbaren und langfristigen Geschäftserfolg.

    BearingPoint gehört zu den TIME World’s Best Companies und den Forbes World’s Best Employers. Das Unternehmen ist zudem eine zertifizierte B Corporation, die hohe soziale und ökologische Standards erfüllt.

    Weitere Informationen:

    Homepage: www.bearingpoint.com

    LinkedIn: www.linkedin.com/company/bearingpoint

    Instagram: https://www.instagram.com/bearingpoint_dach/

    Pressekontakt:

    Alexander Bock
    Global Senior Manager Communications
    Tel: +49 89 540338029
    E-Mail: alexander.bock@bearingpoint.com

    Quelle: BearingPoint-Studie: Fossile Nachfrage bleibt in Deutschland länger bestehen als erwartet

  • Jan Skrzypczak von Kanzlei Kraftwerk verrät: So schaffen KI-Agenten neue Kapazitäten in Kanzleien

    Jan Skrzypczak von Kanzlei Kraftwerk verrät: So schaffen KI-Agenten neue Kapazitäten in Kanzleien

    Hemmingen (ots) –

    Hohe Nachfrage ist für Kanzleien eigentlich eine gute Nachricht. Treffen wachsende Arbeitsvolumina jedoch auf begrenzte personelle Ressourcen, wird Wachstum schnell zur Belastung. Gleichzeitig binden wiederkehrende Aufgaben wertvolle Arbeitszeit. Wie KI-Agenten hier neue Kapazitäten schaffen können, ohne dass der Personalbedarf im gleichen Maß wächst, erfahren Sie hier.

    Steuerberater, Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer haben häufig kein Nachfrageproblem – im Gegenteil: Zusätzliche Mandate und wachsende Arbeitsvolumina versprechen eigentlich gute Geschäfte. Doch vielerorts fehlen die nötigen Kapazitäten, um dieses Potenzial auch wirtschaftlich zu nutzen. Begrenzte personelle Ressourcen treffen auf steigende Personalkosten, wachsende regulatorische Anforderungen und immer mehr administrative Aufgaben. Gleichzeitig verbringen selbst hochqualifizierte

    1_quer.jpeg Fachkräfte weiterhin einen Teil ihrer Arbeitszeit mit wiederkehrenden Tätigkeiten. Zusätzliche Mandate verschärfen diesen Engpass weiter, weil mit dem Arbeitsvolumen auch der Bedarf an menschlicher Arbeitszeit steigt. „Kanzleien, die repetitive Arbeit nicht automatisieren, werden Wachstum irgendwann mit Überlastung, steigenden Personalkosten oder abgelehnten Mandaten bezahlen“, warnt Jan Skrzypczak, Gründer und Geschäftsführer von Kanzlei Kraftwerk.

    „Der entscheidende Hebel liegt darin, wiederkehrende Arbeit aus den manuellen Prozessen herauszulösen. Wenn digitale Mitarbeiter einen Großteil dieser Aufgaben übernehmen, können Kanzleien mehr Arbeitsvolumen bewältigen, ohne dass der Personalbedarf im gleichen Maß wächst“, so Jan Skrzypczak weiter. Genau hier setzt er mit Kanzlei Kraftwerk an. Seit mehr als 20 Jahren beschäftigt sich Skrzypczak mit Software, KI, Digitalisierung, Technologie und komplexen Kundenprojekten, davon rund zwölf Jahre in internationalen Führungsfunktionen bei einem großen Softwareunternehmen. Heute entwickelt Kanzlei Kraftwerk KI-Agenten, digitale Mitarbeiter und automatisierte Workflows für Steuerberater, Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer und integriert sie unter anderem in DATEV, Microsoft 365, Outlook und Dokumentenmanagementsysteme. Das Ziel: Arbeitsabläufe so zu verändern, dass repetitive Tätigkeiten automatisiert erledigt und menschliche Kapazitäten für wertschöpfende Aufgaben frei werden.

    Kanzlei Kraftwerk: Der Prozess bestimmt den wirtschaftlichen Hebel

    Am Anfang einer sinnvollen Automatisierung steht keine Softwareentscheidung, sondern die Analyse des bestehenden Arbeitsablaufs. Wie häufig fällt ein Vorgang an? Wie viel Arbeitszeit bindet er? Wie viele Mitarbeiter sind daran beteiligt und welche Systeme müssen dafür genutzt werden? Erst wenn diese Faktoren bekannt sind, lässt sich beurteilen, an welcher Stelle eine Automatisierung den größten wirtschaftlichen Effekt erzielen kann. „Dabei fällt immer wieder auf, dass der größte Hebel oft nicht in der Aufgabe liegt, die am kompliziertesten wirkt, sondern bei Prozessen, die jeden Tag immer wieder wertvolle Arbeitszeit binden“, erklärt Jan Skrzypczak.

