Schlagwort: Neue Osnabrücker Zeitung

  • Wiebke Winter will sich bei Bundespräsidentenwahl nicht auf eine Frau festlegen / Bremer Spitzenkandidatin hält Profil für wichtiger als die Frage des Geschlechts

    Wiebke Winter will sich bei Bundespräsidentenwahl nicht auf eine Frau festlegen / Bremer Spitzenkandidatin hält Profil für wichtiger als die Frage des Geschlechts

    Osnabrück (ots) –

    Die Bremer Spitzenkandidatin der CDU, Wiebke Winter, hält eine Festlegung auf eine Frau als Nachfolgerin für Bundespräsident von Frank-Walter Steinmeier für falsch. Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (noz) sagte Winter, die zum Präsidium der CDU gehört: „Wir müssen darüber diskutieren, welches Profil diese Person haben muss, anstatt über Köpfe oder Geschlechter zu sprechen.“ Sie formulierte eine klare Erwartung: „Die Person im Amt des Bundespräsidenten muss uns als Land wieder eine Geschichte geben, an die wir glauben können – etwas, das uns verbindet und uns einen gewissen Kennedy-Moment schenkt. Das halte ich für wichtiger als die Frage des Geschlechts.“

    In den vergangenen Wochen war die CDU-Spitze von einer früheren Festlegung auf eine Frau als Kandidatin abgerückt. Die SPD pocht weiter auf eine weibliche Besetzung. Auch die CSU drängt darauf. Die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner gilt in der CSU als geeignet.

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  • Wiebke Winter (CDU) sieht Friedrich Merz bis zum Ende der Legislatur im Amt / Bremer Spitzenkandidatin mahnt weniger Selbstbeschäftigung an – Rentenreform „dringend umsetzen“

    Wiebke Winter (CDU) sieht Friedrich Merz bis zum Ende der Legislatur im Amt / Bremer Spitzenkandidatin mahnt weniger Selbstbeschäftigung an – Rentenreform „dringend umsetzen“

    Osnabrück (ots) –

    Die Bremer CDU-Spitzenkandidatin Wiebke Winter hat ihre Partei dazu aufgerufen, sich weniger mit sich selbst zu beschäftigen und Spekulationen über einen möglichen Kanzlertausch nach den Landtagswahlen zurückgewiesen. Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (noz) sagte Winter: „Friedrich Merz und die Bundesregierung sind für vier Jahre gewählt, und ich bin zuversichtlich, dass diese Regierungszeit voll ausgenutzt wird. Gerade im internationalen Kontext dürfen wir nicht geringschätzen, wie wichtig es ist, dass Deutschland ein Stabilitätsanker innerhalb der EU bleibt.“ Sie fügte hinzu: „Wir sollten uns weniger mit uns selbst beschäftigen, sondern die Themen in der Regierungsverantwortung voranbringen.“

    Dazu müsste die Bundesregierung die Vorschläge der Alterssicherungskommission für die Rente „dringend umsetzen“. Die Abschaffung der sogenannten „Rente mit 63“ sei „generationengerecht“. „Die Anreize zur Frühverrentung nutzen heute meist Besserverdiener und nicht diejenigen, die schwere körperliche Arbeit verrichten. Für Letztere hat die Alterssicherungskommission gezielte Vorschläge gemacht. Wir sind es der jungen Generation schuldig, sie nicht zu überfordern“, sagte Winter noz. Sie ist Präsidiumsmitglied der CDU.

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  • Bestseller-Autor Fitzek vergleicht Smartphone-Sucht mit Crack/ Erfolgsautor fordert handyfreie Schlafzimmer / Bevorzugt günstige Autos für die Familie

    Bestseller-Autor Fitzek vergleicht Smartphone-Sucht mit Crack/ Erfolgsautor fordert handyfreie Schlafzimmer / Bevorzugt günstige Autos für die Familie

    Osnabrück (ots) –

    Osnabrück. Angesichts steigender Bildschirmzeiten und ständiger Erreichbarkeit hat Bestseller-Autor Sebastian Fitzek vor den Gefahren von Mobiltelefonen gewarnt und ein striktes Smartphone-Fasten im Schlafzimmer gefordert. „Ich finde, das ist wie der Vergleich von Schokolade mit Crack“, sagte Fitzek im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (noz). „Bücher sind wie Schokolade: nicht immer gesund, aber insgesamt harmlos. Beim Handy sieht es da schon anders aus.“

