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  • Polarise plant Teilnahme an EU-Ausschreibung für die Errichtung europäischer KI-Gigafabriken

    Polarise plant Teilnahme an EU-Ausschreibung für die Errichtung europäischer KI-Gigafabriken

    Düsseldorf (ots) –

    Polarise, ein europäischer Anbieter souveräner KI-Cloud-Lösungen, beabsichtigt, als Teil eines Konsortiums an der Ausschreibung der Europäischen Union (EU) für den Aufbau von bis zu sieben KI-Gigafabriken in Europa teilzunehmen. Für das Programm stehen bis zu 10 Mrd. EUR aus EU- und nationalen Mitteln bereit, die mindestens 20 Mrd. EUR an privaten Investitionen mobilisieren sollen. Die Ausschreibung endet am 12. November 2026.

    Michel Boutouil, CEO von Polarise: „Diese Ausschreibung setzt genau die Impulse, die wir seit Langem fordern: eine vernetzte „Gigagrid“-Architektur statt einzelner Großstandorte. Damit ist perspektivisch nicht mehr zwingend ein einzelner großer Standort erforderlich – vernetzte Standorte mit

    polarise-gigagrid.jpg gemeinsamem Rechenleistungs-Äquivalent können ebenso zu einer leistungsfähigen europäischen KI-Infrastruktur beitragen. Europa hat jetzt das knappe Zeitfenster, souveräne KI-Kapazität aufzubauen. Deshalb bringen wir unsere Erfahrung und Standorte in ein entsprechendes Konsortium ein und gestalten europäische Souveränität gemeinsam mit starken Partnern.“

    Starke Positionierung von Polarise

    Polarise erfüllt bereits heute die operative Grundlage für eine solche Bewerbung: Mit der realisierten AI Factory im Münchener Tucherpark und einem Standort in Oslo verfügt das Unternehmen über nachweisliche Erfahrung im Aufbau und Betrieb moderner KI-Infrastruktur. Darüber hinaus hält Polarise bereits heute passend vorbereitete Standorte bereit – zwei in Bayern sowie einen möglichen in Nordrhein-Westfalen.

    Auf technologischer Ebene ist Polarise schon jetzt in der Lage, Leistungen bereitzustellen, die im Ausschreibungsrahmen teilweise erst für spätere Ausbaustufen vorgesehen sind. Dazu zählen die gemanagte ML-Ops- und Entwicklungsplattform (PaaS) Polarise Core sowie integrierte KI-Dienste wie Model-as-a-Service, Inferencing und APIs über Polarise Drive mit Schwerpunkt auf Open-Source-Modellen.

    Polarise treibt seine Standort- und Plattformprojekte unabhängig von der Ausschreibung weiter voran und versteht das EU-Programm als Beschleuniger, nicht als Voraussetzung. Für die Bewerbung steht Polarise Partnern für ein leistungsfähiges europäisches Konsortium offen.

    Weitere Informationen zur Gigagrid-Infrastruktur von Polarise sind hier verfügbar, Details über die EU-Ausschreibung können hier abgerufen werden.

    Über Polarise

    Gegründet in Deutschland, ist Polarise (www.polarise.eu) eine führende europäische KI-Infrastrukturplattform, die High-Performance Computing (HPC) in großem Maßstab bereitstellt – durch die Kombination speziell entwickelter KI-Rechenzentren, fortschrittlicher Softwarefähigkeiten und umfassender operativer Expertise.

    Als einer der bevorzugten NVIDIA Cloud Partner und NVIDIA Cloud Service Provider in Europa ermöglicht Polarise Unternehmen und staatlichen Kunden, geschäftskritische KI-Workloads mit hoher Leistung, Sicherheit und Zuverlässigkeit auf dem gesamten Kontinent zu betreiben.

    Pressekontakt:

    Marc Gazivoda
    Chief Marketing Officer
    press@polarise.eu

    Quelle: Polarise plant Teilnahme an EU-Ausschreibung für die Errichtung europäischer KI-Gigafabriken

  • Microsoft und Nvidia bringen den KI-PC: Was für Unternehmen künftig direkt auf Ihrem Computer läuft und was weiter in der Cloud bleibt

    Microsoft und Nvidia bringen den KI-PC: Was für Unternehmen künftig direkt auf Ihrem Computer läuft und was weiter in der Cloud bleibt

    Hürth (ots) –

    Microsoft und Nvidia treiben den nächsten Schritt im KI-Markt voran: Künstliche Intelligenz soll nicht mehr nur in großen Rechenzentren laufen, sondern direkt auf dem eigenen PC. Möglich machen das leistungsstarke GPUs und neue lokale KI-Schnittstellen in Windows. Damit können künftig viele Aufgaben im Unternehmen schneller, günstiger und datensparsamer direkt auf dem Gerät erledigt werden.