    Dabei muss längst nicht jeder Arbeitsschritt mit künstlicher Intelligenz gelöst werden. Für klar regelbasierte Aufgaben kann eine klassische Automatisierung schneller, stabiler und kostengünstiger sein. Auch bei der Wahl eines KI-Modells zählt nicht, welches System am bekanntesten oder leistungsstärksten erscheint, sondern welches für die konkrete Aufgabe die beste Kombination aus Qualität, Geschwindigkeit, Stabilität und Kosten bietet. Entscheidend ist damit nicht die Zahl der eingesetzten KI-Tools, sondern wie viel manuelle Arbeitszeit ein wiederkehrender Prozess nach der Umstellung noch bindet.

    Wie digitale Mitarbeiter ganze Prozessketten übernehmen

    Besonders groß ist das Automatisierungspotenzial, wenn digitale Mitarbeiter ganze Prozessketten übernehmen. Darin liegt ein wesentlicher Unterschied zur punktuellen Nutzung eines Chatbots. Während ein Mitarbeiter bei ChatGPT beispielsweise eine Analyse anstößt und das Ergebnis anschließend selbst weiterverarbeitet, können KI-Agenten mehrere aufeinanderfolgende Arbeitsschritte innerhalb eines definierten Ablaufs verbinden. Sie greifen auf benötigte Daten und Systeme zu, verarbeiten Informationen und stoßen eigenständig die nächsten vorgesehenen Schritte an. Bei komplexeren Aufgaben können zudem spezialisierte Agenten eingebunden werden. Der Mensch bleibt an festgelegten Entscheidungs-, Prüf- und Freigabepunkten Teil des Prozesses.

    Einsatzmöglichkeiten gibt es beispielsweise bei Steuerbescheidprüfungen, Jahresabschlüssen, Vertragsprüfungen, der Mandantenkommunikation oder BWA-Analysen. Viele dieser Prozesse bestehen aus wiederkehrenden Schritten: Dokumente müssen zugeordnet, Informationen aus verschiedenen Systemen zusammengeführt, Inhalte verarbeitet und Folgeaufgaben angestoßen werden. Digitale Mitarbeiter können diese Schritte zu einem durchgängigen Ablauf verbinden und damit den manuellen Aufwand reduzieren. „Der entscheidende Kapazitätsgewinn entsteht, wenn ein Vorgang nicht nach jedem einzelnen Schritt wieder auf dem Schreibtisch eines Mitarbeiters landet, sondern automatisiert weiterläuft“, erklärt Jan Skrzypczak.

    Steuerbescheidprüfung: Wie Automatisierung neue Kapazitäten schafft

    Wie viel Arbeitszeit sich durch digitale Mitarbeiter einsparen lässt, zeigt die Steuerbescheidprüfung. Geht ein neuer Bescheid ein, muss dieser zunächst erkannt und dem richtigen Mandanten sowie den zugehörigen Daten und Dokumenten zugeordnet werden. Anschließend folgt der inhaltliche Abgleich. Dabei wird geprüft, ob die Angaben im Bescheid mit den vorliegenden Informationen übereinstimmen und ob sich Abweichungen ergeben. Ist das der Fall, müssen diese fachlich bewertet und die erforderlichen Folgeschritte eingeleitet werden. Nach Angaben von Jan Skrzypczak nimmt dieser Ablauf bei einer klassischen Steuerbescheidprüfung je nach Fall durchschnittlich etwa 15 Minuten in Anspruch. Bei einer 4- oder 5-stelligen Anzahl eingehender Bescheide summiert sich dieser Aufwand über das Jahr schnell auf mehrere Tausend Arbeitsstunden.

    An dieser Prozesskette setzt Kanzlei Kraftwerk an. Der digitale Mitarbeiter übernimmt wiederkehrende Arbeitsschritte wie das Erkennen und Zuordnen eingehender Bescheide, den Abgleich mit vorhandenen Informationen, das Schreiben an den Mandanten oder die Finanzbehörde und die Vorbereitung weiterer Schritte. Fachkräfte werden gezielt nur dann eingebunden, wenn eine fachliche Bewertung, Entscheidung oder Freigabe erforderlich ist. Ansonsten läuft dieser Prozess automatisiert im Hintergrund, ohne dass der Mitarbeiter noch manuell eingreifen muss. Bei geeigneten Prozessen kann Kanzlei Kraftwerk den bisherigen manuellen Aufwand nach eigenen Angaben um bis zu 80 Prozent reduzieren. Wie hoch die Entlastung tatsächlich ausfällt, hängt vom jeweiligen Prozess sowie den technischen und organisatorischen Voraussetzungen der Kanzlei ab.

