Schlagwort: Gesundheit

  • GKV zwischen Stabilisierung und Strukturreformen: Innungskrankenkassen fordern nachhaltige Reformen über kurzfristige Entlastungspolitik hinaus

    GKV zwischen Stabilisierung und Strukturreformen: Innungskrankenkassen fordern nachhaltige Reformen über kurzfristige Entlastungspolitik hinaus

    Berlin (ots) –

    IKKn: Versicherte und Arbeitgeber brauchen Verlässlichkeit statt weiter steigender Belastungen / Versicherungsfremde Leistungen endlich vollständig steuerfinanzieren / Ausgabensteuerung und Primärversorgung stärken, Chancen der Ambulantisierung und Digitalisierung konsequent nutzen

    Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) steht trotz jüngster politischer Schritte weiterhin unter massivem Finanz- und Reformdruck. Zwar hat die Bundesregierung mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz vor der Sommerpause ein wichtiges Signal gesetzt, doch aus Sicht der Innungskrankenkassen müssen nun die strukturellen Probleme des Systems angegangen werden. Die Ausgaben steigen seit Jahren schneller als die Einnahmen, versicherungsfremde Leistungen werden weiterhin nicht vollständig aus Steuermitteln refinanziert, wichtige Strukturreformen bleiben aus oder werden, wie im Krankenhausbereich, verwässert, Ansätze wie Ambulantisierung und Digitalisierung bleiben hinter den Erwartungen zurück. Auf ihrer Sommer-Pressekonferenz in Berlin fordern die Innungskrankenkassen deshalb vom neuen Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) einen klaren Fokus auf nachhaltige Strukturreformen.

    Hans-Jürgen Müller, Vorstandsvorsitzender des IKK e.V., macht deutlich, dass die jüngsten politischen Maßnahmen zwar ein wichtiges Signal seien, die eigentliche Aufgabe aber jetzt erst beginne. „Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz war notwendig, aber es ist nur ein erster Schritt. Jetzt muss die Politik die Finanzierung des Gesundheitswesens endlich strukturell neu ordnen“, sagt Müller. Zugleich verweist er auf die anhaltend hohe Belastung der Versicherten: „Steigende Beitragssätze zählen für die Mehrheit (58 Prozent) der GKV-Versicherten zu den größten Problemen im Gesundheitswesen, so unsere aktuelle forsa-Umfrage. Das ist ein klares Warnsignal an die Politik.“

    Nach Berechnungen des Bundesgesundheitsministeriums fehlen den Kranken- und Pflegekassen bis 2027 rund 30 Milliarden Euro. Allein um die rechnerisch durchschnittlichen Zusatzbeiträge der GKV auf dem heutigen Niveau zu stabilisieren, sind im kommenden Jahr Einsparungen in Höhe von 18,8 Milliarden Euro erforderlich. Die Kassen begrüßen zwar, dass mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz eine einnahmenorientierte Ausgabensteuerung eingeleitet wird, sehen jedoch weiterhin erhebliche Lücken – vor allem in den besonders kostenintensiven Bereichen der Krankenhäuser und der Arzneimittelversorgung. „Es kann nicht sein, dass ausgerechnet die teuersten Sektoren mit den höchsten Ausgabensteigerungen politisch nicht angemessen an den notwendigen Einsparungen beteiligt werden. Wer Stabilität will, muss auch dort konsequent gegensteuern, wo die Kosten am stärksten wachsen“, so Müller.

    Besonders wichtig ist den Innungskrankenkassen der Blick auf die nächste Reformstufe. Die FinanzKommission Gesundheit ist nach ihrem ersten Bericht mit kurzfristigen Vorschlägen beauftragt, bis spätestens Dezember 2026 einen zweiten Bericht vorzulegen. Darin sollen Reformvorschläge entwickelt werden, die die Strukturen des Gesundheitswesens auf der Einnahmen- und Ausgabenseite sowie auf Systemebene in den Blick nehmen. „Genau dort liegt die eigentliche politische Aufgabe: Auf die kurzfristige Stabilisierung muss nun eine tragfähige Strukturreform folgen“, betont Müller. „Der zweite Bericht der FinanzKommission Gesundheit muss dafür den Rahmen setzen.“

    Zur Debatte über die Zahl und Größe der Krankenkassen ordnen die Innungskrankenkassen die Faktenlage nüchtern ein: Eine pauschale Fusionsverpflichtung würde aus ihrer Sicht keine beitragssatzrelevanten Einsparungen bringen. Bereits heute sind 84 Prozent der GKV-Versicherten bei den 20 größten Krankenkassen versichert. Zugleich liegen die Verwaltungskosten der Kassen mit rund 4 Prozent vergleichsweise niedrig; auch ihr Anstieg blieb in den vergangenen Jahren unter der Entwicklung der Grundlohnrate. „Die behaupteten Effekte von Zwangsfusionen halten einer sachlichen Prüfung nicht stand“, sagt Müller. „Größe allein schafft weder eine bessere Versorgung oder Versichertennähe noch eine nachhaltige Finanzierung.“

    Die Innungskrankenkassen legen deshalb drei zentrale Reformlinien vor: eine verlässliche und dynamisch ausgestaltete Finanzierung versicherungsfremder Leistungen aus Steuermitteln, eine breitere Finanzierungsbasis der GKV jenseits des reinen Lohnkostenmodells sowie eine konsequente Ausgabensteuerung mit stärkeren Prüf- und Steuerungsrechten für die Selbstverwaltung. „Wir brauchen mehr Verantwortung, mehr Steuerung in der Versorgung und mehr Ehrlichkeit in der Finanzierung“, fordert auch Hans Peter Wollseifer, Vorstandsvorsitzender des IKK e.V. „Nur so lassen sich Stabilität, Solidarität und Leistungsfähigkeit des Systems dauerhaft sichern.“

    Wollseifer setzt den Schwerpunkt auf die Beitragsgerechtigkeit sowie die wirtschaftlichen Folgen für Betriebe und Beschäftigte. „Steigende Krankenkassenbeiträge sind nicht nur ein Problem für Versicherte, sondern auch für deren Arbeitgeber und Betriebe. Sie erhöhen die Lohnnebenkosten und belasten damit gerade das personalintensive Handwerk und den Mittelstand“, sagt Wollseifer. Wer Beitragsstabilität wolle, müsse den Staat deshalb konsequent in die Pflicht nehmen: „Versicherungsfremde Leistungen müssen vollständig aus Steuermitteln finanziert werden. Alles andere ist eine Verschiebung der Finanzierungsverantwortung zulasten von Beschäftigten und Arbeitgebenden.“

    Er verweist zudem auf die Notwendigkeit einer breiteren und zeitgemäßen Finanzierungsbasis. „Die GKV darf nicht länger ausschließlich über Arbeit finanziert werden, während neue Erwerbsformen und gesamtgesellschaftliche Kosten außen vor bleiben“, so Wollseifer. Auch zielgerichtete Lenkungssteuern bzw. Sonderabgaben hält er für richtig: „Wer gesundheitliche Folgekosten durch Tabak (rund 30,3 Mrd. EUR), Alkoholkonsum (16,6 Mrd. EUR) und übermäßigen Zuckerkonsum (113 Mrd. EUR) verursacht, sollte sich auch an deren Finanzierung beteiligen. Das ist fair, präventiv und ordnungspolitisch sinnvoll.“ Der Vorstandsvorsitzende verweist auf die forsa-Umfrage, nach der sich ca. drei Viertel (72 Prozent) der Befragten dafür aussprechen, eine Abgabe auf zuckergesüßte Getränke zur Mitfinanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung einzuführen.