    Der KI-PC ersetzt nicht die Cloud – er verschiebt nur die Grenze. Alles, was schnell, sensibel oder alltäglich ist, wandert auf das Gerät. Alles, was groß, teuer und extrem rechenintensiv ist, bleibt im Rechenzentrum. Nachfolgend erfahren Sie, welche Anwendungen künftig lokal auf dem PC

    Portrats__0005.jpg laufen, wo Unternehmen weiter leistungsstarke Cloud- oder Serverlösungen brauchen und wie sich dadurch der Büroalltag verändern wird.

    Der KI-PC folgt einem bekannten Hardware-Zyklus

    Die Entwicklung reiht sich in einen bekannten Zyklus der PC-Branche ein. Neue Prozessorgenerationen erscheinen zunächst als besonders leistungsstarke High-End-Varianten. Im darauffolgenden Jahr folgen energieeffizientere Versionen derselben Architektur, die sich für den Einsatz in Notebooks und anderen kompakten Geräten eignen.

    Bereits mit der Nvidia DGX Spark wurde deutlich, wohin sich der Markt entwickelt. Erstmals konnten Sprachmodelle mit einem Speicherbedarf von rund 128 GB auf vergleichsweise kompakter Hardware lokal ausgeführt werden. Mit den neuen KI-PCs integrieren Microsoft, Nvidia und auch Apple entsprechende KI-Beschleuniger direkt in ihre Geräte. Dadurch wird diese Rechenleistung erstmals für den Massenmarkt verfügbar.

    Lokale KI eröffnet neue Automatisierungsmöglichkeiten

    Die neue Hardware ermöglicht es, aktuelle Sprachmodelle mittlerer Größe direkt auf dem Arbeitsplatzrechner auszuführen. Damit lassen sich zahlreiche Aufgaben automatisieren, ohne dass Unternehmensdaten die eigene IT-Infrastruktur verlassen müssen.

    Dazu gehören beispielsweise das Verarbeiten von E-Mails, das Auslesen und Strukturieren von Excel-Dateien oder die automatische Übertragung von unstrukturierten Informationen zwischen verschiedenen Anwendungen. Ebenso können KI-Systeme Daten bereinigen und deren fachlichen Zusammenhang besser verstehen. Viele dieser Anwendungsfälle waren bislang nur über Cloud-Dienste wirtschaftlich umsetzbar.

    Auch in regulierten Branchen eröffnen sich neue Möglichkeiten. In der Versicherungsbranche könnten Policen oder Anfragen lokal analysiert werden, ohne personenbezogene Daten an externe Cloud-Dienste zu übertragen. Im Gesundheitswesen könnten Arztpraxen ihre bestehende Praxissoftware künftig um lokale KI-Funktionen erweitern und beispielsweise Arztberichte oder Gutachten datenschutzkonform erstellen. Anwendungen, die heute aufgrund technischer und rechtlicher Anforderungen nur mit erheblichem Aufwand möglich sind, könnten dadurch deutlich einfacher werden.

    Ein weiterer Vorteil liegt in den Betriebskosten. Da die KI direkt auf dem Endgerät ausgeführt wird, entfallen für viele Standardanwendungen laufende Gebühren für Cloud-Abfragen.

    Standardsoftware statt individueller KI-Projekte

    Von dieser Entwicklung könnten insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen profitieren. Bislang erfordern lokale KI-Lösungen häufig spezialisierte Hardware, umfangreiche IT-Infrastruktur und entsprechendes Fachwissen. Künftig könnten viele Funktionen als Bestandteil bestehender Softwarelösungen verfügbar werden.