    Besonders bei hohen Fallzahlen wird daraus ein wirtschaftlicher Vorteil. Werden pro Bescheid wiederkehrende manuelle Arbeitsschritte reduziert, summiert sich die eingesparte Zeit über das Jahr zu beträchtlichen Kapazitätsgewinnen. Kanzleien können dadurch mit ihrem bestehenden Team ein größeres Arbeitsvolumen bewältigen und zusätzliche Mandate betreuen, ohne ihre Mitarbeiterzahl im gleichen Verhältnis erhöhen zu müssen. Gleichzeitig bleibt Steuerberatern, Rechtsanwälten und Wirtschaftsprüfern mehr Zeit für Beratung, fachliche Einordnung und komplexe Entscheidungen. „Digitale Mitarbeiter sollen Fachkräfte nicht aus dem Prozess drängen. Sie sollen ihnen den Rücken für genau die Aufgaben freihalten, für die ihre Expertise wirklich gebraucht wird“, erklärt Jan Skrzypczak.

    Ein weiteres großes Automatisierungspotenzial sieht Kanzlei Kraftwerk bei der Erstellung und Prüfung von Jahresabschlüssen. Je nach Kanzlei und Mandatsstruktur können Fachkräfte auch hier erhebliche Arbeitszeit in wiederkehrende Prozessschritte investieren. Wesentliche Teile dieser Abläufe hat das Team bereits automatisiert. Aktuell arbeitet Kanzlei Kraftwerk vor allem an den noch offenen Schnittstellen zwischen den beteiligten Systemen. Ziel ist es, künftig auch diesen komplexen Prozess möglichst weitgehend automatisiert und systemübergreifend abzubilden.

    Jan Skrzypczak: Von der KI-Demo zum belastbaren Kanzleiprozess

    Damit die beschriebenen Effekte im Kanzleialltag tatsächlich entstehen, reicht eine technisch überzeugende KI-Demo nicht aus. Vorgefertigte Automatisierungsbausteine können die Umsetzung beschleunigen, müssen aber an die jeweilige Kanzlei angepasst werden. Systeme, Daten, Dokumenttypen, Berechtigungen und bestehende Arbeitsabläufe unterscheiden sich und erst im produktiven Einsatz mit realen Daten, Schnittstellen und möglichen Fehlerfällen zeigt sich, ob eine Lösung dauerhaft funktioniert. „Die Herausforderung besteht nicht darin, irgendein Sprachmodell mit Daten zu verbinden. Entscheidend ist, daraus einen wirtschaftlichen und belastbaren End-to-End-Prozess zu bauen, der im Kanzleialltag zuverlässig funktioniert“, erklärt Jan Skrzypczak.

    Genau darin sieht Kanzlei Kraftwerk einen wesentlichen Teil der eigenen Aufgabe. KI ist dabei nur ein Bestandteil der technischen Architektur. Je nach Prozess werden klassische Automatisierung, Schnittstellen, Workflows, Datenverarbeitung und unterschiedliche KI-Modelle miteinander kombiniert. Dabei müssen nicht nur die einzelnen technischen Komponenten zusammenspielen, sondern auch die bestehenden Abläufe und Zuständigkeiten innerhalb der Kanzlei berücksichtigt werden. „Aus meiner Erfahrung scheitert Digitalisierung selten an der Technologie selbst. Entscheidend ist, Prozesse, Systeme und Verantwortlichkeiten so zusammenzubringen, dass die Lösung auch im täglichen Betrieb zuverlässig funktioniert“, erklärt Jan Skrzypczak.

    Dazu gehören auch Datenschutz, Informationssicherheit und Governance sowie je nach Anwendungsfall regulatorische Anforderungen. Gleichzeitig muss festgelegt werden, an welchen Stellen weiterhin eine menschliche Prüfung, Entscheidung oder Freigabe erforderlich ist. Kanzlei Kraftwerk begleitet die Automatisierung deshalb nicht nur technisch, sondern integriert die entwickelten Lösungen in die vorhandenen Systeme und Prozesse der Kanzlei. Erst wenn der automatisierte Ablauf unter realen Bedingungen zuverlässig funktioniert, wird aus einem KI-Projekt ein produktiv nutzbarer Kanzleiprozess.

