Schlagwort: Hilfsorganisation

  • Zum Welttag der humanitären Hilfe richtet die EU den Fokus auf die Menschen und Prinzipien, welche diese Hilfe leisten

    Zum Welttag der humanitären Hilfe richtet die EU den Fokus auf die Menschen und Prinzipien, welche diese Hilfe leisten

    Brüssel (ots) –

    Die Kampagne „Voices of Humanity“ 2026 begleitet humanitäre Einsatzkräfte in Syrien, Haiti und einer kongolesischen Flüchtlingssiedlung in Burundi. Die Realität europäischer Hilfsaktionen wird den Menschen in ganz Europa nähergebracht.

    Zum Welttag der humanitären Hilfe startet die Europäische Union die diesjährige Ausgabe ihrer Kampagne „Voices of Humanity“. Damit unterstreicht die EU ihre Rolle als weltweit führender Geber humanitärer Hilfe und stellt die Geschichten jener Menschen in den Mittelpunkt, die diese Hilfe vor Ort umsetzen. Dadurch wird die europäische humanitäre Hilfe für Bürgerinnen und Bürger nahbar.

    In einer Zeit, in der weltweit mehr als 252 Millionen Menschen auf humanitäre Unterstützung

    VoH2026 - Syria 1 & Main Header.jpeg angewiesen sind, treffen Konflikte, klimabedingte Katastrophen und andere Krisen Gesellschaften mit voller Wucht. Sie vertreiben Menschen aus ihren Häusern und gefährden das Überleben und die Lebensgrundlagen vieler.

    Hinter jedem Notfall stehen humanitäre Fachkräfte – medizinisches Personal, Logistik-, Schutz- und Ingenieurfachkräfte sowie viele andere, die meisten von ihnen lokale Einsatzkräfte. Sie arbeiten unter außergewöhnlich schwierigen Bedingungen, um diejenigen zu erreichen, die Unterstützung am dringendsten benötigen.

    Die Kampagne „Voices of Humanity“ gewährt anhand persönlicher Geschichten von EU-unterstützten humanitären Einsatzkräften in Syrien, Haiti und einer kongolesischen Flüchtlingssiedlung in Burundi authentische Einblicke in ihren Arbeitsalltag, die komplexen Entscheidungen ihres Einsatzes und das Engagement, das europäische humanitäre Hilfe prägt.

    Humanitäre Prinzipien im Einsatz

    Die in der Kampagne erzählten Geschichten spiegeln die vier humanitären Prinzipien wider, die die humanitäre Hilfe der EU leiten: Menschlichkeit, Neutralität, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit.

    Diese Prinzipien sind keine theoretischen Leitlinien. Sie sind der Schlüssel, der es humanitären Organisationen ermöglicht, Zugang zu Konfliktregionen zu verhandeln, Hilfe ausschließlich nach Bedarf zu leisten und das Vertrauen zu wahren, das nötig ist, um Menschen in einigen der herausforderndsten Gebiete der Welt zu erreichen. Angesichts zunehmend eingeschränkter Zugangsmöglichkeiten und wachsender Risiken für Kräfte im humanitären Einsatz sind diese Prinzipien unerlässlich, damit die Hilfe bei denjenigen ankommt, die sie am dringendsten brauchen.

    Das Engagement der EU für humanitäre Hilfe

    Die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten sind die weltweit größten Geber humanitärer Hilfe und tragen den größten Teil der globalen humanitären Finanzierung. Gemeinsam unterstützen sie weltweit Millionen von Menschen, die von Konflikten, Katastrophen und Vertreibung betroffen sind. Dazu gehören unter anderem die Bereitstellung von Nahrung, Unterkünften, Gesundheitsversorgung, Wasser- und Sanitärversorgung sowie Bildungsangeboten in Krisengebieten.

    Für das Jahr 2026 hat die EU einen Anfangshaushalt von 1,9 Milliarden Euro für humanitäre Hilfe bereitgestellt, um die besonders vulnerablen Bevölkerungsgruppen in Krisenregionen zu unterstützen. Dabei sind 15 Prozent des jährlichen EU-Humanitärhaushalts für vergessene Krisen reserviert. Diese gezielte Reserve stellt sicher, dass Mittel nicht nach Medienaufmerksamkeit, sondern nach tatsächlichem Bedarf verteilt werden.

    „Humanitäre Hilfe ist einer der deutlichsten Ausdrücke europäischer Solidarität über die eigenen Grenzen hinaus“, sagt Zacharias Giakoumis, Leiter der Kommunikationsabteilung in der EU-Generaldirektion für Katastrophenschutz und humanitäre Hilfe.

    „Hinter jedem Hilfseinsatz stehen Persönlichkeiten, deren Mut, Professionalität und Menschlichkeit lebensrettende Unterstützung erst möglich machen. ‚Voices of Humanity‘ basiert auf der einfachen, aber wirkungsvollen Idee, dass direkte Einblicke in die Arbeit der humanitären Einsatzkräfte die Menschen in Europa der humanitären Hilfe und den Prinzipien, die sie leiten, näherbringen.“

    Die Kampagne im Überblick

    Die Kampagne „Voices of Humanity“ 2026 läuft von August bis Dezember 2026 in dreizehn EU-Mitgliedstaaten: Österreich, Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Irland, Italien, Lettland, den Niederlanden, Portugal, der Slowakei, Schweden und Slowenien.

    Die Kampagne vereint dokumentarische Formate, Social-Media-Inhalte, digitale Plattformen und Medienpartnerschaften. Ziel ist es, humanitäre Hilfe für ein europäisches Publikum sichtbarer zu machen und das Verständnis für die weltweite humanitäre Rolle der Europäischen Union zu vertiefen.

    Über die humanitären Hilfsoperationen der Europäischen Union

    Die Generaldirektion für Katastrophenschutz und humanitäre Hilfe der Europäischen Union ist für die Finanzierung humanitärer Hilfsmaßnahmen und die Koordinierung von Bevölkerungsschutzeinsätzen in Krisen weltweit zuständig. Von Brüssel aus sowie mit einem globalen Netz von Büros finanziert sie Partner wie UN-Organisationen, internationale Einrichtungen und Nichtregierungsorganisationen. Damit wird sichergestellt, dass Hilfe diejenigen erreicht, die sie am dringendsten benötigen – unabhängig von Nationalität, Religion, Geschlecht oder ethnischer Herkunft.