    Damit zeichnet sich ein ähnlicher Wandel ab wie einst bei Office-Anwendungen. Softwarehersteller können ihre Produkte gezielt für standardisierte KI-Hardware entwickeln und neue Funktionen direkt integrieren. Unternehmen müssten dann keine individuellen KI-Projekte mehr aufsetzen oder komplexe Cloud-Anbindungen entwickeln. Stattdessen greifen Anwendungen über standardisierte Schnittstellen auf den lokalen KI-Prozessor zu.

    Für Beschäftigte verändert sich dadurch vor allem die Art, wie KI genutzt wird. Intelligente Funktionen werden zunehmend Bestandteil der gewohnten Anwendungen und laufen direkt auf dem Arbeitsplatzrechner. KI unterstützt dann beispielsweise bei der E-Mail-Bearbeitung, der Dokumentenerstellung oder der Datenverarbeitung, ohne dass dafür separate Cloud-Dienste genutzt werden müssen.

    Gleichzeitig sinkt der Aufwand für Unternehmen. Viele KI-Funktionen müssen künftig nicht mehr als eigenständige Infrastruktur aufgebaut und von spezialisierten IT-Teams betrieben werden. Stattdessen lassen sie sich als Bestandteil bestehender Softwarelösungen bereitstellen. Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen könnten dadurch deutlich einfacher Zugang zu KI-gestützten Automatisierungen erhalten.

    Dadurch dürfte sich auch ein Teil der Wertschöpfung wieder von den großen Cloud-Anbietern hin zu etablierten Softwareherstellern verlagern. Anbieter von Branchenlösungen können KI-Funktionen direkt in ihre bestehenden Produkte integrieren und gleichzeitig Datenschutzanforderungen leichter erfüllen.

    Die Cloud bleibt unverzichtbar

    Trotz dieser Entwicklung wird die Cloud nicht überflüssig. Das Training neuer Sprachmodelle erfordert weiterhin enorme Rechenkapazitäten und wird auch künftig in großen Rechenzentren stattfinden. Dort entstehen die Modelle, bevor sie auf Endgeräte ausgeliefert werden können.

    Verändern dürfte sich jedoch vor allem der sogenannte Inference-Prozess, also das Ausführen bereits trainierter Modelle. Diese Berechnungen könnten künftig deutlich häufiger direkt auf dem KI-PC erfolgen. Dadurch sinkt der Bedarf, alltägliche KI-Anfragen dauerhaft über Cloud-Infrastrukturen abzuwickeln, während sich Rechenzentren stärker auf das Entwickeln und Trainieren neuer Modelle konzentrieren.

    Mit jeder neuen Chip-Generation werden zudem leistungsfähigere und gleichzeitig effizientere Systeme erwartet. Parallel entwickeln sich auch Open-Source-Modelle kontinuierlich weiter. Dadurch könnten lokale KI-Anwendungen in den kommenden Jahren für einen immer größeren Teil der Büroarbeit zur Standardausstattung werden.

    Über Dr. Alexander Nichau:

    Dr. Alexander Nichau ist Geschäftsführer der niologic GmbH und Experte für Künstliche Intelligenz. Seit 2015 unterstützt er Unternehmen bei der Integration von KI in bestehende Systemlandschaften und Aufbau eigener KI-Teams. Niologic zählt weltweit zu einem illustren Kreis von Google Cloud Specialized Partner for AI, also den Spezialberatungen, die von Google AI als Partner zertifiziert sind. Weitere Informationen unter: www.niologic.de.

    Pressekontakt:

    niologic GmbH
    Vertreten durch: Dr. Alexander Nichau
    E-Mail: info@niologic.de
    Website: https://niologic.de/mission.html

    Ruben Schäfer
    E-Mail: redaktion@dcfverlag.de

    Quelle: Microsoft und Nvidia bringen den KI-PC: Was für Unternehmen künftig direkt auf Ihrem Computer läuft und was weiter in der Cloud bleibt

  • Schwarz Digits und Zscaler schließen Partnerschaft für souveräne Cloud-Sicherheitsplattform für Europa

    Schwarz Digits und Zscaler schließen Partnerschaft für souveräne Cloud-Sicherheitsplattform für Europa

    Bad Friedrichshall und München (ots) –

    Schwarz Digits, die IT- und Digitalsparte der Schwarz Gruppe, und Zscaler, die Cybersecurity-Plattform für die KI-Ära, geben ihre strategische Partnerschaft bekannt. Gemeinsam bringen die Partner die Sicherheitsplattform Zscaler Zero Trust Exchange auf STACKIT, die souveräne Cloud von Schwarz Digits. Dadurch entsteht ein souveräner Zero Trust Secure Access Service Edge (SASE) Sicherheitsservice, der entwickelt wurde, um KI-Bedrohungen zu verhindern und die Cyberresilienz zu erhöhen. Das Angebot wird in deutschen Rechenzentren gehostet und von STACKIT betrieben. Es steht ab sofort Kunden in ganz Europa zur Verfügung.