    Kanzlei Kraftwerk: Was eine AI-First-Kanzlei ausmacht

    Für Jan Skrzypczak führt diese Entwicklung langfristig zur AI-First-Kanzlei. Gemeint ist damit nicht eine Kanzlei, die möglichst viele KI-Tools einsetzt. Vielmehr werden geeignete Arbeitsabläufe von Beginn an so organisiert, dass wiederkehrende Prozessschritte weitgehend automatisiert im Hintergrund ablaufen und Mitarbeiter gezielt dort eingreifen, wo ihre fachliche Expertise erforderlich ist.

    „Eine AI-First-Kanzlei fragt nicht zuerst, wo sie noch ein KI-Tool einsetzen kann. Sie fragt, welche Arbeit überhaupt noch manuell erledigt werden muss“, erklärt Jan Skrzypczak. Genau diesen Perspektivwechsel verfolgt Kanzlei Kraftwerk: Künstliche Intelligenz wird nicht zum Selbstzweck, sondern zum Werkzeug, um Kanzleiprozesse grundlegend produktiver aufzustellen. Das übergeordnete Ziel ist, zusätzliche Kapazitäten zu schaffen und Wachstum zu ermöglichen, ohne dass der Bedarf an menschlicher Arbeitszeit im gleichen Verhältnis steigt.

    Sie möchten wiederkehrende Prozesse in Ihrer Kanzlei automatisieren und dadurch neue Kapazitäten schaffen? Dann melden Sie sich bei Jan Skrzypczak und seinem Team von Kanzlei Kraftwerk (https://kanzleikraftwerk.de/) und vereinbaren Sie einen Termin!

    Pressekontakt:

    KANZLEI KRAFTWERK
    eine Marke der RetailTech Talents GmbH
    Vertreten durch: Jan Skrzypczak
    E-Mail: kontakt@kanzleikraftwerk.de
    Website: https://kanzleikraftwerk.de/

    Quelle: Jan Skrzypczak von Kanzlei Kraftwerk verrät: So schaffen KI-Agenten neue Kapazitäten in Kanzleien

  • Radsportbegeisterte erobern Kitzbühel

    Radsportbegeisterte erobern Kitzbühel

    Kitzbühel (ots) –

    Zwei internationale Top-Veranstaltungen, neue Rekorde und drei Weltmeisterinnen aus Kitzbühel

    Kitzbühel stand am vergangenen Wochenende ganz im Zeichen des Radsports. Mit der 41. Rotary Rad-Weltmeisterschaft und dem 6. Kitzbüheler Radmarathon fanden gleich zwei hochkarätige Veranstaltungen in der Gamsstadt statt. Internationale TeilnehmerInnen, sportliche Höchstleistungen, ein neuer Teilnehmerrekord und drei Weltmeisterinnen aus Kitzbühel prägten ein außergewöhnliches Radsportwochenende.

    Radsport ist in Kitzbühel nicht nur ein Eventthema, sondern Teil einer tief verankerten Outdoor-Kompetenz und der strategischen Entwicklung der Destination. „Wir freuen uns sehr, dass Kitzbühel innerhalb weniger Tage Gastgeber zweier solch renommierter Radsportveranstaltungen war. Unser Anspruch ist es, die Qualität unserer Angebote

    20260907-ONA0003-1-1.jpg laufend weiterzuentwickeln. Veranstaltungen dieser Größenordnung machen diese Kompetenz auch international sichtbar. Unser herzlicher Dank und Glückwunsch gelten allen Sportlerinnen und Sportlern sowie den engagierten Veranstaltern“, so Dr. Viktoria Veider-Walser, Geschäftsführerin von Kitzbühel Tourismus.

    Weltpremiere in Österreich: Die Rotary Rad-Weltmeisterschaft in Kitzbühel

    Mit der 41. Rotary Rad-Weltmeisterschaft fand erstmals eine Ausgabe dieser internationalen Meisterschaft in Österreich statt. Vom 02. bis 06. September wurde Kitzbühel zum Treffpunkt der internationalen Rotary-Radsportfamilie. TeilnehmerInnen aus 14 Nationen reisten in die Gamsstadt – die weiteste Anreise führte aus Taiwan nach Tirol.