    Über „Voices of Humanity“

    „Voices of Humanity“ ist die EU-Aufklärungskampagne 2026 zur humanitären Hilfe. Sie begleitet humanitäre Einsatzkräfte in Syrien, einer Siedlung für kongolesische Geflüchtete in Burundi, und Haiti. Ziel ist es, ihre Geschichten dem europäischen Publikum zugänglich zu machen und das Bekenntnis der EU zu den humanitären Prinzipien der Menschlichkeit, Neutralität, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit zu bekräftigen.

    Mehr zur Kampagne erfahren Sie unter: ec.europa.eu/stories/voices-of-humanity

    Pressekontakt:

    Sandra Bumbar-Malchow | sandra.bumbar@s-f.com | +49 30 1663 53 022

    Quelle: Zum Welttag der humanitären Hilfe richtet die EU den Fokus auf die Menschen und Prinzipien, welche diese Hilfe leisten

  • Kabinettsentwurf SGB VIII-Reform: Kinder- und Jugendhilfe zukunftsfest gestalten / Johanniter fordern verlässliche Hilfen und tragfähige Finanzierung

    Kabinettsentwurf SGB VIII-Reform: Kinder- und Jugendhilfe zukunftsfest gestalten / Johanniter fordern verlässliche Hilfen und tragfähige Finanzierung

    Berlin (ots) –

    Die Johanniter-Unfall-Hilfe begrüßt das Ziel der Bundesregierung, die Kinder- und Jugendhilfe angesichts steigender Unterstützungsbedarfe, des Fachkräftemangels und der angespannten finanziellen Situation vieler Kommunen zukunftsfest weiterzuentwickeln. Der am 12. August 2026 vom Bundeskabinett beschlossene Entwurf eines Ersten Gesetzes zur Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe enthält dafür wichtige Ansätze. Gleichzeitig sehen die Johanniter Nachbesserungsbedarf, damit individuelle Hilfen, fachliche Qualität und eine verlässliche Finanzierung gesichert bleiben.

    Niedrigschwellige Angebote stärken – Bedarfsorientierte Einzelfallhilfe sichern

    Die Johanniter unterstützen insbesondere das Ziel, niedrigschwellige und sozialräumliche Angebote zu stärken und Hilfen besser miteinander zu verzahnen. Eine gut ausgebaute Infrastruktur kann Familien frühzeitig erreichen und Zugänge erleichtern. Sie darf jedoch aus Sicht der Johanniter eine notwendige individuelle Hilfe nicht ersetzen. „Eine starke soziale Infrastruktur ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Kinder, Jugendliche und Familien frühzeitig Unterstützung erhalten. Entscheidend muss aber weiterhin sein, welche Unterstützung ein junger Mensch oder eine Familie tatsächlich braucht. Wo intensivere Hilfe notwendig ist, muss sie verlässlich zur Verfügung stehen“, sagt Thomas Mähnert, Mitglied des Bundesvorstandes der Johanniter-Unfall-Hilfe.

    Dies gilt insbesondere für die Hilfen zur Erziehung. Die Johanniter begleiten bundesweit Kinder, Jugendliche und Familien mit sehr unterschiedlichen und teilweise komplexen Unterstützungsbedarfen in ambulanten und stationären Angeboten. Beratungsstellen, Familienzentren und andere niedrigschwellige Angebote können wichtige Bausteine sein. Kommunaler Kostendruck darf jedoch nicht zum entscheidenden Maßstab für die Gewährung einer Hilfe werden.

    Auch für die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen in Schule und Ganztag bringt die Reform Veränderungen. Infrastrukturelle Gruppenangebote zur Bildungsassistenz sollen künftig eine stärkere Rolle spielen. Gleichzeitig soll die Einzelassistenz erhalten bleiben, wenn sie aufgrund des individuellen Betreuungsbedarfs erforderlich ist. „Einrichtungsbezogene Unterstützungsangebote können eine Chance sein, Hilfen verlässlicher und flexibler zu organisieren. Entscheidend ist, dass der individuelle Bedarf der Kinder und Jugendlichen weiterhin maßgeblich bleibt. Gleichzeitig müssen Qualität und Finanzierung stimmen“, so Mähnert.

    Verzögerung bei der inklusiven Gesamtzuständigkeit

    Kritisch bewerten die Johanniter, dass die angestrebte inklusive Gesamtzuständigkeit der Kinder- und Jugendhilfe ab 2028 nicht flächendeckend umgesetzt werden soll. Stattdessen sieht der Kabinettsentwurf zunächst eine begrenzte Erprobung der Zusammenführung der Leistungen vor. Zugleich sind wesentliche Fragen zur konkreten Ausgestaltung der Experimentierklausel noch offen. Damit bleibt das Ziel, jungen Menschen mit und ohne Behinderungen Hilfen und Leistungen verlässlich aus einer Hand zugänglich zu machen, vorerst unerreicht.

    Aus Sicht der Johanniter kommt es deshalb im weiteren Gesetzgebungsverfahren darauf an, niedrigschwellige Angebote zu stärken, notwendige individuelle Hilfen weiterhin am konkreten Bedarf auszurichten und den Weg zu einer inklusiven Kinder- und Jugendhilfe verbindlich fortzuführen. Eine zukunftsfeste Kinder- und Jugendhilfe braucht eine starke Infrastruktur und zugleich verlässliche individuelle Hilfen für diejenigen Kinder, Jugendlichen und Familien, die weitergehende Unterstützung benötigen.

    Über die Johanniter-Unfall-Hilfe

    Die Johanniter-Unfall-Hilfe ist mit 35.000 Beschäftigten, mehr als 44.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern und 1,1 Millionen Fördermitgliedern eine der großen Hilfsorganisationen in Deutschland und zugleich ein bedeutendes Unternehmen der Sozialwirtschaft. Die Johanniter engagieren sich in den Bereichen Rettungs- und Sanitätsdienst, Katastrophenschutz, Betreuung und Pflege von alten und kranken Menschen, Fahrdienst für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Hospizarbeit und anderen Hilfeleistungen im karitativen Bereich sowie in der humanitären Hilfe im Ausland.