    Europäische Kunden verlangen zunehmend nach souveräner Technologie, während sich Cybersicherheits-Bedrohungen rasch

    SchwarzDigits_Zscaler_Partnerschaft_Teambild.jpg ausbreiten und durch den Einsatz von KI auf Seiten der Malware-Akteure an Geschwindigkeit und Komplexität gewinnen. Gleichzeitig wird Cybersicherheit zum Thema für die Vorstandsebene durch europäische Regularien, wie NIS2, DORA und den AI Act. Organisationen müssen Anforderungen an Souveränität und Regulatorik nachkommen und die Performance im Auge behalten.

    Schwarz Digits und Zscaler beantworten diesen Bedarf gemeinsam durch das Deployment der Zscaler Sicherheitsplattform in Schwarz Digits‘ Rechenzentren und liefern dadurch einen ganzheitlichen Ansatz für eine souveräne Zero Trust SASE Cloud. Damit können Organisationen ihre hybride Belegschaft absichern und zeitgleich die Anforderungen an operationale Resilienz und Lieferkettensicherheit erfüllen. Das gemeinsame Angebot deckt das Deployment, Management sowie den Betrieb und Support der Cloud-basierten Cybersicherheitsplattform ab. Dadurch werden Kundendaten und der Geschäftsbetrieb im Einklang mit europäischen Anforderungen vor Cyberangriffen geschützt.

    Christian Müller, CEO von Schwarz Digits, erläutert: „Technologische Unabhängigkeit beginnt bei der Infrastruktur. Mit der Partnerschaft heben wir die Netzwerksicherheit auf ein neues Level: Wir entwickeln bestehende Sicherheitsarchitekturen weiter und setzen auf hochperformante Identitätsprüfung. Für unsere Kunden bedeutet das noch besseren Schutz gegen Cyberangriffe.“

    „Im Zeitalter von KI-gesteuerten Cyberbedrohungen ist eine moderne Zero Trust SASE-Lösung der einzig wirksame Schutz für sensible Unternehmensdaten“, sagt Misha Kuperman, Chief Reliability Officer von Zscaler. „Die Partnerschaft mit Schwarz Digits ist ein Zeichen für unser langfristiges Commitment für Europa. Gemeinsam helfen wir unseren Kunden, ihre Angriffsfläche zu limitieren und die laterale Ausbreitung von Angriffen einzudämmen und gleichzeitig Compliance mit der europäischen Legislative zu erzielen durch Datenresidenz in der EU. So ermöglichen wir Sicherheit auf höchstem Niveau unter souveränen europäischen Maßstäben.“

    „Unsere Kunden im privaten und öffentlichen Sektor brauchen eine sichere und resiliente IT-Infrastruktur, ohne Kompromisse bei der digitalen Souveränität. Genau das ermöglichen wir, indem wir die Expertise zweier Technologieführer bündeln: Zscaler liefert die fortschrittliche Zero Trust SASE-Architektur gegen KI-gestützte Cyberangriffe, während Schwarz Digits über STACKIT die souveräne Cloud-Infrastruktur bereitstellt. So bleiben alle Daten in der EU und geschützt vor dem Zugriff durch Dritte“, sagt Bernd Wagner, CSO von Schwarz Digits.

    Pressekontakt:

    Schwarz Digits
    Telefon +49 7132 30-490490
    presse@digits.schwarz

    Quelle: Schwarz Digits und Zscaler schließen Partnerschaft für souveräne Cloud-Sicherheitsplattform für Europa

  • Rekordhitze setzt Rechenzentren unter Druck

    Rekordhitze setzt Rechenzentren unter Druck

    Stuttgart (ots) –

    Rekordtemperaturen setzen auch die digitale Infrastruktur unter Druck. Rechenzentren, das Rückgrat von Cloud-Diensten, Zahlungsverkehr und Kommunikation, benötigen bei großer Hitze deutlich mehr Kühlleistung. „Hitze war lange ein Randthema für Rechenzentren. Heute geraten viele Betreiber in eine Hitzefalle: Von außen steigen die Temperaturen, von innen die Wärmelast durch KI-Anwendungen und immer leistungsstärkere Chips. Werden Kühlkapazitäten nicht rechtzeitig angepasst, drohen Störungen bis hin zu kostspieligen Ausfällen“, sagt Mathias Franke, Leiter Data Center Consulting beim Beratungsunternehmen Drees & Sommer SE.