    Neben dem sportlichen Wettbewerb standen der internationale Austausch und gemeinsame Erlebnisse im Mittelpunkt. Sportlich beschritt die Rotary Cycling Fellowship Austria in Kitzbühel neue Wege: Ein neuer Rennmodus mit unterschiedlichen Segmenten über 68 Kilometer mit flachem und bergauf führendem Einzelzeitfahren stieß auf positive Resonanz. Bereits beim Hill Climb auf das Kitzbüheler Horn wurden die „Queen & King of the Mountains“ ermittelt.

    Die internationale Weltmeisterschaft wurde auch zu einem besonderen Erfolg für den Radsportstandort Kitzbühel mit drei heimischen rotarischen Weltmeisterinnen: Helene Stanger, Tochter des Initiators Raimund Stanger, Anne Götzendorfer sowie Dr. Viktoria Veider-Walser, Geschäftsführerin von Kitzbühel Tourismus.

    1.800 StarterInnen: Kitzbüheler Radmarathon setzt neuen Rekord

    Nur einen Tag später ging die Radsportwoche mit dem 6. Kitzbüheler Radmarathon in ihr nächstes Highlight über. Seit seiner Weltpremiere 2021 kennt die Entwicklung der Veranstaltung nur eine Richtung: bergauf.

    Mit 1.800 StarterInnen erreichte die sechste Auflage einen neuen Teilnehmerrekord. Nachdem das Rennen im Vorjahr mit rund 1.500 TeilnehmerInnen erstmals ausverkauft war, wurde das Startkontingent für 2026 nochmals deutlich erhöht – mit enormer Nachfrage nach den zusätzlichen Plätzen.

    In nur wenigen Jahren hat sich der Kitzbüheler Radmarathon einen ausgezeichneten Ruf in der internationalen Radsportszene erarbeitet. Herzstück ist die selektive und spektakuläre Strecke über 216 Kilometer und 4.600 Höhenmeter durch Tirol und die angrenzenden Alpenregionen. Das Grande Finale wartet am Ende: das Kitzbüheler Horn. Österreichs steilster Radberg verlangt den TeilnehmerInnen nach mehr als 200 Kilometern noch einmal alles ab. Auf rund zehn Kilometern führen Steigungen von bis zu 22 Prozent und rund 900 Höhenmeter hinauf zum Alpenhaus.

    Radsport als strategisches Erfolgsmuster in Kitzbühel

    Die beiden Großveranstaltungen sind zugleich Ausdruck einer Radsportkompetenz, die in Kitzbühel weit über einzelne Eventtage hinausgeht. Die Region verfügt mit dem Kitzbüheler Horn über Österreichs steilsten Radberg und einen der bekanntesten Anstiege der internationalen Radsportszene. Die Panoramastraße gilt mit ihren extremen Steigungen als legendäre Herausforderung für RennradfahrerInnen.

    Darüber hinaus bietet Kitzbühel ein vielfältiges Angebot für Rennrad, Mountainbike und Gravelbike sowie zahlreiche Bike Trails für unterschiedliche Ansprüche. Mehr als 1.000 Kilometer an Radtouren führen durch Täler, über Pässe und zu alpinen Anstiegen und eröffnen vielfältige Möglichkeiten für Training und sportliche Ausfahrten.

    Die Bedeutung des Radsports ist dabei Teil des Markenbildungsprozesses. Im Rahmen des Erfolgsmusters Outdoor Active positioniert sich Kitzbühel als vielseitige Outdoor-Destination, in der Bewegung, Naturerlebnis und sportliche Aktivität ganzjährig zusammenspielen. Bike, Wandern und weitere Outdoor-Erlebnisse werden dabei zunehmend vernetzt und als gemeinsames Markenerlebnis gedacht.

    Um das Angebot gezielt weiterzuentwickeln und bestehende Aktivitäten besser abzustimmen, wurde zudem eine eigene Bike ARGE gegründet. Kitzbühel Tourismus arbeitet dabei gemeinsam mit der Bergbahn AG Kitzbühel und dem Tourismusverband Kitzbüheler Alpen – Brixental an der Weiterentwicklung und Bündelung der Angebote im Bike- und Radsportbereich.