    Pressekontakt:

    Juliane Flurschütz, Stellvertretende Pressesprecherin
    Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., Bundesgeschäftsstelle
    Tel. 030-26997-361, Mobil 0173 619 3409
    E-Mail: medien@johanniter.de

    Quelle: Kabinettsentwurf SGB VIII-Reform: Kinder- und Jugendhilfe zukunftsfest gestalten / Johanniter fordern verlässliche Hilfen und tragfähige Finanzierung

  • Welttag der humanitären Hilfe: Die Helfer, die bleiben, wenn die Welt weiterzieht / Islamic Relief Deutschland fordert mehr Schutz für lokale Helfende

    Welttag der humanitären Hilfe: Die Helfer, die bleiben, wenn die Welt weiterzieht / Islamic Relief Deutschland fordert mehr Schutz für lokale Helfende

    Köln (ots) –

    Wenn eine Krise aus den Schlagzeilen verschwindet, endet der Überlebenskampf der Menschen vor Ort nicht. Für humanitäre Helfende beginnt dann häufig erst die lange Phase des Durchhaltens: wenn Kameras weiterziehen, internationale Aufmerksamkeit nachlässt und aus dem Ausnahmezustand ein Alltag wird. Am Welttag der humanitären Hilfe erinnert Islamic Relief Deutschland deshalb an diejenigen, die bleiben – und fordert mehr Schutz und Unterstützung für humanitäre Helfende, insbesondere für lokale Mitarbeitende und Freiwillige.

    Humanitäre Arbeit wird dabei immer gefährlicher. Im Jahr 2026 wurden weltweit bereits 82 humanitäre Helfende getötet, 97 verletzt und 39 entführt. Zu den besonders gefährlichen Einsatzgebieten zählen der

    Humanitäre Mitarbeiterinnen im Sudan.jpg Gazastreifen, der Sudan, der Südsudan und die Demokratische Republik Kongo. Im Gazastreifen wurden im Jahr 2025 insgesamt 186 humanitäre Helfende getötet. Im Sudan stieg die Zahl der getöteten Helfenden 2025 zum fünften Mal in Folge und erreichte mit 71 Todesfällen einen neuen Höchststand.

    Besonders betroffen sind lokale Mitarbeitende. Sie tragen die größte Last der Gewalt, arbeiten in ihren eigenen Gemeinden und sind häufig selbst von den Krisen betroffen. Im Jahr 2025 waren 99 Prozent der weltweit bei gewalttätigen Vorfällen getöteten humanitären Helfenden lokale Mitarbeitende.

    „Als es anfing, wollten alle Zahlen und Fotos“, sagt Nada Abdulhmeed Abo Taleb, Medien- und Kommunikationskoordinatorin bei Islamic Relief Jemen. „Die Anrufe haben inzwischen aufgehört. Die Not der Familien jedoch nicht. In diesem Jahr sind es mehr als im letzten.“

    Wenn eine Krise aus den Nachrichten verschwindet

    Für viele Menschen, die auf humanitäre Hilfe angewiesen sind, ist die schwierigste Zeit nicht unbedingt der Moment der akuten Notsituation. Gerade dann fließen häufig große Mengen an Hilfe und internationale Aufmerksamkeit in die betroffenen Gebiete. Schwer wird es, wenn diese Aufmerksamkeit nachlässt – im achten Monat, im dritten Jahr, wenn die Krise zum Alltag geworden ist.

    „Die Leute fragen, ob es schwer ist, weiterzuarbeiten, wenn niemand zusieht“, sagt Shihab Mohamedali, leitender Programmmanager von Islamic Relief Sudan. „Aber wir tun das nicht, um dabei gesehen zu werden. Das hier ist meine Heimat. Wenn ich gehe, wer macht dann morgen die Arbeit?“

    Für Islamic Relief ist diese lokale Verankerung zentral. In Ländern wie Sudan, Jemen und in den Palästinensischen Gebieten leisten überwiegend nationale und lokale Mitarbeitende die humanitäre Arbeit. Sie sind in ihren Gemeinden verwurzelt, kennen die Bedürfnisse der Menschen und können Hilfe auch dann aufrechterhalten, wenn internationale Aufmerksamkeit längst weitergezogen ist.

    „Ehrlich gesagt: Die Person, der wir eine Tüte Mehl überreichen, und unsere Kollegen – wir alle atmen denselben Staub ein und fliehen vor denselben Angriffen“, erklärt Eman Al Madhoun, MEAL-Beauftragte bei Islamic Relief in Gaza. „Es gibt keinen sicheren Raum, in den sie sich am Ende ihrer Schicht zurückziehen können. Sie arbeiten nicht hinter den Fronten, sondern direkt an deren Vorderkante. In Gaza gibt es keine Fronten. Es kommt einfach darauf an, wo die nächste Bombe einschlägt.“

    Angriffe auf Helfende gefährden die gesamte humanitäre Hilfe

    Angriffe auf humanitäre Helfende treffen nicht nur einzelne Menschen. Sie gefährden die Versorgung der gesamten Zivilbevölkerung. Wenn Mitarbeitende getötet, verletzt, entführt oder festgenommen werden oder humanitäre Einrichtungen nicht sicher erreicht werden können, wird es schwieriger, Menschen mit Nahrung, medizinischer Versorgung, Wasser, Schutz und anderen lebenswichtigen Hilfen zu erreichen.

    Islamic Relief Deutschland fordert deshalb von der internationalen Gemeinschaft konkrete Maßnahmen zum Schutz humanitärer Helfender und einen sicheren, schnellen und ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe. Alle Konfliktparteien müssen humanitäres Personal, Einrichtungen und Hilfsgüter schützen. Staaten müssen ihren Einfluss nutzen, um die Einhaltung des humanitären Völkerrechts durchzusetzen und Verantwortliche für Verstöße zur Rechenschaft zu ziehen.

    „Angriffe auf diejenigen, die lebensrettende Hilfe leisten, sind immer auch Angriffe auf die Zivilbevölkerung, deren Überleben von ihnen abhängt“, betont Islamic Relief Deutschland.

    Mehr Schutz für diejenigen, die vor Ort bleiben und ein Ende der Straflosigkeit

    Besonders gefährdet sind lokale Mitarbeitende und lokale Freiwillige, die 99 Prozent der weltweit bei gewalttätigen Vorfällen getöteten humanitären Helfenden ausmachen. Islamic Relief Deutschland fordert daher:

    – Den Schutz humanitärer Helfender: Angriffe auf humanitäre Mitarbeitende und Einrichtungen dürfen nicht zur Normalität werden. Die Resolution 2730 des UN-Sicherheitsrats zum Schutz humanitären Personals muss vollständig umgesetzt werden.
    – Ein Ende der Straflosigkeit: Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht müssen untersucht und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Angriffe auf Zivilpersonen, humanitäre Helfende und medizinisches Personal dürfen nicht folgenlos bleiben.
    – Mehr Unterstützung für lokale Akteure: Lokale Mitarbeitende und Freiwillige brauchen bessere Sicherheitsmaßnahmen, Schulungen, Schutzausrüstung, Versicherungen und psychosoziale Unterstützung – ebenso wie Unterstützung für ihre Familien.