    Die Herausforderung wächst mit dem Boom der Branche: Seit 2010 hat sich die installierte Rechenzentrumskapazität hierzulande bereits mehr als verdoppelt und

    Serverraum Thermometer (c) AI generated.jpg lag 2024 bei über 2.730 Megawatt. Bis 2030 erwartet das Bundeswirtschaftsministerium einen weiteren Anstieg auf mehr als 4.800 Megawatt, ein Plus von rund 75 Prozent innerhalb von nur sechs Jahren.[i] Mit der im März 2026 verabschiedeten nationalen Rechenzentrumsstrategie[ii] will die Bundesregierung die Kapazitäten bis 2030 sogar verdoppeln.

    Getrieben wird das Wachstum vor allem durch Cloud- und KI-Anwendungen. Gleichzeitig wächst damit die Verwundbarkeit der digitalen Infrastruktur gegenüber Extremwetter. Eine im Juni 2026 veröffentlichte Analyse des auf physische Klimarisiken spezialisierten Unternehmens First Street kommt zu dem Ergebnis, dass 54 Prozent der weltweiten Rechenzentrumskapazität in Märkten liegen, die chronischem Hitze- oder Dürrestress ausgesetzt sind. [iii]

    Wärmeinsel-Effekt: Wenn Rechenzentren ihre Umgebung aufheizen

    „KI verändert die Anforderungen an Rechenzentren grundlegend. Die Anlagen verbrauchen nicht nur mehr Energie, sondern geben auch deutlich mehr Wärme an ihre Umgebung ab. Das müssen Betreiber bei Planung und Betrieb künftig stärker berücksichtigen“, sagt Franke. Eine im März 2026 veröffentlichte Studie unter Beteiligung der University of Cambridge beziffert den Wärmeinsel-Effekt von KI-Rechenzentren im Durchschnitt auf rund zwei Grad Celsius. In Extremfällen wurden Temperaturanstiege von bis zu 9,1 Grad Celsius gemessen. Weltweit könnten mehr als 340 Millionen Menschen von diesem sogenannten „Data Heat Island Effect“ betroffen sein.[iv]

    Hitzebedingte Ausfälle sind kein unvermeidbares Schicksal. Wer Kühlung, Energieversorgung und Betriebsabläufe frühzeitig auf Extremwetter ausrichtet, kann Risiken deutlich reduzieren. Nach Einschätzung von Drees & Sommer müssen Betreiber sowohl Standort und Technik vorausschauend planen als auch klare Maßnahmen für den Betrieb während einer Hitzewelle festlegen.

    Kühlgrenzen und Reserven kennen, bevor die Hitze kommt

    Kühlsysteme stoßen bei Extremhitze schneller an ihre Grenzen als bisher angenommen. Forschende von Google und der University of Pennsylvania zeigen in der Studie „Prometheus“, dass Rechenzentren ihre Kühlkapazität bis 2044 im Schnitt um elf Prozent erhöhen müssen, um das heutige Ausfallrisiko zu halten. An besonders gefährdeten Standorten kann der zusätzliche Bedarf bis zu 48 Prozent betragen. Für die Studie wertete das Forschungsteam historische Klimadaten aus und verknüpfte sie mit Klimasimulationen für die untersuchten Standorte. „Betreiber müssen prüfen, welche Außentemperaturen ihre Kühlung verkraftet und wie sich mehrtägige Hitze auf ihre Reserven auswirkt“, so Franke.[v]

    Bei der Auslegung der Kühlung zählt vor allem der Blick nach vorn. Betreiber sollten deshalb Prognosesimulationen wie die „Extreme Annual Design Conditions“ von ASHRAE Meteo nutzen[vi]. Auf Grundlage der Daten von 2025 empfiehlt Franke, die erwarteten Extremtemperaturen der kommenden 20 Jahre einzuplanen und vier Kelvin als Sicherheit hinzuzurechnen. „Hitzewellen werden intensiver, dauern länger und treten häufiger auf. Künftige Prognosen dürften deshalb noch höhere Temperaturen ansetzen“, sagt Franke.