    Zugleich fordert Wollseifer mehr wirksame Steuerungs- und Kontrollmechanismen innerhalb der GKV. „Wir brauchen wieder stärkere Prüf- und Steuerungsrechte, damit Ausgaben begrenzt, Leistungen evaluiert und dort begrenzt werden können, wo der medizinische Mehrwert fehlt“, sagt er. „Die Selbstverwaltung ist dabei kein Hindernis, sondern ein zentraler Stabilitätsfaktor. Sie muss gestärkt werden, nicht geschwächt.“

    Frank Hippler, Vorstandsvorsitzender der IKK classic, richtet den Blick auf die Versorgung der Versicherten. Für ihn entscheidet sich die Zukunft der gesetzlichen Krankenversicherung nicht allein an der Finanzierungsfrage, sondern vor allem daran, wie Versorgung besser organisiert, gesteuert und vernetzt werden. Eine zentrale Rolle spiele dabei ein modernes Primärversorgungssystem, das Versicherte schnell und verlässlich in die jeweils passende Behandlung lenkt.

    „Eine bessere Versorgungssteuerung, eine konsequente Digitalisierung und die Fokussierung auf Prävention gehören untrennbar zusammen, wenn wir mit den vorhandenen Mitteln mehr Gesundheit erreichen wollen. Dafür brauchen wir ein starkes und vernetztes Primärversorgungssystem, das den Menschen Orientierung gibt und sie zuverlässig durch das Gesundheitssystem begleitet. Denken wir diese Bereiche gemeinsam, können wir die Versorgungsqualität verbessern, Ressourcen gezielter einsetzen und die GKV langfristig leistungsfähig und finanzierbar halten“, sagt Hippler.

    Die Innungskrankenkassen verweisen auf eindeutige Warnsignale: Laut unserer aktuellen forsa-Umfrage sind nur noch 20 Prozent der gesetzlich Versicherten mit der Gesundheitspolitik zufrieden, 77 Prozent unzufrieden – 2024 waren noch 39 Prozent mit der Gesundheitspolitik zufrieden. Bei den 45- bis 59-Jährigen ist die Unzufriedenheit besonders stark ausgeprägt. „Der Beitragsfrust ist real“, sagt Müller. „Wer steigende Beiträge zahlt, aber lange auf Termine wartet oder Leistungseinschränkungen erlebt, empfindet das System als unfair.“ Hohe Beiträge bei schwer zugänglicher Versorgung – das treibt die Unzufriedenheit. Angesichts der Landtagswahlen in den ostdeutschen Flächenländern Sachsen-Anhalt am 6. September und Mecklenburg-Vorpommern am 20. September beunruhige ihn das sehr, so Müller. Wollseifer ergänzt: „Die Menschen erwarten Verlässlichkeit, faire Lastenverteilung und eine Versorgung, die ihren Beitrag wert ist. Dafür brauchen wir jetzt Mut zu Strukturreformen.“

    Hinweis für Redaktionen:

    Die vollständige Pressemappe zur Pressekonferenz finden Sie unter: www.ikkev.de/pressekonferenz-2026

    Über den IKK e.V.:

    Der IKK e.V. ist die gemeinsame Vertretung der Innungskrankenkassen auf Bundesebene. Der Verein wurde 2008 gegründet, um die Interessen seiner Mitglieder und ihrer Versicherten gegenüber allen wesentlichen Beteiligten des Gesundheitswesens zu vertreten. Die Innungskrankenkassen stehen für fünf Millionen Versicherte.

    Pressekontakt:

    Leitung Kommunikation | Pressesprecherin
    Iris Kampf
    Tel.: 030 202491-32
    Fax: 030 202491-50
    E-Mail: iris.kampf@ikkev.de

    Quelle: GKV zwischen Stabilisierung und Strukturreformen: Innungskrankenkassen fordern nachhaltige Reformen über kurzfristige Entlastungspolitik hinaus

  • Ukraine: Angriffe werden für Zivilbevölkerung und Helfende immer gefährlicher

    Ukraine: Angriffe werden für Zivilbevölkerung und Helfende immer gefährlicher

    Bonn/Kyiv (ots) –

    Die internationale Hilfsorganisation CARE ist zutiefst besorgt über die sich weiter zuspitzende humanitäre Lage in der Ukraine. Im Juli wurden laut UN-Angaben 30 Prozent mehr Zivilpersonen getötet oder verletzt als im Vormonat. Auch für humanitäre Helfende steigen die Risiken zunehmend. Die jüngsten Angriffe auf zivile Infrastruktur – darunter medizinische Einrichtungen, Stromnetze, Eisenbahnstrecken, wichtige Lebensmittelverteilzentren und Versorgungsketten – verschärfen das Leid erheblich und gefährden die Ernährungssicherheit von Millionen von Menschen.

    „Der Anstieg der zivilen Todesopfer und Verletzten ist schockierend und herzzerreißend. Die unerbittlichen Angriffe auf zivile Infrastruktur haben massive Folgen für die Gesundheit, Sicherheit und das Wohlergehen der Menschen. Viele Supermarktregale in Kyiv sind diese Woche leer, da die Lebensmittelversorgung infolge der Angriffe beeinträchtigt ist“, sagt Michael McGrath, Landesdirektor von CARE Ukraine. „Unsere Teams und die der lokalen Organisationen, mit denen wir zusammenarbeiten, sind unter diesen gefährlichen Bedingungen unermüdlich im Einsatz. Die psychische und physische Belastung sowohl für die Bevölkerung als auch für die humanitären Helfenden erreicht einen kritischen Punkt.“

    Tymofii Saitarly, Leiter der ukrainischen Organisation „Safe Space“, die in der Region Saporischschja tätig ist und Frauen psychologische Unterstützung bietet, betont: „Im Vergleich zum letzten Jahr beobachten wir eine starke Zunahme von Erschöpfung und Burnout. Frauen sind oft besonders gefährdet und gleichzeitig wichtigster emotionaler Anker für ihre Kinder und Familien. Doch der finanzielle Druck und die Last, den Haushalt zu versorgen, nehmen weiter zu. Viele zögern mittlerweile, sich evakuieren zu lassen, weil ihnen die körperliche und emotionale Kraft fehlt, um noch einmal von vorne anzufangen. Kriegsmüdigkeit spüren nicht nur unsere Projektteilnehmenden, sondern auch die Mitglieder unseres Teams, die unter denselben Luftangriffswarnungen und Explosionen leben und arbeiten wie die Gemeinschaften, die sie unterstützen.“

    Nach dem humanitären Völkerrecht müssen Zivilpersonen und zivile Infrastruktur jederzeit geschützt werden, einschließlich humanitäre Helfende und Einrichtungen. CARE fordert die internationale Gemeinschaft dringend auf, die humanitäre Hilfe für die Ukraine aufrechtzuerhalten und auszuweiten, um Menschen in Not schnell, effektiv und sicher unterstützen zu können.

    CARE wurde 1945 gegründet, um Armut und Hunger in Europa mit Millionen CARE-Paketen zu lindern. Heute setzt sich CARE in über 100 Ländern mit überwiegend einheimischen Kräften und Partnerorganisationen für die Überwindung von Not, Armut und Ausgrenzung ein und stellt insbesondere Frauen und Mädchen ins Zentrum seiner Arbeit.

    Pressekontakt:

    Rückfragen bitte an:
    CARE Deutschland e.V.
    Corinna Henrich
    Telefon: +49 (0) 228 975 63 – 46
    Mobil: +49 (0) 1511 11 48 475
    E-Mail: henrich@care.de

    Quelle: Ukraine: Angriffe werden für Zivilbevölkerung und Helfende immer gefährlicher

  • Welt-Sepsis-Tag am 13. September: Sepsis-Wissen rettet Leben

    Welt-Sepsis-Tag am 13. September: Sepsis-Wissen rettet Leben

    Berlin (ots) –

    Am 13. September ist Welt-Sepsis-Tag. In Deutschland erkranken jährlich mindestens 230.000 Menschen an einer Sepsis, mindestens 85.000 sterben daran – viele, weil die Warnzeichen zu spät erkannt werden. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V. (APS) fordert deshalb, Wissen über den lebensbedrohlichen Notfall Sepsis in der Bevölkerung deutlich zu stärken, ob in Arztpraxen, Apotheken oder Erste-Hilfe-Kurse. Denn Sepsis-Wissen rettet Leben. Die zentrale Frage „Könnte es Sepsis sein?“ muss zum Allgemeinwissen werden.