    Humanitäre Hilfe wird nicht an den Wochen gemessen, in denen eine Krise im Rampenlicht steht. Sie zeigt sich in den Jahren danach – wenn die Kameras weitergezogen sind und Menschen trotzdem weiterhin Hilfe brauchen.

    Die Welt wird immer zum nächsten Notfall weiterziehen. Die Menschen, die bleiben, sorgen dafür, dass vergessene Krisen nicht auch die Menschen vergessen lassen, die von ihnen betroffen sind.

    Pressekontakt:

    Sara Ahmed Martinez, Pressereferentin
    Telefon: 01512 205 05 77
    E-Mail: presse@islamicrelief.de

    Quelle: Welttag der humanitären Hilfe: Die Helfer, die bleiben, wenn die Welt weiterzieht / Islamic Relief Deutschland fordert mehr Schutz für lokale Helfende

  • Zahl der Angriffe auf Helfer:innen seit 2022 mehr als verdoppelt / Zum Welttag Humanitäre Hilfe betont das Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“ die Bedeutung von Akzeptanz und Schutz humanitärer Akteure

    Zahl der Angriffe auf Helfer:innen seit 2022 mehr als verdoppelt / Zum Welttag Humanitäre Hilfe betont das Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“ die Bedeutung von Akzeptanz und Schutz humanitärer Akteure

    Bonn (ots) –

    Durch häufigere und intensivere Konflikte weltweit sind auch diejenigen stärker gefährdet, die sich um Menschen in Not kümmern. Im vergangenen Jahr zählt die „Aid Worker Security Database“ 1.187 schwere Sicherheitsvorfälle, von denen 350 für humanitäre Helfer:innen tödlich endeten. Viele weitere wurden verletzt, entführt oder inhaftiert. „Zur obersten Maxime der humanitären Hilfe gehören Menschlichkeit und Unparteilichkeit. Wir beobachten jedoch mit großer Besorgnis, dass diese Prinzipien von Konfliktparteien zunehmend in Frage gestellt und Grundsätze des Schutzes missachtet werden“, sagt Maria Rüther, Hauptgeschäftsführerin von „Aktion Deutschland Hilft“.

    Gefahren-Hotspots in Gaza und dem Sudan

    Zu den gefährlichsten Orten für humanitäre Einsatzkräfte zählen

    © ADRA Libanon.jpg weiterhin die palästinensischen Gebiete sowie der Sudan. Durch den eskalierenden Konflikt in Nahost hat sich zuletzt auch die Lage im Libanon dramatisch verschlechtert. Im Süden des Landes wurden weite Teile zu Evakuierungsgebieten erklärt. „Während der Eskalation des Konflikts im Libanon erleben unsere lokalen Einsatzkräfte dieselben Risiken, Bedrohungen und Vertreibungen wie die betroffenen Gemeinschaften, denen sie selbst angehören. Trotz der damit verbundenen Belastungen sind sie jeden Tag zur Stelle, um Kindern und Familien so zu helfen, wie es die Lage gerade erfordert. Am Tag der humanitären Hilfe würdigen wir ihren Mut und ihr unerschütterliches Engagement“, betont Heidi Diedrich, Länderdirektorin von World Vision im Libanon. Besonders lokale Helfer:innen sind der Gefahr von Angriffen häufiger ausgesetzt, da sie oft näher am Konfliktgeschehen sind oder eher als einer Konfliktpartei zugehörig angesehen werden. „Je näher am Brennpunkt, umso lokaler wird die humanitäre Hilfe. Daher müssen das Equipment und die Sicherheitstrainings auch für Partnerorganisationen in den Ländern zur Verfügung stehen“, sagt Lukas Driedger, Abteilungsleiter internationale Zusammenarbeit bei ADRA Deutschland.

    Akzeptanz ist die wichtigste Basis der Sicherheit

    In Gebieten, die durch Kampfhandlungen nur schwer zugänglich sind, wird Sicherheit durch drei Stufen gewährleistet. „Wir setzen zunächst auf Akzeptanz unseres Tuns bei den lokalen Akteuren. Es ist die beste Vorkehrung, wenn die Menschen darauf vertrauen, dass wir keine Konfliktpartei, sondern neutral sind“, sagt Lukas Driedger. Der zweite Schritt ist der Schutz: Maßnahmen zur Risikominimierung sind beispielsweise schusssichere Westen, vergitterte Bürofenster oder Zäune. Erst in stark eskalierenden Konfliktsituationen greift die dritte Stufe der Abschreckung. Helfer:innen werden dann etwa von Polizei-Eskorten begleitet.

    „Aktion Deutschland Hilft“, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen, bittet um Spenden für Menschen in Regionen, wo die Not am größten ist.

    Spenden-Stichwort: „Nothilfe weltweit“

    IBAN: DE62 3702 0500 0000 1020 30 (SozialBank)

    Online spenden unter: www.Aktion-Deutschland-Hilft.de

    Weitere Geschichten von humanitären Helfer:innen weltweit finden Sie hier: Wo Hilfe Leben verändert: Fünf Menschen, fünf Krisen.

    Kurzprofil Aktion Deutschland Hilft e.V.

    „Aktion Deutschland Hilft“ ist das 2001 gegründete Bündnis renommierter deutscher Hilfsorganisationen, die im Falle großer Katastrophen ihre Kräfte bündeln, um schnelle und effektive Hilfe zu leisten. Die mehr als 20 beteiligten Organisationen führen ihre langjährige Erfahrung in der humanitären Hilfe zusammen. Über den Zusammenschluss von „Aktion Deutschland Hilft“ koordinieren die beteiligten Organisationen ihren Einsatz, sodass vor Ort keine Überschneidungen oder Versorgungslücken entstehen – und die Menschen im Katastrophengebiet die bestmögliche Hilfe erhalten. Unter einem gemeinsamen Spendenkonto ruft das Bündnis zu solidarischem Handeln und Helfen im Katastrophenfall auf. „Aktion Deutschland Hilft“ hat sich zum verantwortungsvollen Umgang mit Spenden verpflichtet und ist unter anderem zertifiziertes Mitglied im Deutschen Spendenrat. Über Einsatz und Wirkung der Spendengelder informiert das Bündnis in den jährlichen Finanzberichten: https://www.aktion-deutschland-hilft.de/de/wir-ueber-uns/finanzen/

    Pressekontakt:

    Aktion Deutschland Hilft e.V.
    Tel.: 0228/ 242 92 – 222
    Fax: 0228/ 242 92 – 199
    E-Mail: presse@aktion-deutschland-hilft.de
    www.aktion-deutschland-hilft.de