    Betreiber müssen nicht nur die IT-Systeme auf künftige Hitzeextreme vorbereiten. Auch die Notstromanlage muss bei hohen Temperaturen zuverlässig funktionieren. Fällt ihre Kühlung aus, kann sie das Rechenzentrum nicht mehr sicher mit Strom versorgen. Damit ist der gesamte Betrieb gefährdet.

    Den Betrieb auf Hitzewellen vorbereiten

    Nicht jede rechenintensive Aufgabe muss bei Höchsttemperaturen laufen. Backups, Datenanalysen oder große Datenmigrationen lassen sich in kühlere Nachtstunden verschieben. Das entlastet die Kühlung, wenn ihre Reserven besonders knapp sind. Fällt ein Kühlsystem aus, muss ein zweites ohne Zeitverlust übernehmen. Auch die Notstromversorgung muss neben den Servern die Kühlung absichern. Sonst verschiebt sie den Ausfall oft nur um wenige Minuten. Bei Störungen im öffentlichen Netz können zudem lokale Stromnetze mit eigenen Energiequellen und Speichern, sogenannte Microgrids, kritische Anlagen weiter versorgen.

    Mit Wasser statt Luft kühlen

    Erreichen einzelne Serverschränke Leistungen von rund 50 Kilowatt und mehr, reicht reine Luftkühlung oft nicht mehr aus. Viele Rechenzentren wurden ursprünglich für deutlich geringere Leistungsdichten ausgelegt. Während ein Serverschrank lange Zeit meist mit fünf bis zehn Kilowatt Leistung betrieben wurde, treiben KI-Anwendungen die Anforderungen heute deutlich nach oben. „Wasser kann wesentlich mehr Wärme aufnehmen und transportieren als Luft. Seine Kühlkapazität ist deutlich höher. Deshalb setzen viele unserer Kunden bei hohen Leistungsdichten zunehmend auf wasserbasierte Kühlsysteme“, erklärt Data Center-Experte Franke. Das gilt vor allem für KI-Anwendungen und andere Hochleistungsrechner.

    Bei moderaten Leistungsdichten bleibt Luftkühlung häufig die einfachere und wirtschaftlichere Lösung. Hybride Systeme erlauben es, zunächst nur besonders leistungsstarke Bereiche auf Flüssigkeitskühlung umzustellen. So lassen sich diese Bereiche auch bei höheren Außentemperaturen zuverlässig kühlen.

    Mehr Effizienz ist Pflicht

    Für Rechenzentren, die seit Juli 2026 neu in Betrieb gehen, verschärft das Energieeffizienzgesetz die Anforderungen. Maßstab ist die Power Usage Effectiveness, kurz PUE. Sie setzt den gesamten Energieverbrauch eines Rechenzentrums ins Verhältnis zum Strombedarf von Servern und Speichern. Ein PUE-Wert von 1,2 bedeutet vereinfacht: Auf 100 Kilowattstunden für die IT kommen höchstens 20 Kilowattstunden für Kühlung, Stromversorgung und andere technische Infrastruktur. Neue Rechenzentren dürfen den Wert 1,2 nicht überschreiten. Anlagen, die vor Juli 2026 in Betrieb gingen, müssen bis Juli 2030 einen Wert von höchstens 1,3 erreichen. [vii]

    „Effiziente Kühlkonzepte sind nicht mehr nur eine Frage der Betriebssicherheit, sondern zunehmend auch gesetzliche Pflicht. Wer heute noch ausschließlich auf Luft setzt, baut sich sein Kühlproblem für die nächsten zehn Jahre gleich mit ein“, betont Franke. „Wasserbasierte Systeme sind planbarer, gerade wenn die Temperaturen weiter steigen und die gesetzlichen Effizienzvorgaben strenger werden.“ Zugleich wird derzeit intensiv über eine Novellierung des Energieeffizienzgesetzes (EnEfG) diskutiert. Tritt sie in den nächsten Monaten in Kraft, könnten sich Schwellen- und Grenzwerte verschieben. [viii]