    Bilder finden Sie unter

    https://medien.kitzbuehel.com/share/17887849424vNBrR3NA9KXnq/media

    Informationen zur Destination Kitzbühel finden Sie unter kitzbuehel.com

    Pressekontakt:

    Kitzbühel Tourismus
    Mag. (FH) Anna Lena Obermoser, MA
    Telefon: +43 5356 66660 16
    E-Mail: a.obermoser@kitzbuehel.com
    Website: presse.kitzbuehel.com

    Quelle: Radsportbegeisterte erobern Kitzbühel

  • Neue Führung für Danone in Deutschland, Österreich und der Schweiz

    Neue Führung für Danone in Deutschland, Österreich und der Schweiz

    Frankfurt (ots) –

    Der langjährige Danone-Manager Jean-Yves Krummenacher übernimmt ab November 2026 als General Manager DACH die Geschäftsführung von Danone in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Er folgt auf Richard Trechman, der Danone verlassen wird, um eine neue berufliche Herausforderung außerhalb des Unternehmens anzunehmen.

    Jean-Yves Krummenacher verfügt über mehr als 25 Jahre internationale Erfahrung bei Danone und hat in verschiedenen Führungsfunktionen die Entwicklung des Unternehmens entscheidend mitgeprägt. Zuletzt war der Schweizer und französische Staatsbürger als Global Chief Procurement Officer für die globale Beschaffungsstrategie von Danone verantwortlich und führte gleichzeitig das weltweite Handels- und Beschaffungsgeschäft als Geschäftsführer. Zuvor bekleidete Krummenacher verschiedene Führungspositionen

    Jean-Yves Krummenacher.jpg in Europa, Asien und Lateinamerika in den Bereichen Vertrieb, Einkauf oder Nachhaltigkeit.

    In seiner neuen Funktion wird Krummenacher die Weiterentwicklung des DACH-Geschäfts verantworten und die Wachstumsstrategie von Danone in der Region konsequent vorantreiben. Sein Fokus liegt auf der Stärkung der Marktposition von Danone, der Weiterentwicklung des erfolgreichen Markenportfolios, sowie der Förderung von Innovationen, die den Bedürfnissen von Verbraucher:innen gerecht werden, begleitet von dem Anspruch, eine Unternehmenskultur zu fördern, in der Menschen wachsen und sich weiterentwickeln können. Nicht zuletzt über den Ausbau partnerschaftlicher Kundenbeziehungen möchte er die Mission des Unternehmens vorantreiben, die Gesundheit so vieler Menschen wie möglich durch Ernährung zu fördern.

    Krummenacher zu seiner neuen beruflichen Herausforderung: „Mit unseren gesundheitsorientierten Kategorien und starken Marken verfügen wir über beste Voraussetzungen, einen Wert für unsere Kunden und Konsument:innen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu schaffen. Ich glaube fest an die Kraft enger Partnerschaften entlang der gesamten Wertschöpfungskette, um gemeinsam Mehrwerte zu schaffen und nachhaltiges Wachstum zu beschleunigen.“

    Jean-Yves Krummenacher wird Teil des regionalen Führungsteams für Europa, den Nahen Osten und Afrika (EMEA) sein und an Pablo Perversi, Präsident EMEA, berichten. Krummenacher ist verheiratet und hat drei Kinder.

    Pressekontakt:

    pressestelle@danone.com

    Quelle: Neue Führung für Danone in Deutschland, Österreich und der Schweiz

  • Investorensuche für großes Chemiewerk in Leuna ist gescheitert

    Investorensuche für großes Chemiewerk in Leuna ist gescheitert

    WirtschaftChemie (ots) –

    Halle. Das große Chemiewerk des insolventen Unternehmens Leuna Polyamid droht, eine Industrieruine zu werden. „Wir haben bisher leider kein verbindliches Angebot eines Investors erhalten“, sagte Geschäftsführer Martin Naundorf der in Halle erscheinenden Mitteldeutschen Zeitung (Dienstag-Ausgabe). Die Anlagen würden bis Ende September noch produzieren, um Kundenaufträge abzuarbeiten. „Danach wollen wir die Anlagen in Eigenregie herunterfahren“, so Naundorf. Das werde 15 bis 20 Tage dauern. Etwa 400 Beschäftigte sind betroffen.

    Leuna Polyamid aus Leuna (Saalekreis) war als Auffanggesellschaft gegründet worden und hatte am 1. April das insolvente Domo-Werk übernommen. In den Anlagen werden Kunststoffe und Düngemittel produziert. Doch zweieinhalb Monate nach dem Neustart geriet auch Leuna Polyamid in Schieflage und meldete Insolvenz in Eigenverwaltung an. Als Grund für die gescheiterte Investorensuche nennt Naundorf den enormen Preisdruck chinesischer Anbieter.