    Der 54-jährige Autor, der seit 2006 weltweit mehr als 21 Millionen Bücher verkauft hat, bezeichnete das Smartphone als „absoluten Zeitkiller“ und forderte Konsequenzen für den Alltag: „Deshalb finde ich: Handys raus aus dem Schlafzimmer!“ Zudem gestand Fitzek gegenüber noz, dass eine Recherche bei einem Therapeuten ungeplant zur Behandlung der eigenen Abhängigkeit wurde: „Ich wollte nur wissen, wie eine Behandlung abläuft, aber er wollte, dass ich ihm ein echtes Thema nenne. Also haben wir über meine Handysucht gesprochen.“

    Für teure Autos kann sich Fitzek nicht begeistern. „Unser Familienauto ist ein Kia Sorento – ist sicher für die Kinder und kostet nur einen Bruchteil davon, was andere Autos kosten“, sagte er noz. Er mache sich nicht viel aus Autos, deshalb hätten seine Frau und er als Zweitwagen nur einen Mini. „Aber eins weiß ich: Das nächste Auto wird ein Stromer.“

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  • Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte beklagt „himmelschreienden“ Notstand in Kinderkrankenpflege / BVKJ-Sprecher Maske: „Bald gibt es einen großen Knall“

    Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte beklagt „himmelschreienden“ Notstand in Kinderkrankenpflege / BVKJ-Sprecher Maske: „Bald gibt es einen großen Knall“

    Osnabrück (ots) –

    Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hat vor „unerträglichen“ Zuständen bei der Gesundheitspflege Minderjähriger gewarnt, sollte Gesundheitsminister Carsten Linnemann nicht rasch eingreifen. „Es hat noch niemand so richtig verstanden, was da läuft. Schon etliche Stationen müssen schließen, weil die Häuser nicht genug Personal finden. In der Spezialpflege für Frühgeborene, Schwerstkranke und Intensivpatienten ist der Mangel schon himmelschreiend“, sagte BVKJ-Bundessprecher Jakob Maske im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (noz, Montagsausgabe). „Ich fürchte, dass es da bald einen großen Knall gibt. Es wird nicht mehr lange dauern. Die einen gehen weg, die anderen kommen nicht nach, in den kommenden drei, vier Jahren wird es unerträglich.“

    Maske erinnerte an die Lage vor zwei Jahren, als es noch keine Impfungen gegen den RS-Virus gab: „Kinder mussten aus Berlin über hunderte Kilometer nach Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg verlegt werden, weil die Kliniken voll waren oder Stationen wegen fehlender Fachkräfte gar nicht aufmachen konnten. Solche Situationen werden wiederkehren, die Politik läuft hier sehenden Auges in die Katastrophe.“

    Als wichtigsten Grund für die Personalnot nannte der BVKJ-Sprecher die Umstellung auf eine generalistische Pflegeausbildung vor sechseinhalb Jahren. „Wer Kinder und Jugendliche pflegen möchte, muss vorher zwei Jahre mit Erwachsenen arbeiten. Das schreckt sehr viele ab, für die der Fokus klar auf Kindern liegen soll. Sie werden dann Lehrer oder Erzieher“, erläuterte Maske. „16-Jährige, 18-Jährige gehen nicht in den Beruf, weil sie nicht mit Erwachsenen arbeiten wollen, das wissen wir aus Befragungen.“

    Der Kinderarzt und Verbandssprecher appellierte an den neuen Gesundheitsminister, die Pflegereform aus dem Jahr 2020 zurückzudrehen: „Würde sich Carsten Linnemann da rantrauen, wäre das ein unglaublich großes Verdienst!“, sagte er noz. „Denn kehren wir zurück zu einer Kinder- und Jugendgesundheitspflege außerhalb der Generalistik, wäre der Zulauf groß, jede Wette. Dafür müssten natürlich auch wieder Ausbildungskapazitäten geschaffen werden. Mit der Einführung der Generalistik ist leider unglaublich viel kaputt-zerstört worden.“

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  • Rentenexperte Bofinger lehnt österreichisches Renten-Modell für Schwerarbeiter ab / Mitglied der Rentenkommission warnt vor Abgrenzungsproblemen und Bürokratie

    Rentenexperte Bofinger lehnt österreichisches Renten-Modell für Schwerarbeiter ab / Mitglied der Rentenkommission warnt vor Abgrenzungsproblemen und Bürokratie

    Osnabrück (ots) –

    Der Ökonom Peter Bofinger lehnt die vom Parlamentarischen Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Dirk Wiese, ins Spiel gebrachte Schwerarbeitspension nach österreichischem Modell für Deutschland ab. „Das Österreich-Modell würde zu Rechtsstreitigkeiten und massiven Abgrenzungsproblemen führen, welcher Beschäftigte überhaupt als Schwerarbeiter gilt“, sagte Rentenkommissionsmitglied Bofinger im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (noz). Ein solches Verfahren sei sehr bürokratieintensiv und in der Umsetzung kaum praktikabel.