    Wenn Kühlwasser knapp wird

    Wer heute ein Rechenzentrum plant, muss bei der Wahl des Standorts ebenso wie beim Kühlkonzept künftige Hitzeperioden von Anfang an einkalkulieren. Das gilt besonders für wasserbasierte Kühlsysteme: In Regionen mit knapper werdenden Wasserressourcen kann ausgerechnet die Kühlung selbst zum Risiko werden. Geschlossene Kreisläufe senken den Wasserverbrauch und entschärfen so das Problem. In ihnen zirkuliert das Kühlmittel dauerhaft zwischen Servern und Kühlanlage, statt durch Verdunstung (Adiabatik) verloren zu gehen. Nach der ersten Befüllung benötigen sie im laufenden Kühlbetrieb kaum zusätzliches Wasser. Besonders gefährdet bei Hitze sind weniger die großen, professionell betriebenen Anlagen mit redundanter Kühlung und Notstrom, sondern die vielen dezentralen Serverräume in Unternehmen, oft in umgewidmeten Keller- oder Technikräumen ohne entsprechend ausgelegte Klimatechnik.

    Ausfälle sind längst kein Zukunftsszenario mehr

    Wie schnell hohe Temperaturen Rechenzentren lahmlegen können, zeigte die Hitzewelle in Großbritannien im Sommer 2022. Als die Temperaturen in London erstmals die 40-Grad-Marke überschritten, fielen im Rechenzentrum von Google Cloud mehrere Kühlsysteme gleichzeitig aus. Techniker mussten Teile der Server herunterfahren, um technische Schäden zu verhindern. Auch ein Oracle-Rechenzentrum im Süden Londons war betroffen: Die Kühlaggregate arbeiteten an ihrer Belastungsgrenze und fielen schließlich aus. Der Ausfall dauerte rund 19 Stunden und beeinträchtigte Cloud-Dienste weltweit. In Deutschland kam es während der Rekordhitze im Juni 2026 nach Angaben der German Datacenter Association bislang nicht zu flächendeckenden Ausfällen. Der Branchenverband schließt Abschaltungen als letztes Mittel jedoch nicht aus, sollten technische Störungen und Engpässe in der Energieversorgung zusammenkommen[ix].

    [i] BMWE Newsletter Energiewende | Wie Rechenzentren unseren Energiebedarf antreiben (https://energiewende.bundeswirtschaftsministerium.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2025/07/Meldung/direkt-erfasst.html)

    [ii] Nationale Rechenzentrumsstrategie (https://bmds.bund.de/service/publikationen/nationale-rechenzentrumsstrategie)

    [iii] Climate Risk in Global Data Center Markets: Implications for Investment and Performance | First Street (https://firststreet.org/research-library/climate-risk-in-global-data-center-markets-implications-for-investment-and-performance-report)

    [iv] Andrea Marinoni et al.: The Data Heat Island Effect: Quantifying the Impact of AI Data Centers in a Warming World, arXiv:2603.20897, 21. März 2026, zuletzt überarbeitet am 21. April 2026, https://arxiv.org/abs/2603.20897 (Abruf: 30. Juli 2026).

    [v] Sourav Patel et al.: „Prometheus: Toward Resilient Data Centers through Optimized Cooling Infrastructure“, Google/University of Pennsylvania, 2026, https://www.engineering.upenn.edu/~leebcc/documents/patel26-prometheus.pdf (Abruf: 30. Juli 2026).

    [vi] https://ashrae-meteo.info/v3.0/

    [vii] Gesetz zur Steigerung der Energieeffizienz in Deutschland (Energieeffizienzgesetz – EnEfG) vom 13. November 2023 (BGBl. 2023 I Nr. 309), § 11 Abs. 1 und 2 „Klimaneutrale Rechenzentren“, https://www.gesetze-im-internet.de/enefg/__11.html (Abruf: 30. Juli 2026).

    [viii]https://ots.de/lnV2AU

    [ix] Hitzewelle: Abschaltung von Rechenzentren nicht ausgeschlossen – Golem.de (https://www.golem.de/news/hitzewelle-abschaltung-von-rechenzentren-nicht-ausgeschlossen-2606-210199.html)

    Pressekontakt:

    presse@dreso.com

    Quelle: Rekordhitze setzt Rechenzentren unter Druck