    Mit dem neuen Qualitätssicherungsverfahren QS Sepsis, das seit dem 1. Januar 2026 für alle Krankenhäuser verpflichtend ist, wird die klinische Versorgung von Sepsis erstmals bundesweit systematisch erfasst und verbessert. Das APS begrüßt diesen Schritt. Doch die Mehrheit aller Sepsis-Fälle entsteht außerhalb des Krankenhauses. Klinische Qualitätssicherung allein kann das Problem nicht lösen, entscheidend ist, dass die Menschen selbst Sepsis erkennen.

    „Sepsis ist einer der häufigsten medizinischen Notfälle in Deutschland und gleichzeitig einer der unbekanntesten. Solange die meisten Menschen nicht wissen, woran sie eine Sepsis erkennen, werden wir weiter vermeidbare Todesfälle sehen“, sagt Prof. Dr. Stefan Schröder, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie, Artemed Krankenhaus Düren und Mitglied im Vorstand des APS. Prof. Dr. Albrecht Stier, stellvertretender Vorsitzender des APS und verantwortlich für #DeutschlandErkenntSepsis, ergänzt: „Mit unserer Kampagne setzen wir uns als Aktionsbündnis Patientensicherheit seit Jahren dafür ein, die Bevölkerung für die Symptome zu sensibilisieren, damit die Frage ‚Könnte es Sepsis sein?‘ bei einer schweren Infektion selbstverständlich wird.“

    Rund um den Welt-Sepsis-Tag finden deutschlandweit Veranstaltungen und Informationsaktionen statt. Auf einer interaktiven Aktionskarte unter deutschland-erkennt-sepsis.de/welt-sepsis-tag können Krankenhäuser, Gesundheitseinrichtungen und Initiativen ihre Aktionen eintragen und sichtbar machen.

    Angebot für Redaktionen: Die Kampagne #DeutschlandErkenntSepsis unterstützt Ihre Berichterstattung rund um den Welt Sepsis-Tag. Wir vermitteln Interviews mit Sepsis-Expert:innen und Betroffenen, stellen Fakten, Zahlen und Grafiken bereit und informieren über lokale Aktionen in Ihrer Region. Die Pressemappe zum Welt-Sepsis-Tag 2026 steht zum Download (https://www.deutschland-erkennt-sepsis.de/wp-content/uploads/2608_Pressemappe_SAM_2026.pdf) zur Verfügung.

    Über die Kampagne #DeutschlandErkenntSepsis: Die Kampagne #DeutschlandErkenntSepsis wurde vom Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V. (APS) initiiert. Zusammen mit den Partnern SepsisDialog der Universitätsmedizin Greifswald, Deutsche Sepsis Hilfe e. V. und Deutsches Qualitätsbündnis Sepsis am Universitätsklinikum Jena (DQSep) klärt die Kampagne die Bevölkerung und das medizinische Fachpersonal über die Prävention, Erkennung, Behandlung und Nachsorge von Sepsis auf. Die Kampagne erhält eine Förderung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) und wird von zahlreichen Freund:innen sowie Förderpartner:innen unterstützt. Informationen und Einblicke gibt es unter: www.deutschland erkennt-sepsis.de.

    Pressekontakt:

    Pauline Wohllebe & Artur Krutsch, #DeutschlandErkenntSepsis | APS e. V. presse@deutschland-erkennt-sepsis.de | +49 (0)30 3642816 05

    Quelle: Welt-Sepsis-Tag am 13. September: Sepsis-Wissen rettet Leben

  • Meilenstein für den UV-Schutz: 1.000. WATCH OUT-UV-Index-Tafel eingeweiht / TV-Moderatorin Susanne Klehn übergibt Jubiläumstafel in Leipzig

    Meilenstein für den UV-Schutz: 1.000. WATCH OUT-UV-Index-Tafel eingeweiht / TV-Moderatorin Susanne Klehn übergibt Jubiläumstafel in Leipzig

    Bonn/Hamburg/Leipzig (ots) –

    UV-Strahlung ist die Hauptursache für Hautkrebs. Wer sein persönliches Risiko senken will, sollte sein Verhalten in der Sonne am UV-Index ausrichten. Genau dabei helfen die UV-Index-Tafeln des bundesweiten Präventionsprojekts „WATCH OUT“ der Deutschen Krebshilfe, der Arbeitsgemeinschaft Dermatologischer Prävention (ADP) und ihrer Partner. Sie informieren tagesaktuell über die UV-Belastung und geben konkrete Verhaltenstipps. Im Leipziger Freibad „Schreberbad“ wurde heute die 1.000 WATCH OUT-Tafel eingeweiht. Das Projekt ist inzwischen in über 80 Städten und Gemeinden sowie zwölf Bundesländern aktiv. Weitere Freizeiteinrichtungen sind bundesweit eingeladen, sich anzuschließen.

    „Die 1.000. UV-Index-Tafel, die ich heute überreichen darf, steht symbolisch für das große Engagement

    UV-Index-Tafel Kopie.jpg vieler Menschen und Einrichtungen, UV-Schutz im Alltag sichtbar und selbstverständlich zu machen. Dafür danke ich sehr“, sagt Susanne Klehn, Botschafterin der Deutschen Krebshilfe für Hautkrebsprävention. „Ich selbst habe zweimal die Diagnose Hautkrebs erhalten. Diese Erfahrung wünsche ich niemandem. Umso mehr freue ich mich, dass meine Heimatstadt dieses wichtige Zeichen für den UV-Schutz setzt.“

    Die Stadt Leipzig stattet ihre Freibäder mit insgesamt sechs UV-Index-Tafeln aus. „Unsere Freibäder sind Orte für Bewegung, Erholung und Freizeit. Gleichzeitig tragen wir Verantwortung für die Sicherheit und Gesundheit unserer Gäste. Mit den UV-Index-Schildern geben wir eine zusätzliche Orientierung, damit Besucher durch die entsprechenden Hinweise zu Schatten, geeigneter Kleidung und Sonnencreme sonnige Tage unbeschwert genießen können“, erklärt Martin Gräfe, Geschäftsführer der Leipziger Sportbäder.

    Der Klimawandel führt nachweislich zu mehr Hitze und einer höheren UV-Belastung. „Auch in Sachsen sind die Auswirkungen des Klimawandels deutlich spürbar. Prävention ist eine zentrale Aufgabe unseres Gesundheitsamtes. Deshalb wollen wir den Schutz vor Hitze und UV-Strahlung dauerhaft im Alltag verankern. Die UV-Index-Tafeln des Projekts WATCH OUT leisten hierzu einen wichtigen Beitrag“, sagt Constanze Anders, Leiterin des Leipziger Gesundheitsamtes.

    „Noch immer unterschätzen viele Menschen die Gefahr der UV-Strahlung und halten gebräunte Haut für ein Schönheitsideal und Zeichen von Gesundheit. Dies ist ein Irrtum, der das Hautkrebsrisiko erheblich erhöht“, betont Professor Dr. Eckhard Breitbart, Dermatologe und Vorsitzender der ADP. Hautkrebs zählt in Deutschland zu den häufigsten Tumorarten. Bundesweit erkranken jährlich rund 355.000 Menschen neu daran, darunter fast 42.000 am malignen Melanom. Diese auch als schwarzer Hautkrebs bekannte Tumorart ist besonders aggressiv: Sie bildet früh Metastasen und ist dann deutlich schwerer zu behandeln.