    Auch die in Österreich gängige Praxis, die körperliche Belastung etwa an verbrauchten Kalorien festzumachen, sieht der Experte kritisch, da dies psychische Anstrengungen oder Gelenkverschleiß ausklammere.

    Wer schwer körperlich gearbeitet hat, schaffe die Hürde von 45 Beitragsjahren kaum und sei meist schon vorher in Rente, sagte Bofinger noz. „Die Leute, die mit 45 Beitragsjahren in Rente gehen, sind überwiegend Leute, die eben gar keine harten körperlichen Arbeiten machen.“

    Um Betroffenen dennoch einen vorzeitigen Rentenbezug zu ermöglichen und sie nicht in andere Berufe umschulen zu müssen, schlägt die Kommission gezielte Härtefallregelungen vor. „Wenn Leute in ihrer speziellen Berufsgruppe aufgrund körperlicher Beeinträchtigung nicht mehr arbeiten können, sollte man ihnen die Möglichkeit zum vorzeitigen Rentenbezug geben.“

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  • Kinderärzte-Verband drängt Linnemann zu Korrektur der GKV-Reform / BVKJ-Sprecher Maske: „Wartezeiten bei psychischen Leiden schon jetzt kaum auszuhalten“- „Das alles geht in die falsche Richtung“

    Kinderärzte-Verband drängt Linnemann zu Korrektur der GKV-Reform / BVKJ-Sprecher Maske: „Wartezeiten bei psychischen Leiden schon jetzt kaum auszuhalten“- „Das alles geht in die falsche Richtung“

    Osnabrück (ots) –

    Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) drängt den neuen Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) zur Rücknahme von Einsparungen in der Psychotherapie. „Ab dem 1. Januar wird es weniger freie Sprechstunden geben, die kleinen Leute müssen länger warten, keine Frage. Das gilt auch und besonders für Psychotherapeuten, wo bei Kurzzeittherapien gekürzt wird“, sagte BVKJ-Bundessprecher Jakob Maske im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (noz, Samstagsausgabe). „Dabei müssen Kinder und Jugendliche mit psychischen Leiden schon heute ein Dreivierteljahr auf einen Termin warten. Das ist ja für viele kaum auszuhalten.“

    Zwar gibt es einen Entschließungsantrag der Koalition, der besondere Härten der vor der Sommerpause beschlossenen GKV-Reform für die Psychotherapie abmildern soll. Dennoch werde es zu Abstrichen kommen, „und der Istzustand ist ja schon eine Zumutung“, sagte Maske. Zu den Kürzungen bei Kurzzeittherapien komme schließlich der Abbau von Kapazitäten durch Budgetierungen hinzu.

    Angesichts der seit Corona beunruhigend hohen Fallzahl von jungen Leuten mit psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Essstörungen sei eigentlich eine Stärkung der mentalen Gesundheit notwendig, sagte Kinderarzt Maske. „Aber indem die Regierung die Versorgung erschwert, sorgt sie dafür, dass es weniger Psychotherapeuten und Psychiater für Heranwachsende geben wird. Das alles geht in die falsche Richtung und sollte von Carsten Linnemann nach der Sommerpause dringend korrigiert werden!“

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  • Kinder- und Jugendärzte fordern nationale Schranken für Social Media / BVKJ-Sprecher Maske: „Regierung muss endlich handeln“- Klage über „gravierendes Elternversagen“ bei Social Media

    Kinder- und Jugendärzte fordern nationale Schranken für Social Media / BVKJ-Sprecher Maske: „Regierung muss endlich handeln“- Klage über „gravierendes Elternversagen“ bei Social Media

    Osnabrück (ots) –

    Deutschlands Kinder- und Jugendärzte fordern zum Schutz Jugendlicher „harte Regeln“ gegen TikTok, Instagram und Co. „Dass Social Media gerade junge Menschen krank und dumm macht, ist längst erwiesen. Die Bundesregierung und der neue Gesundheitsminister (Carsten) Linnemann müssen endlich handeln“, sagte Jakob Maske, Bundessprecher des Pädiater-Berufsverbandes BVKJ, im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (noz, Samstagsausgabe).