    Quelle: Zahl der Angriffe auf Helfer:innen seit 2022 mehr als verdoppelt / Zum Welttag Humanitäre Hilfe betont das Bündnis "Aktion Deutschland Hilft" die Bedeutung von Akzeptanz und Schutz humanitärer Akteure

  • Ukraine: Angriffe werden für Zivilbevölkerung und Helfende immer gefährlicher

    Ukraine: Angriffe werden für Zivilbevölkerung und Helfende immer gefährlicher

    Bonn/Kyiv (ots) –

    Die internationale Hilfsorganisation CARE ist zutiefst besorgt über die sich weiter zuspitzende humanitäre Lage in der Ukraine. Im Juli wurden laut UN-Angaben 30 Prozent mehr Zivilpersonen getötet oder verletzt als im Vormonat. Auch für humanitäre Helfende steigen die Risiken zunehmend. Die jüngsten Angriffe auf zivile Infrastruktur – darunter medizinische Einrichtungen, Stromnetze, Eisenbahnstrecken, wichtige Lebensmittelverteilzentren und Versorgungsketten – verschärfen das Leid erheblich und gefährden die Ernährungssicherheit von Millionen von Menschen.

    „Der Anstieg der zivilen Todesopfer und Verletzten ist schockierend und herzzerreißend. Die unerbittlichen Angriffe auf zivile Infrastruktur haben massive Folgen für die Gesundheit, Sicherheit und das Wohlergehen der Menschen. Viele Supermarktregale in Kyiv sind diese Woche leer, da die Lebensmittelversorgung infolge der Angriffe beeinträchtigt ist“, sagt Michael McGrath, Landesdirektor von CARE Ukraine. „Unsere Teams und die der lokalen Organisationen, mit denen wir zusammenarbeiten, sind unter diesen gefährlichen Bedingungen unermüdlich im Einsatz. Die psychische und physische Belastung sowohl für die Bevölkerung als auch für die humanitären Helfenden erreicht einen kritischen Punkt.“

    Tymofii Saitarly, Leiter der ukrainischen Organisation „Safe Space“, die in der Region Saporischschja tätig ist und Frauen psychologische Unterstützung bietet, betont: „Im Vergleich zum letzten Jahr beobachten wir eine starke Zunahme von Erschöpfung und Burnout. Frauen sind oft besonders gefährdet und gleichzeitig wichtigster emotionaler Anker für ihre Kinder und Familien. Doch der finanzielle Druck und die Last, den Haushalt zu versorgen, nehmen weiter zu. Viele zögern mittlerweile, sich evakuieren zu lassen, weil ihnen die körperliche und emotionale Kraft fehlt, um noch einmal von vorne anzufangen. Kriegsmüdigkeit spüren nicht nur unsere Projektteilnehmenden, sondern auch die Mitglieder unseres Teams, die unter denselben Luftangriffswarnungen und Explosionen leben und arbeiten wie die Gemeinschaften, die sie unterstützen.“

    Nach dem humanitären Völkerrecht müssen Zivilpersonen und zivile Infrastruktur jederzeit geschützt werden, einschließlich humanitäre Helfende und Einrichtungen. CARE fordert die internationale Gemeinschaft dringend auf, die humanitäre Hilfe für die Ukraine aufrechtzuerhalten und auszuweiten, um Menschen in Not schnell, effektiv und sicher unterstützen zu können.

    CARE wurde 1945 gegründet, um Armut und Hunger in Europa mit Millionen CARE-Paketen zu lindern. Heute setzt sich CARE in über 100 Ländern mit überwiegend einheimischen Kräften und Partnerorganisationen für die Überwindung von Not, Armut und Ausgrenzung ein und stellt insbesondere Frauen und Mädchen ins Zentrum seiner Arbeit.

    Pressekontakt:

    Rückfragen bitte an:
    CARE Deutschland e.V.
    Corinna Henrich
    Telefon: +49 (0) 228 975 63 – 46
    Mobil: +49 (0) 1511 11 48 475
    E-Mail: henrich@care.de

    Quelle: Ukraine: Angriffe werden für Zivilbevölkerung und Helfende immer gefährlicher

  • Terre des Hommes startet mit adidas und Adyen europaweite Spendenaktion in über 180 Stores

    Terre des Hommes startet mit adidas und Adyen europaweite Spendenaktion in über 180 Stores

    Osnabrück/Berlin (ots) –

    Terre des Hommes startet gemeinsam mit seinem langjährigen Partner adidas und der Bezahlplattform Adyen eine europaweite Spendenaktion in offiziellen adidas Stores und Outlets. Acht Wochen lang können Kund*innen in 18 europäischen Ländern direkt am Bezahlterminal einen freiwilligen Beitrag an die Kinderrechtsorganisation leisten. Das Besondere: Adyen verdoppelt jede Spende: aus eins mach zwei.

    „Terre des Hommes und adidas verbindet die Überzeugung, dass Spiel und Sport zentral sind für kindliche Entwicklung. Sie stärken Gesundheit, soziale Kompetenzen und Zukunftsperspektiven – besonders für benachteiligte Kinder. Mit den Spenden aus der Aktion werden genau solche Freiräume ermöglicht: von gewaltfreier Konfliktlösung über Bildungsangebote bis hin zu Orten, an denen Kinder einfach Kind sein können“, sagt Joshua Hofert, Vorstandssprecher von Terre des Hommes Deutschland.

    So einfach geht’s

    Ab Dienstag, 18. August 2026, werden Kund*innen in mehr als 180 adidas-Filialen in ganz Europa am Terminal eingeladen, einen selbstgewählten Betrag für Terre des Hommes zu spenden. Der Einkauf wird wie gewohnt bezahlt, die Spende ist ein optionales Extra. Jede Spende wird von Adyen eins zu eins gematcht. Das heißt jeder Euro kommt ohne Gebührenabzug direkt bei Terre des Hommes an – und wirkt doppelt. An der Aktion sind adidas Stores und Outlets in Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Schweiz, Spanien, Tschechien und Ungarn beteiligt.

    „Mit dieser Aktion verbinden wir Sichtbarkeit für Kinderrechte mit einer einfachen, freiwilligen Spendenoption. Wir möchten diejenigen, die in die Stores kommen, über unsere Arbeit informieren und ihnen eine transparente Möglichkeit geben, uns zu unterstützen. Jeder Beitrag zählt“, betont Joshua Hofert.