    Die UV-Index-Tafel

    Der UV-Index (UVI) ist international anerkannt und informiert darüber, wie hoch die UV-Belastung am jeweiligen Tag ausfällt. Mit den UV-Index-Werten sind konkrete Empfehlungen zum Sonnenschutz verbunden. Bereits ab einem UV-Index von 3 (gelb) ist es ratsam, in der Mittagszeit zwischen 11 und 15 Uhr Schatten aufzusuchen. Kleidung, die auch Stellen wie Schultern oder Fußrücken bedeckt, eine Kopfbedeckung bestenfalls auch für Nacken, Stirn und Ohren sowie eine UV400-Sonnenbrille, welche auch die Seiten abdeckt, schützen Haut und Augen besonders wirksam.Sonnencreme ergänzt diesen Schutz an unbedeckten Hautstellen. Bei sehr hoher UV-Belastung ab einem UV-Index von 8 (rot oder violett) wird empfohlen, die Mittagssonne möglichst zu meiden und Innenräume aufzusuchen.Ausführliche Informationen zum UV-Index bieten das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS): www.bfs.de/uv-prognose und der Deutsche Wetterdienst (DWD): www.uv-index.de.

    UV-Schutz stärken – mit Projekten der Deutschen Krebshilfe und ihrer Partner

    Die Deutsche Krebshilfe und ihre Kooperationspartner setzen sich bundesweit dafür ein, UV-Schutz nachhaltig im Alltag zu verankern: Mit dem Projekt WATCH OUT können private und kommunale Akteure insbesondere im Freizeit- und Sportbereich niederschwellig auf den UV-Index aufmerksam machen und das Bewusstsein für wirksamen UV-Schutz stärken. Informationen zu den Projekten und Partnern finden Interessierte unter: www.krebshilfe.de/uv-schutz und www.watch-out.io (https://watch-out.io/). Mit dem Projekt CLEVER IN SONNE UND SCHATTEN wird altersgerecht und zielgruppenspezifisch Wissen zum UV-Schutz vermittelt – unter anderem in Kitas, Schulen und Sportvereinen. Mehr Informationen unter: www.krebshilfe.de/uv-schutz und www.cleverinsonne.de.

    Für weitere Informationen und Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an:

    Henriette Bunde | Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) e. V.E-Mail: bunde@adpev.de | Telefon 040/20913-134 | Fax 040/20913-161

    Web: www.hautkrebspraevention.de | www.hautkrebs-screening.de

    Charlotte Weiß | Stiftung Deutsche KrebshilfeE-Mail: presse@krebshilfe.de | Telefon 0228 72990-96

    Web: www.krebshilfe.de

    Pressekontakt:

    Deutsche Krebshilfe
    Pressestelle
    Buschstr. 32
    53113 Bonn
    Telefon: 02 28/7 29 90-96
    E-Mail: presse@krebshilfe.de
    Internet: www.krebshilfe.de

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  • Den Alltag wieder üben: Neurologische Reha mit eigenem Penny Trainingsmarkt

    Den Alltag wieder üben: Neurologische Reha mit eigenem Penny Trainingsmarkt

    Hamburg (ots) –

    – Ungewöhnliches Therapieangebot der Asklepios Klinik Altona
    – Realistisches Training für neurologische Patient:innen
    – Unentgeltliche Unterstützung von Penny, Röpke Ladenbau und Die Holzwerkstatt
    – Kunst trifft Therapie: Einzigartige Gestaltung durch den Graffiti-Künstler Ray de la Cruz

    Das gerade neu eröffnete Neurologische Therapiezentrum Altona bietet jetzt eine neue Behandlungsmöglichkeit, um die Selbständigkeit von Patient:innen nach schweren neurologischen Erkrankungen wie z. B. Schlaganfällen in alltäglichen Situationen zu trainieren. Dazu bietet ein eigener Penny Trainingsmarkt ein geschütztes Umfeld. Sie können dort Produkte auswählen, sich zwischen den Regalen orientieren, Kaufentscheidungen treffen und an der Kasse zahlen. All das fördert wichtige körperliche, kognitive

    NTZ_Altona_1.jpg und kommunikative Fähigkeiten, die für ein selbstständiges Leben von großer Bedeutung sind. Eine solche Übungsmöglichkeit gibt es bislang in Deutschland nur selten.

    Nach schweren neurologischen Erkrankungen wie einem Schlaganfall müssen die Betroffenen verlorene Fähigkeiten mit unterschiedlichen Therapien wie beispielsweise Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, kognitivem Training, KI-gestützten Trainingssystemen, Robotik und Biofeedback in verschiedenen Rehabilitationsphasen wieder erlernen. „Wenn im geschützten Rahmen schon vieles gut gelingt, genügt das oft noch nicht zur Bewältigung des Alltags“, sagt Privatdozent Dr. Robert Schulz, Chefarzt der Neurologie der Asklepios Klinik Altona, „Teilhabe ist aber ein immens wichtiger Schritt für die Genesung und das Wohlbefinden der Patient:innen. Einkaufen ist

    PD Dr. Robert Schulz, Chefarzt der Neurologie der Asklepios Klinik Altona, im Penny Trainingsma.jpeg damit ein Puzzleteil zur Selbstständigkeit.“

    Im Ambulanten Neurologischen Therapiezentrum Altona wurde daher dieser besondere Ansatz gewählt, kognitive Bewegungsabläufe möglichst alltagsnah zu trainieren. Einkaufen gehört für die meisten Menschen zum Alltag, kann aber zum Beispiel für Menschen nach einem Schlaganfall eine besondere Herausforderung darstellen. Zu den Bewegungen, die in dem Mini-Markt hoch über Hamburgs Dächern trainiert werden, zählen Waren aus dem Regal nehmen, Türen von Kühleinheiten offen halten, während Produkte entnommen werden, Ware aufs Band legen, Geld aus der Geldbörse nehmen. Dazu kommen Übungen der geistigen und motorischen Leistungsfähigkeit wie Orientierung im Raum, Abläufe gedanklich vorstrukturieren, planvoll vorgehen, Gleichgewicht, Koordination, Greifen und Gedächtnistraining („habe ich alles?“). Das geschützte Umfeld ermöglicht das alles ohne den realen Zeitdruck oder eventuelles Unwohlsein, weil andere Einkaufende zuschauen oder ungeduldig reagieren.

    Das spielerische Lernen mit dem direkt erkennbaren Nutzen erhöht die Motivation.

    Der Trainingsmarkt hat ein bewusst übersichtliches Setting, denn was im Kleinen gut funktioniert, kann dann auf einen großen Markt übertragen werden. Für Penny ist dieses Engagement weit mehr als die kostenlose Bereitstellung von Ausstattung und Handelskompetenz. Es ist Ausdruck der Unternehmensphilosophie, nah bei den Menschen zu sein. Zum Trainingsmarkt gehören fünf Regale mit einer Gesamtlänge von knapp sieben Metern, ein Bake-off-Regal, ein Zeitungsregal, eine kleine Tiefkühltruhe sowie ein Getränkekühlschrank. Zusätzlich erhält das Reha-Zentrum Einkaufswagen, mehrere Einkaufskörbe sowie Obst- und Gemüse- und Brottüten, um den Einkauf für die Patient:innen möglichst authentisch erlebbar zu machen.

    Ergänzt wird das Marktbild durch speziell angefertigte Elemente aus Holz: Die Tischlerei „Die Holzwerkstatt“ von Sean Pielke fertigte eine Kasse mit kleinem Laufband sowie ein beleuchtetes Penny-Schild aus Holz, das künftig vor dem Trainingsmarkt als Wegweiser dient und die Orientierung innerhalb des Therapiezentrums unterstützt. Andreas Röpke von „Röpke Ladenbau“ übernahm den Aufbau der Regale und stellte die benötigten Ladenbauelemente aus dem Baulager bereit. Beide unterstützen das Projekt unentgeltlich, weil sie von der Idee und dem Nutzen für die Patient:innen überzeugt sind.

    Der Grafitti-Künstler Ray de la Cruz hatte den Penny Markt auf der Reeperbahn mitgestaltet und war aus diesem Grund mit der Idee des Marktes im Reha-Zentrum auf PENNY zugekommen.