    „Es gibt längst die Möglichkeit, national Bedingungen für Plattformen zu setzen. Die Engländer machen es vor. Es geht um die Zukunft unserer Kinder und damit unserer Gesellschaft“, so Maske. „Kluge Vorschläge liegen auf dem Tisch. Jetzt müssen sie ohne falsche Rücksichtnahme auf die mächtigen Konzerne beschlossen werden.“

    Der Kinderarzt berichtete, er merke fast jeden Tag in seiner Praxis, dass sich die Probleme weiter verschärfen. „Kinder können sich der krassen Beeinflussung auf den Plattformen kaum noch entziehen, und Jugendlichen ist es fast nicht mehr möglich, sich eine freie Meinung zu bilden. Die Fälle von risikobehafteter Bildschirmnutzung steigen und steigen“, sagte der BVKJ-Sprecher zu noz.

    Schuld daran sei auch „ein gravierendes Elternversagen, was Social Media und Bildschirmnutzung angeht“, berichtete Maske. „Wenn ich ins Wartezimmer schaue, kleben dort Eltern und Kinder an ihren Smartphones. Schon Kleinkinder haben Kopfhörer auf und ein Tablet vor der Nase. Es gibt leider einen enormen Trend, noch kleinere Kinder mit den Geräten abzulenken, damit sie still sind.“

    Allerdings könne die Politik die Eltern mit den Problemen auch nicht alleinlassen. „Es gibt Spiele wie Roblox, das ist ab 16, wo die Nutzer ihre eigenen Räume bauen. Da können auch Kinder reingeraten und bekommen Dinge zu sehen, die sie als Erwachsener nicht sehen wollen. Das ist verdammt verstörend“, berichtete Maske.

    Für den Schutz der Jugendlichen sei der Verband inzwischen auch „durchaus offen für ein Verbot von Social Media, etwa bis 14 Jahren“, sagte der BVKJ-Sprecher weiter, „das kann ein Baustein sein. Aber das reicht nicht“. In Australien sei zu beobachten, dass 8 von 10 Jugendlichen das Verbot umgehen und die Anwendungen trotzdem nutzen. Auch Voreinstellungen am Handy „kann jeder einigermaßen pfiffige Jugendliche rasch umgehen“, sagte er. „Am Ende braucht es schlicht harte Regeln für die Betreiber.“

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  • Techno-Pionier Dr. Motte wettert gegen Alkohol: „Eine der stärksten Drogen auf diesem Planeten“ / Loveparade-Mitgründer Dr. Motte verurteilt Alkoholkonsum auf Techno-Events

    Techno-Pionier Dr. Motte wettert gegen Alkohol: „Eine der stärksten Drogen auf diesem Planeten“ / Loveparade-Mitgründer Dr. Motte verurteilt Alkoholkonsum auf Techno-Events

    Osnabrück (ots) –

    Loveparade-Mitgründer Dr. Motte hat den Einfluss von Alkohol in der Gesellschaft sowie in der Clubkultur scharf verurteilt. „Alkohol ist eine der stärksten Drogen auf diesem Planeten“, sagte Matthias Roeingh, so der bürgerliche Name des DJs, im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (noz). „Er macht Menschen unkontrolliert, unbeherrscht und zerstört die Gesellschaft. Technokultur ist nicht Alkohol“, führte der Mitinitiator der Bewegung aus.

    Clubs müssten Schutzräume sein, in die betrunkene Menschen nicht hineinpassen. Ein Verbot lehnt der DJ allerdings ab: „Ein Verbot ist leider unmöglich, deshalb setze ich auf Aufklärung“. Seit März 2024 ist die Berliner Technokultur offiziell als immaterielles Unesco-Kulturerbe anerkannt.

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  • Kassenärzte fordern von Linnemann „Präventionsoffensive statt Alibiveranstaltung“ / KBV-Chef Gassen: Flasche Wodka müsste zehn Euro teurer werden – Deutsche sind „häufig dicker und rauchen mehr“

    Kassenärzte fordern von Linnemann „Präventionsoffensive statt Alibiveranstaltung“ / KBV-Chef Gassen: Flasche Wodka müsste zehn Euro teurer werden – Deutsche sind „häufig dicker und rauchen mehr“

    Osnabrück (ots) –

    Osnabrück. Kassenärztechef Andreas Gassen hat den neuen Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) zu einem Neustart bei der Prävention aufgerufen. Deutschland stehe bei der Vorbeugung von Krankheiten „schlecht da, die Menschen hier sind im internationalen Vergleich häufig dicker, rauchen mehr und treiben weniger Sport“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (noz, Donnerstagsausgabe). Da müsse der Nachfolger von Nina Warken ansetzen.