    Terre des Hommes schützt Kinder vor Gewalt, Ausbeutung und den Folgen von Krieg, Vertreibung und Umweltzerstörung. Gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen fördert Terre des Hommes nachhaltige Projekte in mehr als 40 Ländern und leistet humanitäre Hilfe. Junge Menschen weltweit sowie Mitglieder in Deutschland setzen sich für Kinderrechte ein. Die Kinderrechtsorganisation agiert dabei unabhängig von Regierungen, Wirtschaft, Religionsgemeinschaften und Parteien.

    Pressekontakt:

    Verantwortlich:
    Terre des Hommes – starke Kinder – gerechte Welt
    ————————–
    Rückfragen und Interviews:
    Esther Yungsung Lisa Rüden
    Tel. 030-166385368 oder 0171-6729748
    E-Mail: e.rueden@tdh.de
    www.tdh.de/spenden

    Quelle: Terre des Hommes startet mit adidas und Adyen europaweite Spendenaktion in über 180 Stores

  • Welttag der humanitären Hilfe: Help fordert mehr Mittel für lokale Hilfsorganisationen

    Welttag der humanitären Hilfe: Help fordert mehr Mittel für lokale Hilfsorganisationen

    Bonn (ots) –

    „Als humanitäre Akteure erleben wir gerade einen Systemschock“, mahnt Dr. Thorsten Klose-Zuber, Generalsekretär der internationalen Hilfsorganisation Help – Hilfe zur Selbsthilfe, zum Welttag der humanitären Hilfe am 19. August. „Während 240 Millionen Menschen dringend Unterstützung benötigen, zwingen uns die massiven Mittelkürzungen der letzten Jahre zur humanitären Triage. Das wirksamste Mittel, das uns bleibt, um den Schaden zu begrenzen, ist eine grundlegende Systemreform. Humanitäre Hilfe muss lokaler werden!“

    Wie dramatisch die Folgen der Kürzungen bereits sind, zeigt eine Analyse von Help (https://www.help-ev.de/humanitaere-hilfe/auswirkungen-haushaltskuerzungen/): Mehr als 6,8 Millionen Menschen haben allein durch die deutschen Mittelkürzungen 2025/26 den Zugang zu lebenswichtiger humanitärer Hilfe verloren. Umso dringender sei jetzt der Handlungsbedarf, so Klose-Zuber. „Seit Jahren ist bekannt, dass die Umsetzung von Hilfsmaßnahmen über lokale Hilfsorganisationen besonders effizient ist. Sie sind in Krisen oft als Erste vor Ort, kennen die Lage, die Menschen und die dringendsten Bedarfe. Anstatt in jeder Krise neue Strukturen von außen aufzubauen, müssen wir die Organisationen stärken, die bereits vor Ort arbeiten. Wenn wir lokale Partner direkt unterstützen und Hilfsgüter vor Ort beschaffen, sparen wir Zeit und Mittel. Zugleich stärken wir die lokale Wirtschaft und Hilfsstrukturen, die auch nach der akuten Krise bestehen bleiben.“

    Humanitäre Hilfe: Pilotprojekt soll Lokalisierung vorantreiben

    Dass ein Umdenken möglich ist, zeigt das Pilotprojekt „Hilfe Lokal Fördern“ (HLF), das Help seit 2024 gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt in der Ukraine umsetzt. Dieses fördert lokale Hilfsorganisationen nicht nur finanziell, sondern bindet sie auch unmittelbar in Planungs- und Entscheidungsprozesse ein. Doch solche Ansätze sind bislang die Ausnahme. „Lokalisierung wird seit Jahren gefordert, aber noch immer viel zu selten konsequent umgesetzt“, erklärt Klose-Zuber. 2026 erhielten lokale Hilfsorganisationen nur 7,6 Prozent der Gelder aus internationalen humanitären Krisenfonds (https://cbpf.data.unocha.org/#netfunding_heading) direkt. Der Großteil floss zunächst an internationale Hilfsorganisationen und UN-Agenturen. „Dadurch entstehen zusätzliche Strukturen und Kosten. Je mehr Stationen das Geld durchläuft, desto weniger kommt am Ende bei den Betroffenen an.“

    Klose-Zuber appelliert: „Statt die internationalen Mittelkürzungen mitzutragen, sollte die Bundesregierung die Lokalisierung im humanitären System aktiv vorantreiben. Gerade wenn Geld knapp ist, muss es so direkt und wirksam wie möglich eingesetzt werden. Lokalisierung ist kein Zukunftsthema, sondern eine Notwendigkeit.“

    Für weitere Informationen oder Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an presse(at)help-ev.de oder telefonisch an +49 (0)173 7107454.

    Help – Hilfe zur Selbsthilfe

    Online spenden (https://www.help-ev.de/spenden/)

    Mehr Infos (http://www.help-ev.de)

    Stichwort: Wo es am nötigsten ist

    IBAN: DE47 3708 0040 0240 0030 00

    Commerzbank Köln

    Pressekontakt:

    Help – Hilfe zur Selbsthilfe
    Help-Presseteam

    Adenauerallee 131a
    53113 Bonn
    Mobil: +49 (0) 173 2790 438/ +49 (0) 173 710 74 54
    E-Mail: presse@help-ev.de
    www.help-ev.de

    Quelle: Welttag der humanitären Hilfe: Help fordert mehr Mittel für lokale Hilfsorganisationen

  • Unterfinanziert und lebensgefährlich: Bedingungen für die humanitäre Hilfe waren noch nie so schlecht / SOS-Kinderdörfer zum Welttag der humanitären Hilfe am 19. August

    Unterfinanziert und lebensgefährlich: Bedingungen für die humanitäre Hilfe waren noch nie so schlecht / SOS-Kinderdörfer zum Welttag der humanitären Hilfe am 19. August

    Gaza/N’Djamena/Kyiv (ots) –

    Die Finanzierung der internationalen humanitären Hilfe ist in den letzten zwei Jahren um fast 30 Prozent zurückgegangen. Demzufolge müssen Millionen Menschen in Krisengebieten ohne Unterstützung auskommen, wobei laut UN-Schätzungen 239 Millionen Menschen Nothilfe benötigen. Darauf weisen die SOS-Kinderdörfer anlässlich des Welttags der humanitären Hilfe am 19. August hin. Aufgrund massiver Einsparungen von Geberländern wie den USA befindet sich die globale Finanzierung auf dem niedrigsten Stand seit 2016. Das hat unter anderem die Schließung hunderter Gesundheitszentren, Kürzungen von Lebensmittelrationen und die Einstellung von Ernährungsprogrammen und Wasserlieferungen zur Konsequenz. Zudem hat sich die Sicherheitslage für humanitäre Helfer und Helferinnen extrem

    20190515_colombia_erp_la_guajira_17_alejandra_kaiser (1)-Teaser.jpg verschlechtert. Die Zahlen der getöteten, verletzten und entführten Einsatzkräfte waren noch nie so hoch wie 2024 und 2025. Die gefährlichsten Arbeitsbedingungen haben humanitäre Helfende in Gaza.