    Pressekontakt:

    Mitteldeutsche Zeitung
    Marc Rath
    Telefon: 0345 565 4200
    marc.rath@mz.de

    Quelle: Investorensuche für großes Chemiewerk in Leuna ist gescheitert

  • Gegen Marketinghologramme: Counterpart Group fordert Human in Charge

    Gegen Marketinghologramme: Counterpart Group fordert Human in Charge

    Köln (ots) –

    Kölner Kommunikationsagentur warnt vor der Verwechslung von professionell wirkendem KI-Output mit belastbarer Substanz – und erklärt menschliche Urteilskraft zum zentralen Wert moderner Marketingberatung.

    Aus einem ersten Gedanken wird mit KI heute in Minuten ein präsentationsreifes Konzept. Was fertig aussieht, muss aber noch lange nicht fertig durchdacht sein. Die Counterpart Group nennt solche Ergebnisse Marketinghologramme: Sie wirken professionell, schlüssig und nahezu dreidimensional, halten aber nicht stand, wenn man sie zu greifen versucht und hinterfragt. Zum 35-jährigen Bestehen formuliert die Kölner Kommunikationsagentur daraus eine klare Haltung: KI soll Tempo machen. Richtung, Einordnung und Verantwortung müssen beim Menschen bleiben.

    „Wir erleben

    Counterpart_Group_Judith_Dobner_16_9.jpg gerade eine enorme Verschiebung: Output lässt sich heute in einer Qualität und Geschwindigkeit erzeugen, von der wir noch vor wenigen Jahren nur träumen konnten“, sagt Judith Dobner, Geschäftsführerin der Counterpart Group. „Das ist fantastisch. Gleichzeitig steigt damit aber die Gefahr, dass wir professionelle Form mit inhaltlicher Substanz verwechseln. Ein Ziel ist plötzlich sauber formuliert, obwohl es nie wirklich geklärt wurde. Aus einer Annahme wird ein Fakt. Ein Zusammenhang klingt logisch, obwohl ihn niemand überprüft hat. KI kann solche Unschärfen verdammt überzeugend aussehen lassen.“

    KI macht menschliche Urteilskraft wichtiger

    Dass generative KI viele Aufgaben im Arbeitsalltag deutlich beschleunigen kann, ist inzwischen wissenschaftlich belegt. Eine in der Fachzeitschrift Science veröffentlichte Studie von Shakked Noy und Whitney Zhang zeigte: Bei beruflichen Schreibaufgaben benötigten Teilnehmende mit ChatGPT deutlich weniger Zeit und erzielten zugleich bessere Ergebnisse.

    Dass der Nutzen stark von der jeweiligen Aufgabe abhängen kann, dokumentiert auch ein Feldexperiment von Forschenden der Harvard Business School mit Beraterinnen und Beratern der Boston Consulting Group. Innerhalb der Leistungsgrenzen der eingesetzten KI verbesserten sich Geschwindigkeit und Qualität deutlich. Bei einer komplexen Managementaufgabe außerhalb dieser Grenzen führte die KI-Nutzung dagegen häufiger zu falschen Lösungen.

    Für die Counterpart Group liegt genau darin die entscheidende Frage für Marketing und Kommunikation: Wer erkennt, wann ein überzeugendes Ergebnis tatsächlich trägt und wann nur die Oberfläche glänzt?

    „Wenn KI uns in kürzester Zeit 20 Ideen, drei Strategierouten oder 50 Präsentationsfolien liefert, ist unsere Leistung nicht, alles ungefiltert weiterzugeben“, erklärt Judith Dobner. „Unser Wert liegt vielmehr darin, zu wissen, was zur Marke passt, welche Annahme belastbar ist und welchen Weg wir bewusst verwerfen. 50 Folien zu produzieren ist heute leicht. Zu wissen, welche zehn davon wirklich gebraucht werden, ist Beratung.“

    Das Tückische am Marketinghologramm

    Marketinghologramme entstehen, weil KI einem Gedanken sehr früh den Anschein von Reife geben kann. Was professionell formuliert und schlüssig präsentiert ist, wirkt schnell belastbarer, als es tatsächlich ist. Für Unternehmen und Agenturen entsteht daraus ein neues Qualitätsproblem, denn selbst ungeprüfte Annahmen können plötzlich erstaunlich überzeugend wirken.