    „Notwendig wäre es, viel stärker in Kitas und Schulen zu gehen, damit die Kleinen früh lernen, sich gesund zu ernähren, sich viel zu bewegen und aus selbstzerstörerischen Konsummustern rauszukommen“, so Gassen zu „noz“. „Dafür müsste auch der öffentliche Gesundheitsdienst gestärkt werden. Das Versprechen aus der Corona-Zeit wurde aber nicht eingelöst.“

    Unter Linnemanns Vorgängerin Nina Warken hatte die Regierung zwar beschlossen, die Steuern auf Tabak und hochprozentigen Alkohol um 20 Prozentpunkte anzuheben. Dass sei aber wohl eher darauf angelegt, „die Staatseinnahmen zu erhöhen“, kommentierte Gassen den Schritt. „Um die Menschen vom Rauchen und übermäßigem Trinken abzubringen, wären deutlich höhere Preise notwendig. Bei der Flasche Wodka hätten es fünf oder zehn Euro mehr sein müssen.“

    Auch beim Tabak reichen zwei Euro mehr für eine Schachtel Zigaretten aus Sicht der Kassenärztlichen Bundesvereinigung nicht aus. „Da hätte der Staat lieber mal ordentlich zulangen sollen“, so Gassen. „Denn wenn sie sich das nicht leisten können, lassen junge Menschen idealerweise die Finger davon. Wenn der Staat dann weniger Steuern einnimmt, umso besser: Die Gesundheitskosten werden rapide sinken.“

    Der Ex-Gesundheitsministerin Warken stellte Gassen in Sachen Gesundheitsvorsorge ein ungenügendes Zeugnis aus. Die CDU-Politikerin hatte am 16. Juli ihre Pläne vorgestellt. „Eine Präventionsoffensive zu starten, eine Woche nachdem die Regierung das Sparpaket durch den Bundestag geprügelt hat, das zu weniger Vorsorgeuntersuchungen führen wird, wirkt schon fast zynisch“, sagte der KBV-Chef. Zudem sei in den Plänen keine Idee zu erkennen, wie die Regierung Prävention wirklich stärken wolle. Deswegen komme ihm Warkens Offensive „schon etwas wie eine Alibiveranstaltung vor“.

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  • Ministerpräsident Olaf Lies für Beibehaltung der Rente mit 63 / Wer 45 Jahre eingezahlt hat, soll profitieren – Niedersachsens Regierungschef lehnt „Lösungen mit der Gießkanne“ ab

    Ministerpräsident Olaf Lies für Beibehaltung der Rente mit 63 / Wer 45 Jahre eingezahlt hat, soll profitieren – Niedersachsens Regierungschef lehnt „Lösungen mit der Gießkanne“ ab

    Osnabrück (ots) –

    Der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) spricht sich für eine Beibehaltung der Rente mit 63 aus. „Für mich ist entscheidend, dass wir die jeweilige Lebensleistung von Menschen betrachten. Und das bedeutet natürlich, dass Menschen, die 45 Jahre gearbeitet – und in die Rentenkasse eingezahlt – haben, davon auch profitieren müssen“, sagte Lies der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (noz). „Es verletzt das Gerechtigkeitsempfinden von Menschen, wenn sich die eigene Lebensleistung im Rentensystem nicht hinreichend widerspiegelt“, so der Sozialdemokrat weiter.

    Trotz einigen Gegenwindes aus den Ländern ist Lies überzeugt, „dass der Vorschlag der Rentenkommission im Kern umgesetzt wird“. „Und es kann auch sein, dass am Ende alle in den nächsten Jahrzehnten schrittweise länger arbeiten müssen“, so Lies zu noz. „Bereits heute müssen viele Menschen länger arbeiten, um ihren Alltag finanziell zu bewältigen. Ich erwarte, dass Bund und Länder gemeinsam an Lösungen arbeiten, die die unterschiedlichen Lebensleistungen und Lebensrealitäten hinreichend berücksichtigen“, fordert der niedersächsische Ministerpräsident. „Lösungen mit der Gießkanne darf es nicht geben.“

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    Quelle: Ministerpräsident Olaf Lies für Beibehaltung der Rente mit 63 / Wer 45 Jahre eingezahlt hat, soll profitieren – Niedersachsens Regierungschef lehnt "Lösungen mit der Gießkanne" ab