    Humanitäre Brennpunkte 2026

    – In Gaza hält die humanitäre Krise auch nach dem vereinbarten Waffenstillstand weiter an. Rund 1,9 Millionen Menschen sind auf der Flucht. Die Mehrheit lebt in Notunterkünften, die medizinische Versorgung ist unzureichend, es fehlt an Lebensmitteln und Trinkwasser. Ghada Hirzallah, Nationale Leiterin der SOS-Kinderdörfer Palästina, sagt: „Zurzeit leisten 82 Mitarbeitende der SOS-Kinderdörfer in Gaza humanitäre Hilfe, unter lebensbedrohlichen Umständen. Die Sicherheitslage kann sich innerhalb von Minuten ändern. Wir sind tagtäglich mit plötzlichen Luftangriffen und Evakuierungsbefehlen konfrontiert. Dazu kommt die Gefahr, auf Blindgänger zu treffen. Oft erreichen unsere mobilen Teams die notleidenden Familien viel zu spät, weil kein Kraftstoff zum Tanken da ist, weil uns Motoröl und Autoersatzteile fehlen.“
    – Der Tschad steckt in einer komplexen Krise: Im östlichen Teil müssen hunderttausende sudanesische Geflüchtete mit dem Notwendigsten versorgt werden. Im Westen, nahe des Tschadsees, ist es aufgrund bewaffneter Konflikte allein bis Juli zur Binnenvertreibung von rund 220.000 Menschen gekommen. Cyrille Roassoum, Koordinator für Humanitäre Hilfe der SOS-Kinderdörfer Tschad, sagt: „Die humanitäre Hilfe ist extrem unterfinanziert: Es sind hier rund 4,6 Millionen Menschen in Not, die UN-Bedarfsanalyse für 2026 ist aber von 3,4 Millionen ausgegangen. Uns fehlen die Ressourcen für Lebensmittelvergaben und Bargeldtransfers, es mangelt an Logistik und Sicherheit. Der humanitäre Zugang ist wegen der maroden Straßeninfrastruktur und, vor allem im Westen, wegen Raubüberfällen und Entführungen von humanitären Helfern äußerst gefährlich.“
    – In der Ukraine benötigen aufgrund des russischen Angriffskriegs laut UN in diesem Jahr 10,8 Millionen Menschen humanitäre Hilfe, es gibt über 3,7 Millionen Binnenvertriebene. Dass sich die geografische Reichweite der Angriffe inzwischen erheblich ausgeweitet hat, erschwert den humanitären Zugang. Serhii Lukashov, nationaler Leiter der SOS-Kinderdörfer Ukraine, sagt: „Die Risiken für humanitäre Helfer sind vor allem in den Frontgebieten erheblich. Allein bis Juni sind sechs Einsatzkräfte ums Leben gekommen, 36 wurden verletzt. Seit Juli hat sich die Sicherheitslage für die Zivilbevölkerung und für humanitäre Helfende nochmal verschlechtert, zum Beispiel weil sich die Angriffe auf Cherson, Saporischschja und Sumy verdoppelt haben. In den Frontgebieten sind mobile Teams und lokal ansässige humanitäre Helfende aber unerlässlich, weil den Familien dort sonst jegliche Unterstützung fehlt. Um die Präsenz aufrechtzuerhalten, brauchen wir dringend mehr internationale Solidarität und eine flexible, nachhaltige Finanzierung.“

    Die SOS-Kinderdörfer unterstützen Kinder und Familien weltweit in Notsituationen

    Die SOS-Kinderdörfer leisten humanitäre Hilfe in Kriegs- und Krisengebieten weltweit. Aufgrund ihrer jahrzehntelangen Präsenz in über 130 Ländern weltweit sind sie in der Lage, Kinder und Familien in Katastrophen- und Notsituationen schnell und effizient zu unterstützen. Häufig geht die Soforthilfe später in langfristige Projekte über.

    Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

    Boris Breyer
    Pressesprecher SOS-Kinderdörfer weltweit
    Tel.: 0160 – 984 723 45
    E-Mail: boris.breyer@sos-kd.org
    www.sos-kinderdoerfer.de

    Quelle: Unterfinanziert und lebensgefährlich: Bedingungen für die humanitäre Hilfe waren noch nie so schlecht / SOS-Kinderdörfer zum Welttag der humanitären Hilfe am 19. August

  • Welttag der humanitären Hilfe: Lokale Hilfskräfte am stärksten von Angriffen betroffen

    Welttag der humanitären Hilfe: Lokale Hilfskräfte am stärksten von Angriffen betroffen

    Berlin/London (ots) –

    Mit 96 Prozent trafen fast alle Angriffe auf humanitäre Helfende in den vergangenen fünf Jahren lokale Mitarbeitende. Save the Children warnt vor einer zunehmenden Missachtung des humanitären Völkerrechts und fordert anlässlich des Welttags der humanitären Hilfe einen besseren Schutz von Helfenden in Konfliktgebieten.

    Eine neue Analyse der Kinderrechtsorganisation auf Grundlage der „Aid Worker Security Database“ zeigt, dass zwischen Anfang August 2021 und Ende Juli 2026 etwa 3.496 lokale Hilfskräfte angegriffen wurden. Dazu zählen humanitäre Helfende, die ums Leben kamen, festgenommen, entführt oder schwer verletzt wurden. Zusätzlich wurden 134 internationale Mitarbeitende angegriffen.

    „Lokale Mitarbeitende sind am stärksten von Angriffen betroffen, aber darüber wird selten berichtet“, sagt Gabriella Waaijman, operative Geschäftsführerin von Save the Children International. „Häufig sind sie denselben Bombardierungen, Vertreibungen und Gefahren ausgesetzt wie die Menschen, denen sie helfen. Ihr Verlust trifft nicht nur Angehörige, Freund*innen und Kolleg*innen, sondern auch die Gemeinschaften, die auf ihre Unterstützung angewiesen sind. Wenn Hilfskräfte nicht sicher arbeiten können, verlieren Kinder in Not den Zugang zu Nahrung, medizinischer Versorgung, Bildung und Schutz.“

    In diesem Jahr fanden bislang die meisten Angriffe auf humanitäre Helfende im Libanon, Südsudan und Sudan statt, wodurch diese Länder aktuell zu den gefährlichsten Einsatzorten weltweit gehören. Zwar ist die Gesamtzahl der bisherigen Übergriffe in diesem Jahr im Vergleich zu den letzten zehn Jahren auf den niedrigsten Stand gesunken, doch die Zahl der betroffenen lokalen Mitarbeitenden hat einen Höchststand erreicht. Hinzu kommt, dass solche Fälle oft ungemeldet und unbemerkt bleiben. Die Risiken für humanitäre Helfende nehmen unterdessen weiterhin zu.