    „Genau deshalb hinterfragen wir auch das, was auf den ersten Blick längst fertig aussieht“, betont Judith Dobner. „Denn aus einer kleinen Unschärfe kann mit KI sehr schnell ein ziemlich großes Konstrukt werden. Wir bauen lieber einmal zurück als auf einem Marketinghologramm weiter auf.“

    „Human in the Loop“ ist für Strategien zu wenig

    Der Counterpart Group geht deshalb das viel verwendete Prinzip „Human in the Loop“ nicht weit genug. Bei standardisierten und wiederholbaren Prozessen sei das Modell zwar sinnvoll. Strategische und kreative Entscheidungen funktionieren jedoch anders. Hier gibt es häufig kein eindeutig richtiges Ergebnis, das am Ende lediglich kontrolliert werden muss. Vielmehr entscheiden Kontext, Erfahrung, Unternehmenswissen und der Mut zum Widerspruch darüber, welche Richtung sinnvoll ist. Die Counterpart Group spricht deshalb bewusst von „Human in Charge“.

    „Ein Mensch, der am Ende nur auf Freigabe drückt, ist zwar im Loop. Er ist aber noch lange nicht in Charge“, so Judith Dobner. „Wer sein Handwerk beherrscht, weiß, wie ein belastbares Ergebnis zustande kommt, mit oder ohne KI. Nur so können wir beurteilen, ob KI sinnvoll beschleunigt, entscheidende Schritte überspringt oder fachlich komplett falsch abbiegt. Human in Charge heißt für uns, uns diese Souveränität zu bewahren.“

    Die Technologie verändert sich, der Qualitätsanspruch nicht

    Die Counterpart Group wurde 1991 gegründet und feiert 2026 ihr 35-jähriges Bestehen. „Wir haben in all dieser Zeit Veränderungen nie ausgesessen, sondern angenommen und nutzbar gemacht“, so Judith Dobner. „Bei KI ist es nicht anders. Doch auch das beste Werkzeug ersetzt nicht die Fähigkeit, die richtigen Fragen zu stellen oder einem Kunden auch einmal zu sagen: Das sieht hervorragend aus, machen wir aber trotzdem nicht.“

    Diese Haltung verändert auch den Blick auf Effizienz. Wenn KI Arbeitsschritte schneller erledigt, muss die gewonnene Zeit nicht automatisch wieder mit mehr Output gefüllt werden. Sie kann stattdessen genutzt werden, um genauer hinzusehen und bessere Entscheidungen zu treffen. Für Judith Dobner ist das die eigentliche Chance der aktuellen Entwicklung: „Wir können uns durch KI endlich wieder mehr Zeit fürs Denken leisten. Unsere Kundinnen und Kunden sollen die Effizienz bekommen, die heute möglich ist. Aber sie dürfen von uns genauso erwarten, dass Geschwindigkeit nicht auf Kosten der Auseinandersetzung geht.“ Das Counterpart-Credo für die KI-Ära: KI an. Den Kopf aber auch.

    Mehr zum Thema erfahren Interessierte unter www.counterpart.de

    Über die Counterpart Group

    Die Counterpart Group ist eine inhabergeführte Kommunikationsagentur aus Köln. Seit 1991 begleitet sie mittelständische Unternehmen, Marken und Institutionen in den Bereichen Strategie, Markenführung, Content, digitales Marketing und Reputation. Public Relations und Krisenkommunikation bündelt die Agentur in ihrer PR-Unit Public Affairs. Ein besonderer Fokus liegt darauf, wie Unternehmen in Medien, Suchmaschinen und KI-Systemen wahrgenommen und eingeordnet werden.

    Abdruck honorarfrei.

    Hinweis für die Redaktion

    Die in der Pressemitteilung genannten Studien sind hier abrufbar:

    – Noy, Shakked; Zhang, Whitney (2023): Experimental evidence on the productivity effects of generative artificial intelligence, Science. Link (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37440646/)
    – Dell’Acqua, Fabrizio et al. (2023): Navigating the Jagged Technological Frontier: Field Experimental Evidence of the Effects of Artificial Intelligence on Knowledge Worker Productivity and Quality, Harvard Business School Working Paper. Link (https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=4573321)

    Pressekontakt:

    Counterpart Group GmbH
    Sonja Müller, Judith Derichs
    Kamekestraße 21
    50672 Köln
    Tel. + 49 221 951441-49, + 49 221 951441-74
    sonja.mueller@counterpart.de, judith.derichs@counterpart.de
    www.counterpart.de · www.public-affairs.de

    Geschäftsführerin: Judith Dobner
    Amtsgericht Köln, HRB 64977

    Quelle: Gegen Marketinghologramme: Counterpart Group fordert Human in Charge