    Daniel Perpeet, Vorsitzender der Geschäftsleitung der PENNY Region Nord, im Vorfeld der Eröffnung: „Wir sind stolz darauf, Teil dieses Projekts zu sein. Der Ansatz zeigt eindrucksvoll, wie wichtig die Verbindung zwischen Therapie und gelebtem Alltag ist. Wenn ein PENNY Markt dazu beitragen kann, Menschen nach einem schweren gesundheitlichen Einschnitt ein Stück Selbstständigkeit und Lebensqualität zurückzugeben, dann ist das genau die Art von gesellschaftlichem Engagement, die wir gerne unterstützen.“ Mit dem Trainingsmarkt im Reha-Zentrum Hamburg-Altona werde aus einem klassischen Einkaufsort ein Ort des Lernens, Übens und der Zuversicht. Für PENNY sei dies eine außergewöhnliche Form von Nachbarschaft – und ein weiteres Beispiel dafür, wie Nähe im Alltag einen echten Unterschied machen kann.

    Über PENNY:

    PENNY erzielte 2025 in Deutschland mit rund 2.130 Filialen und rund 31.000 Mitarbeitenden einen Umsatz von 10 Milliarden Euro.

    Für Rückfragen:

    PENNY-Unternehmenskommunikation, Tel.: 0221-149-1050, E-Mail: presse@penny.de

    Gut für Hamburg

    Mit seinen Rehabilitationsangeboten bereichert das Neurologische Therapiezentrum Altona die neurologische Versorgung der Asklepios Kliniken Hamburg. Die Asklepios Klinik Altona gehört zu den sieben Kliniken, davon vier Krankenhäuser der Maximalversorgung, die Asklepios in Hamburg betreibt, sechs davon mit einer Neurologie. Dazu kommen vielfältige ambulante fachärztliche und therapeutische Angebote in den Medizinischen Versorgungszentren (MVZ), psychiatrischen und psychosomatischen Institutsambulanzen sowie Therapiezentren. Patient:innen profitieren von der interdisziplinären Behandlung innerhalb der Kliniken und der standortübergreifenden Zusammenarbeit. Bereits seit mehr als 20 Jahren (https://gutfuerhamburg.asklepios.com/chronik/live/asklepios_chronik_20_jahre_akhh_2024/index.html) ist Asklepios ein verlässlicher Partner im Hamburger Gesundheitswesen und versorgt rund die Hälfte aller Krankenhauspatient:innen in der Hansestadt. Die intensive Zusammenarbeit von Spezialist:innen aus 28 medizinischen Disziplinen in standortübergreifenden Fachgruppen und interdisziplinären Netzwerken sichert eine besonders hohe Behandlungsqualität. Gemeinsam sorgen die unterschiedlich spezialisierten Expert:innen im Team für eine flächendeckende Spitzenmedizin für alle.

    Kontakt:

    https://www.asklepios.com/konzern/unternehmen/aktuell/pressekontakt/

    Asklepios Kliniken GmbH & Co. KGaA
    Konzernbereich Unternehmenskommunikation & Marketing
    Rübenkamp 226
    22307 Hamburg

    Tel.: (0 40) 18 18-82 66 36
    E-Mail: presse@asklepios.com
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    Pflege-Blog: „Wir sind Pflege“ (https://wir-sind-pflege.blog/)

    Quelle: Den Alltag wieder üben: Neurologische Reha mit eigenem Penny Trainingsmarkt

  • Pflege bei Demenz: Warum Angehörige frühzeitig für Entlastung sorgen sollten

    Pflege bei Demenz: Warum Angehörige frühzeitig für Entlastung sorgen sollten

    Düsseldorf (ots) –

    Die Pflege eines geliebten Menschen mit Demenz ist eine große Aufgabe, die Kraft, Geduld und emotionale Stärke verlangt. Tag für Tag kümmern sich Angehörige mit Hingabe um Menschen, die zunehmend Fähigkeiten verlieren.

    Doch oft geschieht das auf Kosten der eigenen Gesundheit. Viele Pflegepersonen stellen ihre Bedürfnisse zurück, aus Liebe, Pflichtgefühl oder dem Wunsch, alles „richtig“ zu machen. Umso wichtiger ist es, die eigenen Belastungsgrenzen frühzeitig ernst zu nehmen und Unterstützung nicht erst dann zu suchen, wenn die Kräfte bereits erschöpft sind.

    „Wer ständig über die eigenen Grenzen geht, riskiert ernsthafte gesundheitliche Folgen“, warnt Dr. Anne Pfitzer-Bilsing, Leiterin der Abteilung Wissenschaft bei der gemeinnützigen Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI). Viele pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz sind enormen körperlichen und seelischen Belastungen ausgesetzt. Mit der Zeit sind sie besonders gefährdet, an Bluthochdruck, Erschöpfung und Depressionen zu erkranken.

    Entlastung frühzeitig organisieren

    Selbstfürsorge ist deshalb kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. „Nur wer auch auf sich selbst achtet, kann langfristig für andere da sein“, betont Pfitzer-Bilsing. „Denn die Pflege eines Menschen mit Demenz ist kein Sprint, sondern ein Marathon – und dafür braucht es Ausdauer, Kraft und Unterstützung.“

    Viele Angehörige zögern, Hilfe anzunehmen, weil sie glauben, alles allein schaffen zu müssen, oder weil es ihnen schwerfällt, die Pflege in fremde Hände zu geben. Doch bei Demenz stellt sich nicht die Frage, ob Unterstützung nötig wird, sondern wann. Wer sich frühzeitig ein Hilfenetzwerk aufbaut, schafft deshalb nicht nur Entlastung für den Moment, sondern auch wichtige Strukturen für den weiteren Krankheitsverlauf.

    „Mit dem Fortschreiten der Krankheit wachsen die Anforderungen und Belastungen. Deshalb ist es wichtig, sich frühzeitig Unterstützung zu organisieren. Ein stabiles Netzwerk aus Fachkräften, Familie und Ehrenamtlichen hilft, die Pflege langfristig zu bewältigen.“

    Pausen sind wichtig – reichen aber nicht immer aus

    Selbstfürsorge beginnt im Alltag. Schon kurze Auszeiten, beispielsweise ein Spaziergang, ein bewusstes Durchatmen oder ein Moment der Stille, können helfen, Stress abzubauen. „Vielen helfen auch Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation, wieder bei sich selbst anzukommen“, erklärt Pfitzer-Bilsing. „Auch ausreichender Schlaf, regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung sind wichtig, um langfristig gesund zu bleiben.“

    Doch gerade bei einer dauerhaft belastenden Pflegesituation braucht Selbstfürsorge mehr als kleine Auszeiten. Sie bedeutet auch, Aufgaben abzugeben, Unterstützung anzunehmen und sich regelmäßige Freiräume zu schaffen. Angehörige sollten deshalb überlegen, welche Aufgaben andere Familienmitglieder, Freunde oder professionelle und ehrenamtliche Dienste übernehmen können.

    Gefühle ernst nehmen und Grenzen setzen

    Die Pflege eines geliebten Menschen mit Demenz bedeutet oft auch einen schleichenden Abschied. Gefühle wie Traurigkeit, Wut oder Überforderung sind in dieser Situation normal. Wichtig ist, sie nicht zu verdrängen. Gespräche mit vertrauten Personen, Selbsthilfegruppen oder eine professionelle Beratung können entlasten.

    Selbstfürsorge bedeutet auch, manchmal Grenzen zu setzen, denn niemand kann rund um die Uhr im Einsatz sein. „Ein Nein ist kein Egoismus – es ist ein Ja zu den eigenen Bedürfnissen“, so Pfitzer-Bilsing. „Wer rechtzeitig Pausen einplant und Hilfe sucht, handelt verantwortungsvoll – für sich selbst und auch für die pflegebedürftige Person.“

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    Weiteres kostenloses Fotomaterial

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    Kostenloser Ratgeber für Angehörige

    Weitere Informationen für pflegende Angehörige bietet der Ratgeber „Für Menschen mit Demenz da sein – Orientierung und Hilfe für pflegende Angehörige“. Die Broschüre kann kostenfrei bestellt werden bei der Alzheimer Forschung Initiative e.V., Kreuzstr. 34, 40210 Düsseldorf; Telefonnummer 0211 – 86 20 66 0; Webseite: www.alzheimer-forschung.de/angehoerige

    Über die Alzheimer Forschung Initiative e.V.

    Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) ist ein gemeinnütziger Verein, der das Spendenzertifikat des Deutschen Spendenrats e.V. trägt. Seit 1995 fördert die AFI mit Spendengeldern Forschungsprojekte engagierter Demenzforscherinnen und -forscher. Seit 2025 stellt die AFI auch Fördergelder für Pflegeforschung bereit. Mit kostenlosen Broschüren und auf der Website informiert die AFI über die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzen. Seit seiner Gründung konnte der Verein mehr als 470 Forschungsaktivitäten mit über 20,7 Millionen Euro unterstützen und rund eine Million Ratgeber und Broschüren verteilen. Botschafterin der AFI ist die Journalistin und Sportmoderatorin Okka Gundel. Weitere Informationen zur Arbeit des Vereins und zu Spendenmöglichkeiten finden Sie auf www.alzheimer-forschung.de.

    Pressekontakt:

    Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI)
    Astrid Marxen, Petra Lindenberg
    Kreuzstr. 34, 40210 Düsseldorf
    0211 – 86 20 66 28
    presse@alzheimer-forschung.de
    www.alzheimer-forschung.de/presse

    Quelle: Pflege bei Demenz: Warum Angehörige frühzeitig für Entlastung sorgen sollten

  • Wenn Schreiben der erste Schritt ist: LebensLinien 60+ bietet anonyme Online-Beratung für ältere Menschen in belastenden Lebensphasen durch ehrenamtliche Berater*innen im ähnlichen Lebensalter

    Wenn Schreiben der erste Schritt ist: LebensLinien 60+ bietet anonyme Online-Beratung für ältere Menschen in belastenden Lebensphasen durch ehrenamtliche Berater*innen im ähnlichen Lebensalter

    Tübingen (ots) –

    LebensLinien 60+ bietet Menschen ab 60 Jahren bundesweit eine kostenfreie und anonyme Online-Beratung in belastenden Lebensphasen. Die Beratung erfolgt schriftlich über ein geschütztes Mailberatungssystem und verbindet die Erfahrung des Arbeitskreis Leben e.V. Reutlingen / Tübingen mit einem Peer-Ansatz: Geschulte ehrenamtliche Beraterinnen und Berater im ähnlichen Lebensalter begleiten Ratsuchende fachlich unterstützt und supervidiert. Erreichbar ist das Angebot über www.lebenslinien-60plus.de.

    Das Angebot richtet sich ausdrücklich an ältere Menschen, denen ein persönliches Gespräch, ein Telefonat oder der Weg zu einer Beratungsstelle zunächst schwerfällt. Schreiben kann helfen, Gedanken zu ordnen, Worte im eigenen Tempo zu finden und sich zu öffnen, ohne sich

    ÄltererMann vor PCmit Kopfhörer.jpg sofort erklären zu müssen. Nach der Registrierung mit einem selbst gewählten Benutzernamen und Passwort kann auf Wunsch eine verlässliche schriftliche Begleitung durch eine feste Beraterin oder einen festen Berater entstehen.

    Das Peer-Konzept prägt LebensLinien 60+: Die ehrenamtlichen Beraterinnen und Berater sind selbst in einem ähnlichen Lebensalter wie die Ratsuchenden. Eine 50-stündige Weiterbildung bereitet sie auf die schriftliche Begleitung im digitalen Raum vor; fachliche Begleitung und regelmäßige Supervision sichern die Qualität. So verbindet das Projekt Lebenserfahrung, professionelle Standards und eine Ansprache, die älteren Menschen den Zugang erleichtern kann.

    Warum ein spezialisiertes Angebot für ältere Menschen wichtig ist

    Mit dem Übergang in die Zeit nach dem Erwerbsleben verändern sich für viele Menschen Alltag, soziale Kontakte und Selbstverständnis. Aufgaben, die lange Struktur gegeben haben, treten in den Hintergrund; zugleich können Partnerschaft, Gesundheit, Mobilität, Wohnsituation oder familiäre Beziehungen neue Fragen aufwerfen. Daraus kann das Gefühl entstehen, den vertrauten Platz im Leben neu suchen zu müssen.

    In dieser Lebensphase kann ein geschützter schriftlicher Kontakt entlasten: Er bietet Raum, Sorgen auszusprechen, Orientierung zu gewinnen und nächste Schritte wieder in den Blick zu nehmen. Das Angebot versteht sich als ergänzende Begleitung und kann – wenn nötig – den Weg zu weiteren Hilfen erleichtern.

    Zahlen zeigen: Ältere Menschen sind besonders gefährdet

    Die gesellschaftliche Bedeutung des Angebots zeigt sich deutlich in der Statistik: In Deutschland sterben jährlich mehr als 10.000 Menschen durch Suizid. Für das Jahr 2024 weist das Statistische Bundesamt insgesamt 10.372 Suizide aus. Besonders auffällig ist der hohe Anteil älterer Menschen: Allein 5.953 Menschen über 60 Jahre starben 2024 durch Suizid. Das entspricht 57,4 Prozent aller Suizide, obwohl diese Altersgruppe nur rund 29 Prozent der Bevölkerung ausmacht. Ältere Menschen – insbesondere ältere Männer – gehören zu den besonders gefährdeten Gruppen.

    Auch die ersten Zahlen von LebensLinien 60+ zeigen, dass das Angebot eine bestehende Lücke adressiert. Seit dem Projektstart im Mai 2025 wurden 96 Klientinnen und Klienten beraten. Häufig genannt wurden Einsamkeit, Suizidalität und Depressionen, Probleme mit Verwandten, Überforderung sowie körperliche Erkrankungen.

    Zugleich macht die Statistik des AKL deutlich, dass Menschen über 60 die bestehenden Krisenberatungsangebote in Reutlingen und Tübingen bislang nur selten in Anspruch nehmen. Genau hier setzt LebensLinien 60+ an: Das Angebot soll ältere Menschen früher erreichen, bevor Belastungen unbesprochen bleiben oder sich zuspitzen. Es schafft einen Zugang für Menschen, die den persönlichen Kontakt zunächst scheuen, schriftlich leichter Worte finden oder unabhängig von Wohnort, Mobilität und Öffnungszeiten Unterstützung suchen.

    Fachliche Stimmen

    „Wir sehen, dass ältere Menschen sehr unterschiedliche Zugänge brauchen. Manche möchten nicht sofort telefonieren oder persönlich in eine Beratungsstelle kommen. Für sie kann Schreiben ein erster, wichtiger Schritt sein – weil es Zeit lässt, Gedanken zu ordnen und sich in einem geschützten Rahmen anzuvertrauen“, sagt Lukas Ulmer, Projektverantwortlicher für LebensLinien 60+ beim Arbeitskreis Leben e.V. Reutlingen / Tübingen.

    Leonie Rosenbauer vom Arbeitskreis Leben e.V. ordnet das Angebot in die langjährige suizidpräventive Arbeit des Vereins ein: „Die Zielgruppe 60+ ist, insbesondere bei Männern, eine der besonders gefährdeten Gruppen bei suizidalen Handlungen. Für diese sehr heterogene Gruppe braucht es unterschiedliche Hilfen. Die Online-Beratung kann in der jeweiligen Situation die passende Beratungsform sein – und bei Bedarf auch den Weg in eine persönliche Beratung eröffnen.“

    Was Ratsuchende bewegt

    Die Themen, mit denen sich Menschen an LebensLinien 60+ wenden, sind vielfältig – und zeigen sich in vielen Biografien. Die folgenden verdichteten Beispiele beruhen auf wiederkehrenden Motiven aus der Beratungspraxis und wurden so verändert, dass keine Rückschlüsse auf einzelne Ratsuchende möglich sind.