    „Das Versprechen von Respekt und Schutz für humanitäre Helfende gemäß dem humanitären Völkerrecht wird gebrochen. Wir können eine Welt nicht akzeptieren, in der diejenigen, die Leben retten, selbst zur Zielscheibe werden. Die Gesetze sind eindeutig: Humanitäre Helfende dürfen niemals angegriffen werden“, fügt Gabriella Waaijman hinzu.

    Insgesamt waren im Jahr 2025 weltweit mehr als 1.180 Helfende von schweren Angriffen betroffen. Ausschlaggebend dafür war insbesondere der Krieg in den besetzten Palästinensischen Gebieten. Dort wurden 187 humanitäre Helfende getötet, 80 verletzt, 23 festgenommen und zwei entführt.

    Save the Children fordert entschlossenes Handeln zum Schutz von Zivilist*innen sowie humanitären Helfenden weltweit. Das humanitäre Völkerrecht muss konsequent und unter Rücksicht auf die besonderen Schutzbedürfnisse von Kindern eingehalten werden. Gleichzeitig sind Staaten gefordert, ihren diplomatischen und rechtlichen Einfluss entschlossener einzusetzen, um Angriffe auf humanitäre Helfende zu verhindern und den Zugang zu lebensrettender Hilfe zu sichern. Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht dürfen nicht folgenlos bleiben.

    Über Save the Children

    Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 100 Ländern tätig. Save the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen. Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet, in der alle Kinder gesund und sicher leben sowie frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können – seit über 100 Jahren.

    Pressekontakt:

    Save the Children Deutschland e.V.
    Pressestelle
    Tel.: +49 (0)30 – 27 59 59 79 – 226
    Mail: presse@savethechildren.de

    Quelle: Welttag der humanitären Hilfe: Lokale Hilfskräfte am stärksten von Angriffen betroffen

  • Tag der humanitären Hilfe (19.8.): Finanzierungslücke bedroht lebensrettende Hilfe

    Tag der humanitären Hilfe (19.8.): Finanzierungslücke bedroht lebensrettende Hilfe

    Bonn (ots) –

    Zum Tag der humanitären Hilfe am 19. August würdigt die UNO-Flüchtlingshilfe den Einsatz humanitärer Helfer*innen weltweit und warnt zugleich vor einer historischen Finanzierungskrise. Während weltweit Millionen Menschen auf Schutz und Unterstützung angewiesen sind, fehlen Hilfsorganisationen zunehmend die Mittel, um diese Hilfe zu leisten. Millionen geflüchteter Menschen drohen dadurch lebenswichtige Unterstützung zu verlieren.

    Der Tag der humanitären Hilfe erinnert daran, dass hinter jeder Hilfsleistung Menschen stehen: Humanitäre Helfer*innen versorgen Flüchtlinge und Vertriebene, registrieren Schutzsuchende, organisieren Unterkünfte und ermöglichen medizinische Hilfe – oft unter schwierigen und gefährlichen Bedingungen. Ihr Einsatz kann nur Wirkung entfalten, wenn dafür ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Diese Grundlage gerät angesichts rückläufiger staatlicher Finanzierung zunehmend ins Wanken.

    „Humanitäre Helfer und Helferinnen sind jeden Tag dort im Einsatz, wo Menschen alles verloren haben. Doch selbst größter persönlicher Einsatz kann fehlende finanzielle Mittel nicht ersetzen. Wenn Hilfsgelder ausbleiben, verlieren Millionen Menschen Schutz, medizinische Versorgung und oft ihre letzte Hoffnung auf ein Leben in Sicherheit“, sagt Mark Ankerstein, Nationaler Direktor der UNO-Flüchtlingshilfe.

    Für 2026 hat das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR einen Finanzbedarf von 8,5 Milliarden US-Dollar veranschlagt. Das Budget liegt rund 20 Prozent unter dem Vorjahresniveau – nicht, weil die Not zurückgeht, sondern weil drastische Kürzungen großer Geberstaaten eine deutlich stärkere Priorisierung der Hilfe erzwingen. Bislang sind erst rund 2,7 Milliarden US-Dollar finanziert, das entspricht weniger als einem Drittel des Bedarfs.

    Humanitäre Hilfe braucht Verlässlichkeit

    Die UNO-Flüchtlingshilfe fordert Politik und internationale Geber auf, humanitäre Hilfe langfristig und verlässlich zu finanzieren. Gerade flexibel einsetzbare, ungebundene Mittel sind in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Dabei ermöglichen sie schnelle Hilfe dort, wo Krisen eskalieren und Menschen sie am dringendsten benötigen. „Wer humanitäre Hilfe ermöglichen will, muss auch dafür sorgen, dass Helfer und Helferinnen die Mittel haben, um ihre Arbeit zu tun. Hilfe darf nicht davon abhängen, ob eine Krise gerade Schlagzeilen macht“, so Ankerstein.

    Der Tag der humanitären Hilfe erinnert seit 2008 an den Anschlag auf das UN-Hauptquartier in Bagdad im Jahr 2003, bei dem 22 Menschen, darunter humanitäre Helfer*innen, getötet wurden. Zugleich würdigt er den Einsatz von Millionen Menschen, die weltweit unter oft lebensgefährlichen Bedingungen humanitäre Hilfe leisten. In 2025 sind 350 Hilfskräfte bei humanitären Einsätzen ums Leben gekommen, 322 wurden verwundet und 235 entführt.

    Weitere Informationen unter

    https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/informieren/aktuelles/tag-der-humanitaeren-hilfe

    Die UNO-Flüchtlingshilfe ist der deutsche Partner des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen, UNHCR. Sie mobilisiert Unterstützung für weltweite Hilfseinsätze, fördert Projekte für Geflüchtete in Deutschland und informiert über Flucht und ihre Ursachen.

    Pressekontakt:

    Victoria Schöndelen, Tel. 0228-90 90 86-57,
    victoria.schoendelen@uno-fluechtlingshilfe.de

    Quelle: Tag der humanitären Hilfe (19.8.): Finanzierungslücke bedroht lebensrettende Hilfe