    Da ist etwa ein verwitweter Mann, dem nach dem Tod seiner Partnerin die Struktur der Tage verloren gegangen ist und der niemandem mit seiner Trauer zur Last fallen möchte. Eine ältere Frau beschreibt, wie gesundheitliche Einschränkungen sie immer stärker aus dem Alltag drängen und wie schwer es ihr fällt, über Unsicherheit und Alleinsein zu sprechen. Ein pflegender Angehöriger sucht Worte für Erschöpfung, Schuldgefühle und das Gefühl, selbst keine Kraftreserven mehr zu haben. Andere schreiben aus ländlichen Regionen, in denen Mobilität, Scham oder fehlende Angebote vor Ort den ersten Schritt zusätzlich erschweren.

    Gemeinsam ist diesen Beispielen: Der Kontakt beginnt oft mit einer ersten Nachricht – vorsichtig, tastend, manchmal nach langer Zeit des Schweigens. Nicht eine schnelle Lösung steht im Mittelpunkt, sondern ein geschützter Raum, in dem Belastendes ausgesprochen, Gedanken geordnet und nächste Schritte wieder vorstellbar werden können.

    Vernetzung: Teil eines fachlichen und gesellschaftlichen Hilfesystems

    LebensLinien 60+ versteht sich als ergänzendes Angebot innerhalb einer vernetzten Suizidprävention und psychosozialen Versorgung. Das Projekt ist fachlich in bestehende Strukturen eingebunden, unter anderem über die Landesarbeitsgemeinschaft der Arbeitskreise Leben in Baden-Württemberg, den Paritätischen Wohlfahrtsverband und die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention. Zudem ist LebensLinien 60+ in der Übersicht zu Hilfsangeboten der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention aufgeführt.

    Gerade weil schwierige Lebenslagen im Alter häufig unsichtbar bleiben, ist Vernetzung entscheidend: Kommunen, Seniorenarbeit, Gesundheitswesen, Wohlfahrtsverbände, Angehörigenarbeit, Kirchengemeinden, Ärztinnen und Ärzte, Pflege- und Beratungsstrukturen sowie digitale Informationsangebote können dazu beitragen, dass ältere Menschen und ihr Umfeld frühzeitig von LebensLinien 60+ erfahren.

    Zielgruppe direkt angesprochen

    LebensLinien 60+ richtet sich an Menschen ab 60 Jahren, die Veränderungen, Verluste, gesundheitliche Einschränkungen oder Phasen der Neuorientierung erleben. Auch wer sich allein fühlt, belastet ist, nicht weiß, mit wem er sprechen soll, oder sich um einen älteren Menschen im eigenen Umfeld sorgt, kann sich an das Angebot wenden.

    Weitere Informationen zur Beratung und zum Zugang finden Interessierte unter www.lebenslinien-60plus.de. Informationen zum Träger und zu weiteren Krisenberatungsangeboten stehen unter www.akl-krisenberatung.de bereit.

    Über LebensLinien 60+

    LebensLinien 60+ ist eine bundesweite, kostenfreie Online-Beratung für Menschen ab 60 Jahren. Das Angebot wurde auf Grundlage langjähriger Erfahrungen in der schriftlichen Beratung entwickelt und verbindet Peer-Beratung, fachliche Begleitung und geschützte digitale Kommunikation. Träger ist der gemeinnützige Arbeitskreis Leben e.V. Reutlingen / Tübingen. Das Projekt wird durch Förderung und Spenden ermöglicht.

    Pressekontakt:

    Lukas Ulmer – Projektkoordinator und Fachkraft
    Arbeitskreis Leben e.V. Reutlingen / Tübingen
    Österbergstraße 4
    72074 Tübingen
    Telefon: 0162 462 81 80
    lukas.ulmer@lebenslinien-60plus.de

    Quelle: Wenn Schreiben der erste Schritt ist: LebensLinien 60+ bietet anonyme Online-Beratung für ältere Menschen in belastenden Lebensphasen durch ehrenamtliche Berater*innen im ähnlichen Lebensalter

  • Unterfinanziert und lebensgefährlich: Bedingungen für die humanitäre Hilfe waren noch nie so schlecht / SOS-Kinderdörfer zum Welttag der humanitären Hilfe am 19. August

    Unterfinanziert und lebensgefährlich: Bedingungen für die humanitäre Hilfe waren noch nie so schlecht / SOS-Kinderdörfer zum Welttag der humanitären Hilfe am 19. August

    Gaza/N’Djamena/Kyiv (ots) –

    Die Finanzierung der internationalen humanitären Hilfe ist in den letzten zwei Jahren um fast 30 Prozent zurückgegangen. Demzufolge müssen Millionen Menschen in Krisengebieten ohne Unterstützung auskommen, wobei laut UN-Schätzungen 239 Millionen Menschen Nothilfe benötigen. Darauf weisen die SOS-Kinderdörfer anlässlich des Welttags der humanitären Hilfe am 19. August hin. Aufgrund massiver Einsparungen von Geberländern wie den USA befindet sich die globale Finanzierung auf dem niedrigsten Stand seit 2016. Das hat unter anderem die Schließung hunderter Gesundheitszentren, Kürzungen von Lebensmittelrationen und die Einstellung von Ernährungsprogrammen und Wasserlieferungen zur Konsequenz. Zudem hat sich die Sicherheitslage für humanitäre Helfer und Helferinnen extrem

    20190515_colombia_erp_la_guajira_17_alejandra_kaiser (1)-Teaser.jpg verschlechtert. Die Zahlen der getöteten, verletzten und entführten Einsatzkräfte waren noch nie so hoch wie 2024 und 2025. Die gefährlichsten Arbeitsbedingungen haben humanitäre Helfende in Gaza.

    Humanitäre Brennpunkte 2026

    – In Gaza hält die humanitäre Krise auch nach dem vereinbarten Waffenstillstand weiter an. Rund 1,9 Millionen Menschen sind auf der Flucht. Die Mehrheit lebt in Notunterkünften, die medizinische Versorgung ist unzureichend, es fehlt an Lebensmitteln und Trinkwasser. Ghada Hirzallah, Nationale Leiterin der SOS-Kinderdörfer Palästina, sagt: „Zurzeit leisten 82 Mitarbeitende der SOS-Kinderdörfer in Gaza humanitäre Hilfe, unter lebensbedrohlichen Umständen. Die Sicherheitslage kann sich innerhalb von Minuten ändern. Wir sind tagtäglich mit plötzlichen Luftangriffen und Evakuierungsbefehlen konfrontiert. Dazu kommt die Gefahr, auf Blindgänger zu treffen. Oft erreichen unsere mobilen Teams die notleidenden Familien viel zu spät, weil kein Kraftstoff zum Tanken da ist, weil uns Motoröl und Autoersatzteile fehlen.“
    – Der Tschad steckt in einer komplexen Krise: Im östlichen Teil müssen hunderttausende sudanesische Geflüchtete mit dem Notwendigsten versorgt werden. Im Westen, nahe des Tschadsees, ist es aufgrund bewaffneter Konflikte allein bis Juli zur Binnenvertreibung von rund 220.000 Menschen gekommen. Cyrille Roassoum, Koordinator für Humanitäre Hilfe der SOS-Kinderdörfer Tschad, sagt: „Die humanitäre Hilfe ist extrem unterfinanziert: Es sind hier rund 4,6 Millionen Menschen in Not, die UN-Bedarfsanalyse für 2026 ist aber von 3,4 Millionen ausgegangen. Uns fehlen die Ressourcen für Lebensmittelvergaben und Bargeldtransfers, es mangelt an Logistik und Sicherheit. Der humanitäre Zugang ist wegen der maroden Straßeninfrastruktur und, vor allem im Westen, wegen Raubüberfällen und Entführungen von humanitären Helfern äußerst gefährlich.“
    – In der Ukraine benötigen aufgrund des russischen Angriffskriegs laut UN in diesem Jahr 10,8 Millionen Menschen humanitäre Hilfe, es gibt über 3,7 Millionen Binnenvertriebene. Dass sich die geografische Reichweite der Angriffe inzwischen erheblich ausgeweitet hat, erschwert den humanitären Zugang. Serhii Lukashov, nationaler Leiter der SOS-Kinderdörfer Ukraine, sagt: „Die Risiken für humanitäre Helfer sind vor allem in den Frontgebieten erheblich. Allein bis Juni sind sechs Einsatzkräfte ums Leben gekommen, 36 wurden verletzt. Seit Juli hat sich die Sicherheitslage für die Zivilbevölkerung und für humanitäre Helfende nochmal verschlechtert, zum Beispiel weil sich die Angriffe auf Cherson, Saporischschja und Sumy verdoppelt haben. In den Frontgebieten sind mobile Teams und lokal ansässige humanitäre Helfende aber unerlässlich, weil den Familien dort sonst jegliche Unterstützung fehlt. Um die Präsenz aufrechtzuerhalten, brauchen wir dringend mehr internationale Solidarität und eine flexible, nachhaltige Finanzierung.“

    Die SOS-Kinderdörfer unterstützen Kinder und Familien weltweit in Notsituationen

    Die SOS-Kinderdörfer leisten humanitäre Hilfe in Kriegs- und Krisengebieten weltweit. Aufgrund ihrer jahrzehntelangen Präsenz in über 130 Ländern weltweit sind sie in der Lage, Kinder und Familien in Katastrophen- und Notsituationen schnell und effizient zu unterstützen. Häufig geht die Soforthilfe später in langfristige Projekte über.

    Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

    Boris Breyer
    Pressesprecher SOS-Kinderdörfer weltweit
    Tel.: 0160 – 984 723 45
    E-Mail: boris.breyer@sos-kd.org
    www.sos-kinderdoerfer.de

    Quelle: Unterfinanziert und lebensgefährlich: Bedingungen für die humanitäre Hilfe waren noch nie so schlecht / SOS-Kinderdörfer zum Welttag der humanitären Hilfe am 19. August

  • GKV stellt klar: Bestehende Therapien bleiben geschützt

    GKV stellt klar: Bestehende Therapien bleiben geschützt

    Berlin (ots) –

    Pharma Deutschland sieht trotz Klarstellung Nachbesserungsbedarf für bestehende bundesweite Praxisbesonderheiten

    Pharma Deutschland begrüßt, dass die Selbstverwaltung die Rechtauffassung Pharma Deutschlands, dass bisher bundesweit vereinbarte Praxisbesonderheiten weitergelten, teilt. Dennoch bleibt die Unsicherheit bei der Ärzteschaft bestehen. Zukünftig mit Zusatznutzen bewertete Arzneimittel können prinzipiell in die Wirtschaftlichkeitsprüfung einbezogen werden und damit droht weiterhin ein Regress. Die kasseninduzierte Versorgungssteuerung zum Billigsten und damit am Patientenwohl vorbei wird fortgeführt. Auch wenn die sofortige Wirkung der Streichung von Praxisbesonderheiten lediglich auf Nachfrage vom GKV-SV verneint wurde, führt diese Einschätzung kurzfristig zu mehr Sicherheit für die Versorgung schwer erkrankter Patientinnen und Patienten mit Arzneimitteln, für die der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) einen Zusatznutzen festgestellt hat (§ 130b SGB V).

    „Schwer erkrankte Patientinnen und Patienten können weiterhin mit hochinnovativen Arzneimitteln versorgt werden. Vertragsärztinnen und -ärzte erhalten vorerst die notwendige Sicherheit, bestehende Therapie fortzuführen. Dennoch kommen massive Versorgungsunsicherheiten durch den zukünftigen Wegfall der bundesweiten Praxisbesonderheiten auf uns zu“, so Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland.

    Mit Inkrafttreten des Beitragssatzstabilisierungsgesetzes am 30. Juli 2026 entfällt die gesetzliche Grundlage nach § 130b SGB V. Ohne eine bundesweite Praxisbesonderheit steigt für Vertragsärztinnen und Vertragsärzte im ambulanten Bereich das Regressrisiko bei der Verordnung. Dies kann die Einführung und Etablierung neuer innovativer Arzneimitteltherapien in Deutschland verzögern.

    Die bereits im Rahmen der Erstattungsbetragsvereinbarungen ausgehandelten bundesweiten Praxisbesonderheiten bleiben demnach weiterhin bestehen und sind für die Ärztin oder den Arzt bei einer Wirtschaftlichkeitsprüfung im begründeten Fall entsprechend als wirtschaftlich zu berücksichtigen. Voraussetzung ist, dass keine anderen Umstände – etwa die Kündigung einer Erstattungsbetragsvereinbarung – ihren Wegfall begründen.

    _______________

    Der Pharma Deutschland e.V. ist der mitgliederstärkste Branchenverband der Pharmaindustrie in Deutschland. Er vertritt die Interessen von rund 400 Mitgliedsunternehmen, die in Deutschland ca. 80.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen. Die in Pharma Deutschland e.V. organisierten Unternehmen tragen maßgeblich dazu bei, die Arzneimittelversorgung in Deutschland zu sichern. So stellen sie fast 80 Prozent der in Apotheken verkauften rezeptfreien und fast zwei Drittel der rezeptpflichtigen Arzneimittel sowie einen Großteil der stofflichen und dentalen Medizinprodukte für die Patientinnen und Patienten bereit. Unter www.pharmadeutschland.de gibt es mehr Informationen zu Pharma Deutschland.

    Ihre Ansprechpartner in der Pressestelle von Pharma Deutschland:

    Hannes Hönemann
    Leiter Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    T. +49 171 5618203
    hoenemann@pharmadeutschland.de

    Anna Frederike Gutzeit
    CvD Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    T. +49 170 4548014
    gutzeit@pharmadeutschland.de

    Geschäftsstelle Berlin
    Pharma Deutschland e.V.
    Friedrichstraße 134
    10117 Berlin

    Geschäftsstelle Bonn
    Pharma Deutschland e.V.
    Ubierstraße 71-73
    53173 Bonn

    Geschäftsstelle Brüssel
    Pharma Deutschland e.V.
    Rue Marie de Bourgogne 58
    1000 Brüssel

    www.pharmadeutschland.de
    LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/pharmadeutschland/

    Quelle: GKV stellt klar: Bestehende Therapien bleiben geschützt

  • Martin Sichert: Freiwillige Organspende statt staatliche Bevormundung

    Martin Sichert: Freiwillige Organspende statt staatliche Bevormundung

    Berlin (ots) –

    245 Abgeordnete des Deutschen Bundestages haben einen Gesetzentwurf eingereicht, mit dem die sogenannte Widerspruchslösung eingeführt werden soll. Damit würde künftig jeder Erwachsene automatisch als Organspender gelten – es sei denn, er oder sie hat explizit widersprochen. Die AfD-Bundestagsfraktion übt scharfe Kritik an dem Gesetzentwurf.

    Dazu teilt der gesundheitspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Martin Sichert, mit:

    „In einer freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft muss der Körper dem Individuum gehören. Es ist ein Zeichen sozialistischer und kommunistischer Systeme, dass der Körper nicht dem Menschen gehört, sondern als Teil eines Volkskörpers angesehen wird und der Staat die Menschen bei ihrer Entscheidung bevormundet. Das ist auch der Kern genau jener Widerspruchslösung, die von den 245 Abgeordneten gefordert wird.

    Die AfD-Fraktion verteidigt bei der Organspende das Recht auf körperliche Unversehrtheit, wie es Artikel 2 Grundgesetz vorsieht und setzt sich geschlossen gegen die Widerspruchslösung ein. Für uns steht der Mensch und die Menschlichkeit im Vordergrund. Wir wollen die freiwilligen Organspenden erhalten und fördern und dazu die Menschen sensibilisieren, um mehr Organspender zu gewinnen. Ebenso sind alternative Wege wichtig, um dringend benötigte Organe zu beschaffen: Der Fokus muss hierbei auf die Forschung gelegt werden, um Organe im Labor zu züchten und Organ-Unverträglichkeiten zu eliminieren, und somit langfristig nicht mehr auf Organspenden angewiesen zu sein.“

    Pressekontakt:

    Pressestelle
    der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag
    Tel. 030 22757029

    Quelle: Martin Sichert: Freiwillige Organspende statt staatliche Bevormundung